Werbung in Spielen: Subtil und stimmig

Special Tom Sauer

Hat ein Rennspiel Obama zum US-Präsidenten gemacht? Spionieren uns Spieleserver aus? Die ganze Wahrheit über In-Game-Advertising!

Werbung in Spielen: Die ganze Wahrheit über In-Game-Advertising Werbung in Spielen: Subtil und stimmig
Werbung in Spielen muss sich heranschleichen wie Sam Fisher - sie darf nicht unangenehm auffallen. Besonders gut für Werbung eignen sich daher Renn- und Sportspiele. Zuschauer von Motor- und anderen Sportevents sind es gewöhnt, mit Werbung am Spielfeld- oder Straßenrand oder mit Sponsorenlogos auf der Kleidung oder dem Sportgerät zugeballert zu werden. Eine Fußballsimulation ohne Bandenwerbung würde schließlich reichlich seltsam wirken, ebenso ein Rennspiel ohne Banner neben der Piste.

Das brachte auch einen der wichtigsten Männer der Welt (oder vielmehr seine Berater) auf eine Idee: Barack Obama geht nämlich nicht nur als erster schwarzer US-Präsident in die Geschichte ein, sondern auch als erster Politiker, der ein Videospiel für den Wahlkampf nutzte: Sein Konterfei und die URL „Voteforchange.com“ prangte auf einer Reklamewand in der Onlineversion von Burn­out Paradise. Ob allein die Rennspielfans für die historische Wende der US-Politik verantwortlich sind, bleibt ungeklärt …

Rennspiele zeigen eine der Herausforderungen für In-Game-Advertising besonders deutlich auf: Der gelungene Werbeeffekt ist eine Frage des Timings. Wenn der Spieler siegessicher mit über 300 km/h in Richtung Ziellinie rast, bleibt keine Zeit für einen neugierigen Seitenblick auf eine Werbefläche am Streckenrand. Ein Heck-Nummernschild mit dem Produktnamen, wie derzeit von einer österreichischen Tageszeitung im kostenlosen Onlinespiel Burning Gears platziert, hat der Spieler dagegen permanent vor der Nase.

Nur wer am richtigen Ort zur richtigen Zeit wirbt, wird vom Spieler wahrgenommen. Diese Werbung in Spielen: Die ganze Wahrheit über In-Game-Advertising Quelle: Computec Media AG Problematik hat sich in der Werbebranche natürlich schnell herumgesprochen. Daher gilt beim Preis für eine In-Game-Werbekampagne mittlerweile das Gleiche wie für Fußballtickets: Die besten Plätze sind die teuersten.

Im Falle von Splinter Cell Conviction beispielsweise soll es laut Insiderberichten sogenannte „Heat Maps“ geben. Das sind „Landkarten“ der Spielfläche, auf denen die heißen Stellen markiert sind, bei denen Spieler voraussichtlich die längste Verweildauer haben – und damit am besten für Werbung empfänglich sind.

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  1. Seite 1 Werbung in Spielen: Einleitung
  2. Seite 2 Werbung in Spielen: Werbung auf Gefühlsebene
  3. Seite 3 Werbung in Spielen: Splinter Sell statt Splinter Cell
  4. Seite 4 Werbung in Spielen: Subtil und stimmig
  5. Seite 5 Werbung in Spielen: Pepsi verleiht Flügel
  6. Seite 6 Werbung in Spielen: Der gläserne Kunde
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