Europa fest in der Hand der Heimcomputer

Special Simon Fistrich Alexander Funke

Lest im vierten Teil unseres großen History-Specials über die Geschichte der Videospiele, wie in den frühen 90er-Jahren Spiele erschaffen wurden, die noch heute die Games-Landschaft bedeutend prägen.

Europa fest in der Hand der Heimcomputer


Sim City: Mit diesem Spiel macht sich Designer Will Wright bereits Ende der 80er unsterblich. Quelle: Maxis Sim City: Mit diesem Spiel macht sich Designer Will Wright bereits Ende der 80er unsterblich. Während der Game Boy bei vielen Menschen wieder ein Bewusstsein für Videospiele entwickelt, bleiben Heimcomputer vor allem in Europa eine Macht, nicht zuletzt wegen der vielen anspruchsvollen Titel. Maxis' Sim City ist eine Wirtschaftssimulation und gibt dem Genre einen heftigen Schub. Das Konzept ist genial und suchterzeugend: Der Spieler übernimmt den Posten des Bürgermeisters einer Stadt und baut seine Metropole langsam auf, Steuerung der wichtigsten urbanen Kreisläufe inklusive. Im Laufe der kommenden Jahre wird das ursprünglich auf dem Macintosh veröffentlichte Sim City auf die anderen gängigen Plattformen umgesetzt.

Ein besonderes Subgenre der Wirtschaftssimulationen sind die God-Games, die von Bullfrogs Populous 1989 begründet werden. Hier wird das Prinzip von Sim City auf eine göttliche Ebene gehievt und der Spieler muss sogar ganze Landmassen angleichen und optimale Lebensbedingungen für sein Volk schaffen. Deutlich strategischer spielt sich die comichafte Umsetzung des Südstaaten-Krieges North & South. Aufgelockert durch kleine Jump&Run-Sequenzen versuchen etliche Spieler in Stratego-Manier mit einem Augenzwinkern, dem lange vergangenen Krieg ihren Stempel aufzudrücken. Ein Revival der Jump & Runs auf Heimcomputern leitet aber ein anderer Titel ein: Prince of Persia. Das bockschwere Spiel von Jordan Mechner ist eigentlich ein Action-Adventure, erregt aber durch die butterweichen Animationen und die tolle Atmosphäre großes Aufsehen.

Populous: Das erste Meisterwerk des britischen Spieledesigners Peter Molyneux, das später für fast alle wichtigen Plattformen ungesetzt wird. Quelle: Bullfrog Populous: Das erste Meisterwerk des britischen Spieledesigners Peter Molyneux, das später für fast alle wichtigen Plattformen ungesetzt wird. Revolutioniert wird das Genre allerdings auf einer Videospielkonsole. Nintendos Super Mario Bros. 3 für das NES erobert 1988 Japan, 1990 die USA und ein Jahr später schließlich auch Europa im Sturm. Shigeru Miyamotos Meisterwerk gilt seither als das Maß aller Dinge und ist selbst knapp 20 Jahre später in puncto Leveldesign, Umfang und Ideen unerreicht. Der Erfolg des Spiels und die zunehmende Popularität des Game Boy veranlasst Nintendo, auch etwas riskantere japanische Konzepte in den Westen zu bringen. Final Fantasy erreicht 1990 auch den U.S.-Markt, schafft es jedoch nicht nach Europa. Nach Phantasy Star und Dragon Warrior (in Japan Dragon Quest, das erste Rollenspiel, das ausschließlich in der Von-oben-Perspektive präsentiert wird) kommt das dritte große Japano-RPG auch in den Staaten. Für viele ist es zu dem Zeitpunkt auch das beste, vor allem aufgrund der relativ komplexen Geschichte.

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  1. Seite 1 Einleitung + Die Hochzeit der Heimcomputer
  2. Seite 2 Letzte Höhepunkte
  3. Seite 3 Spielen immer und überall
  4. Seite 4 Europa fest in der Hand der Heimcomputer
  5. Seite 5 Wachablösung
  6. Seite 6 Auf zu neuen Ufern
  7. Seite 7 Die Deutschen siedeln
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