Crusader: No Remorse: Konsolenumsetzungen und die Suche nach Crusader 3

Special Felix Schütz
Crusader: No Remorse: Konsolenumsetzungen und die Suche nach Crusader 3
Quelle: GOG, PC Games

Das erste Crusader wurde noch für Konsolen portiert, doch der geplante dritte Teil schaffte es dafür nie über die Ziellinie. Wir finden: Es wird Zeit für ein Remake!

Im Vergleich zu No Remorse ist der Nachfolger auch ein gutes Stück kniffliger, der Schwierigkeitsgrad zieht schon im ersten Level deutlich an. Die Grafik fällt ein bisschen detailreicher aus, es gibt neue Videosequenzen und einen frischen Soundtrack obendrauf. Die Story ist aber simpler gestrickt als im Vorgänger und es gibt auch weniger Level.

Am Ende bleibt deshalb der Eindruck, "nur" ein gutes Add-on zu spielen, aber darum fehlt ja auch die Zwei im Titel. Die Wertungen fallen zwar noch positiv aus, doch an den Erfolg von No Remorse kann der Nachfolger nicht mehr anknüpfen.

Kurz nach dem Release von Crusader: No Regret nimmt Tony Zurovec seinen Hut und verlässt Origin Systems. Einen Plan hat er bereits: Gemeinsam mit Chris Roberts und einigen anderen Origin-Veteranen ruft Zurovec eine neue Firma ins Leben: Digital Anvil. Das Studio hat große Ambitionen, dort sollen eines Tages Spiele wie Starlancer, Freelancer und Conquest: Frontier Wars entstehen. (Tipp: Zum beliebten Freelancer findet ihr hier ein eigenes Retro-Special.)

Crusader auf Playstation und Saturn

Für Crusader wird die Luft nun zwar dünner, doch zumindest ist das Ende noch nicht erreicht: Publisher EA hat nämlich parallel zu No Regret auch noch zwei Konsolenumsetzungen von No Remorse in Auftrag gegeben. Diese Portierungen für Sony Playstation und Sega Saturn entstehen aber nicht bei Origin selbst, sondern bei dem eher unbekannten US-Studio Realtime Associates. Die Konsolenfassungen sind gar nicht so übel, ernten bei Release aber nur gemischtes Feedback.

Crusader: No Regret bietet nicht viel Neues, spielt sich aber gut. Es ist auch deutlich kniffliger als der Vorgänger. Quelle: PC Games Crusader: No Regret bietet nicht viel Neues, spielt sich aber gut. Es ist auch deutlich kniffliger als der Vorgänger. Der auffälligste Rückschritt ist die halbierte Auflösung von 320 mal 240 Bildpunkten, da die Konsolen einfach nicht in der Lage sind, das Spiel in SVGA darzustellen. Im Gegenzug können die Entwickler aber flüssiges Scrolling realisieren, was auf dem PC nicht möglich war. Inhaltlich bleibt das Spiel größtenteils intakt, allerdings müssen die Entwickler viele Änderungen am Leveldesign vornehmen und die weitläufigen Missionsgebiete in kleinere Abschnitte aufteilen, die über Teleporter verbunden sind. Das führt zu mehr Ladezeiten und wenig überraschend ist auch die Controller-Steuerung erst mal gewöhnungsbedürftig. Mit etwas Eingewöhnung ist Crusader aber auch auf Konsole ganz gut spielbar, doch das bekommen nur die wenigsten mit: Ein großer Verkaufserfolg werden die Umsetzungen nämlich nicht.

Die Playstation-Version entstand ohne Tony Zurovec. Sie bietet sanftes Scrolling, erreicht aber nur 320x240 Pixel. Quelle: PC Games Die Playstation-Version entstand ohne Tony Zurovec. Sie bietet sanftes Scrolling, erreicht aber nur 320x240 Pixel. Während dieser Zeit widmet sich Tony Zurovec bereits anderen Aufgaben. Bei Digital Anvil werkelt er lange an dem fortschrittlichen Actionspiel Loose Cannon, das aber ebenfalls nie das Licht der Welt erblicken soll. Nachdem Digital Anvil im Jahr 2000 von Microsoft gekauft wird, bricht Zurovec ein weiteres Mal seine Zelte ab und gründet ein neues Software-Unternehmen namens Superluminal.

Dieses Studio wird in den nächsten Jahren zwar jede Menge Software entwickeln, doch um den Crusader-Vater selbst wird es lange Zeit still. Erst im Juni 2014 kehrt Zurovec wieder auf die Bildfläche zurück, als er einen wichtigen Job bei Cloud Imperium Games annimmt. In einem langen Video-Gespräch plaudert Zurovec mit Chris Roberts über seinen Werdegang, die Crusader-Serie, das eingestellte Loose Cannon (inklusive Spielszenen) und seinen Weg zu Star Citizen, wo er seitdem über das persistente Universum des Mammutprojekts wacht.

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Die Suche nach Crusader 3

Für Crusader ist allerdings schon nach No Regret der Ofen aus. Gerüchteweise hat EA noch mehrere Anläufe gestartet, um die Marke wiederzubeleben. Im Netz kursieren zum Beispiel Infos zu einem eingestellten Projekt namens Crusader 3: No Mercy, das erstmals auch 3D-Technik umfassen sollte. Und auch von einem Online-Shooter namens Crusader: No Survivors wird hier und da gemunkelt, doch nichts davon wird jemals auf die Spieler losgelassen.

Interessant ist besonders ein Versuch, über den später der Crusader-Komponist Andrew Sega geplaudert hat. In einem Interview (archiviert via archive.org) erzählt er, das unbekannte, slowakische Entwicklerteam Outsider Development habe schon 2006 versucht, Electronic Arts von einem neuen Spiel zu überzeugen. Es sollte den Titel Crusader: No Pity und tragen und war exklusiv für die PSP konzipiert. Diese Spielszenen, die schon seit Jahren auf Youtube rumgeistern, sollen angeblich den Prototypen zeigen, der EA damals vorgelegt wurde. Andrew Sega hat für diese Version sogar eine neue Version der beliebten Titelmusik beigesteuert. Vergeblich, denn auch aus dem Projekt wurde leider nichts.

Crusader ist also Geschichte, die Marke begraben. Ein schwacher Trost: EA hat zumindest noch kein Mobile- oder Browser-Game daraus gestrickt. Doch wenn man sich anschaut, wie viele Fans die beiden Originalspiele immer noch in Ehren halten, blutet uns ein bisschen das Herz. Ein Reboot oder zumindest ein schickes Remake wären lange überfällig.

Crusader heute spielen? Kein Problem!

Zumindest lassen sich Crusader: No Remorse und No Regret aber heute wieder ganz unkompliziert zocken: Auf GOG.com könnt ihr beide Spiele für ein paar Euro mitnehmen und in der EA App - oder wie auch immer die jetzt gerade heißt - werden sie natürlich ebenfalls angeboten. Keine Sorge, beide Fassungen laufen problemlos auf modernen Rechnern, ihr braucht euren alten Pentium 60 also nicht extra dafür rauskramen. Den ersten Teil gibt's zwar leider nur auf Englisch, aber dafür sind beide Spiele auch komplett ungeschnitten. Das einzige Hindernis ist die bockige Steuerung, die etwas Überwindung und Einarbeitung kostet. Hat man das aber erst mal hinter sich gebracht, kann man Crusader problemlos nachholen - oder einfach mal wieder in schönen, bleihaltigen Erinnerung schwelgen.

Hier könnt ihr euch die Spiele kaufen, der Preis liegt bei 5 Euro:

Crusader ist sicher kein zeitloses Spiel, das heute noch so knallt wie vor 28 Jahren. Aber durch sein 2D-Design sieht es immer noch erstaunlich hübsch aus, das Spiel macht Laune und hat aus gutem Grund bis heute seine Fans. Dass EA so bald ein neues Crusader ankündigt, halten wir zwar für sehr, sehr unwahrscheinlich, aber: Es sind auch schon merkwürdigere Dinge geschehen. Falls die Marke also irgendwann doch noch ein unerwartetes Comeback feiert, wären wir auf jeden Fall wieder mit dabei. Und ihr? Wünscht ihr euch ein Comeback von Crusader? Wie habt ihr die Reihe damals erlebt? Nutzt die Kommentarfunktion und schreibt uns, was ihr über Crusader denkt!

  1. Seite 1 Crusader: No Remorse - Retro: Keine Gnade, keine Reue
  2. Seite 2 Crusader: No Remorse - Retro: Zerstörung zum Staunen
  3. Seite 3 Crusader: No Remorse - Retro: Steuerung und Videos
  4. Seite 4 Crusade: No Remorse - Retro: Musik, Atmosphäre und Fortsetzung
  5. Seite 5 Crusader: No Remorse - Retro: Konsolenports und Crusader 3
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