Crusader: No Remorse im Retro-Special: Diese Grafik hat uns damals umgehauen!
Special
Mit detailverliebter 2D-und beeindruckendem Zerstörungssystem zog Crusader der Konkurrenz davon.
Doch anders als heute waren Spiele mit einer USK-Freigabe noch nicht vor Indizierung geschützt: 1997, also rund zwei Jahre nach seinem Release, landete Crusader: No Remorse schließlich doch noch auf dem deutschen Index, laut Begründung sei Crusader: No Remorse ein "brutales Tötungs- und Metzelspiel". Damit blieb Crusader für lange Zeit aus den Händlerregalen verschwunden. Erst 2014 wurde die Indizierung wieder rückgängig gemacht, das Spiel ist heute wieder frei über GOG.com und die EA App erhältlich.
Edelgrafik statt Pixelmatsch
Versetzen wir uns zurück ins Jahr 1995. Eine spannende Zeit für Gamer! Die Diskette ist bereits ein Auslaufmodell, die erste Playstation erscheint endlich in Europa und 3D-Actionspiele werden immer gefragter. Titel wie Doom, Descent oder Mechwarrior 2 erfreuen sich vor allem auf dem PC großer Beliebtheit und kurbeln die Hardware-Verkäufe kräftig an. Doch obwohl der 3D-Trend klar erkennbar ist, will Crusader davon nichts wissen.
Stattdessen setzt das Team um Tony Zurovec lieber auf eine isometrische 2D-Draufsicht, die man so ähnlich schon aus Little Big Adventure kennt. (Später wird sie auch noch in Spielen wie Diablo und Fallout zum Einsatz kommen.) Das ermöglicht den Entwicklern einen ungeahnten Detailgrad, der in 3D noch undenkbar wäre.
Quelle: PC Games
Crusader: No Remorse erstrahlt in 640x480 Bildpunkten bei 256 Farben.
Die Rechnung geht auf, denn bei Release sorgt Crusader für Staunen: Das Actionspiel setzt zwar eine SVGA-Grafikkarte voraus, erstrahlt dafür aber auch in einer knackscharfen Auflösung von 640 mal 480 Bildpunkten - und das bei 256 Farben, was mit dem veralteten VGA-Standard nicht mehr möglich war. Im August 1995 ist das noch alles andere als selbstverständlich! Im Gegensatz zu Wing Commander 3 ist Crusader allerdings kein Hardware-Fresser, das Spiel läuft - ganz untypisch für Origin - sogar schon auf einem 486er DX2/66 mit 8MB RAM und Double-Speed-CD-Laufwerk sehr anständig. Und wer einen DX4/100 oder sogar schon einen teuren Pentium-Prozessor im Gehäuse hat, muss sich um die Performance überhaupt keine Sorgen mehr machen.
In diesem Artikel
- Seite 1 Crusader: No Remorse - Retro: Keine Gnade, keine Reue
- Seite 2 Crusader: No Remorse - Retro: Zerstörung zum Staunen
- Seite 3 Crusader: No Remorse - Retro: Steuerung und Videos
- Seite 4 Crusade: No Remorse - Retro: Musik, Atmosphäre und Fortsetzung
- Seite 5 Crusader: No Remorse - Retro: Konsolenports und Crusader 3
- Seite 6 Bildergalerie
Die hochauflösende Grafik ist Tony Zurovec eine Herzensangelegenheit, eine Pixeldichte von 320 x 240 kommt für ihn nicht in Frage. Als Programmierer weiß er allerdings, dass er dafür einen hohen Preis bezahlen muss: Flüssiges Scrolling, so wie man es aus vielen anderen Spielen kennt, lässt sich in dieser Auflösung nicht realisieren, die damalige Hardware gibt es einfach nicht her. Aus Performance-Gründen bauen die Entwickler deshalb ein anderes System ein, das den Bildausschnitt immer wieder ruckartig verschiebt, sobald der Held einen bestimmten Teil des Levels erreicht. Das ist gewöhnungsbedürftig und führt schlimmstenfalls sogar dazu, dass man einen Gegner manchmal später zu sehen bekommt, als einem lieb ist.
Beeindruckende Zerstörung
Doch spätestens, wenn man zum ersten mal den Abzug betätigt und die ersten Explosionen über den Bildschirm donnern, ist das fehlende Scrolling so gut wie vergessen. Denn Crusader setzt auf ein beeindruckendes Zerstörungssystem, das schnell zu seinem Markenzeichen wird: So gut wie alles auf dem Bildschirm lässt sich irgendwie zerschießen oder in die Luft jagen! Tanks und Fässer explodieren spektakulär, Geländer verbiegen sich, Inneneinrichtung geht in die Brüche und Gerätschaften geben funkensprühend ihren Geist auf. Sogar kleinste Bürogegenstände, Zimmerpflanzen und Glaswände zerbröseln unter Beschuss! Origins Grafiker haben sich wirklich ins Zeug gelegt und so viele Details wie möglich in die Level gepackt. Das sorgt für ein Spielgefühl, das Crusader weit von der damaligen 3D-Konkurrenz abhebt.
Die Zerstörungseffekte sind aber nicht nur schick anzusehen, sondern auch ein wichtiger Teil des Gameplays. Was, wenn man mal wieder vor einer verschlossenen Tür steht, ohne die passende Schlüsselkarte zur Hand? Genau, einfach eine Bombe vor die Tür setzen, auf Abstand gehen und dann den Fernzünder betätigen. In der Tür klafft nun ein breites Loch, dadurch wird zwar sofort Alarm ausgelöst - doch immerhin ist der Weg nun frei.
Quelle: PC Games
Wenn ihr Generatoren zerstört, deaktiviert ihr damit oft Fallen oder Barrieren.
Action mit Köpfchen
Überhaupt ist der Klang des Alarmsystems ein ständiger Begleiter. Sämtliche Level sind vollgestopft mit Überwachungskameras, winzig kleinen Lichtschranken, Druckplatten und anderen Mechanismen, die dafür sorgen, dass sofort Verstärkung herbeiteleportiert wird. Schlimmer noch: Ab und zu werden gefährliche Mechs aktiviert, die sofort in den Wachmodus übergehen. Und da praktisch jeder Raum noch mit Selbstschussanlagen oder anderen Fallen ausgestattet ist, sollte man es sich schon zwei Mal überlegen, ob man blindlings durch die nächste Tür rennt.
Wer aber die Augen offen hält, entdeckt Schlüsselkarten, Munition oder Geheimräume voller Items. Ihr solltet auch die vielen Computer benutzen, die in jedem Level verteilt sind - das kostet zwar Zeit und Nerven, aber damit kann man dann zum Beispiel Energiebarrieren abschalten oder Codes entdecken, um Tresore oder neue Bereiche zu öffnen. Richtig cool: Ab und zu erhält man sogar die Kontrolle über einen schwer bewaffneten Mech! Damit darf man sich dann für kurze Zeit einfach munter durch die Gegnerreihen ballern und den Level genüsslich auseinander nehmen.
- Seite 1 Crusader: No Remorse - Retro: Keine Gnade, keine Reue
- Seite 2 Crusader: No Remorse - Retro: Zerstörung zum Staunen
- Seite 3 Crusader: No Remorse - Retro: Steuerung und Videos
- Seite 4 Crusade: No Remorse - Retro: Musik, Atmosphäre und Fortsetzung
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