Crusader: No Remorse im Retro-Special: Tolle Atmosphäre und ein gelungener Nachfolger
Special
Mit Crusader: No Remorse gelang Origin ein kleiner Überraschungserfolg. Kein Wunder, dass so schnell wie möglich ein Nachfolger zusammengezimmert wurde.
Die mit Abstand schrägste Figur im Rebellenteam ist Weasel: Das hochnervöse Kerlchen quatscht einem zwar das Ohr ab, ist aber der einzige Waffenhändler im Spiel. Bei ihm könnt ihr euch nach jeder Mission mit neuen Pistolen, MGs, Shotguns, Raketenwerfern, Lasern und Plasmawummen und einigem ehr eindecken. Den Kauf muss man sich allerdings gut überlegen, denn ihr könnt eure Knarren hinterher nicht wieder verscherbeln und zu Geld machen.
Aus heutiger Sicht eher schräg: Im Shopt erfahrt ihr überhaupt nicht, wozu der ganze Kram eigentlich gedacht ist! Was macht denn eigentlich so ein Plasma Generator? Wozu brauche ich eine Fusionsbatterie? Und was lässt sich mit einem EM4-Vortex-Pulsgewehr anstellen?
All diese Infos gibt es... allerdings nicht im Spiel selbst! Denn wie die meisten Origin-Titel aus der Ära erscheint auch Crusader in einer schicken Schachtel, die neben der Spiel-CD noch jede Menge schickes Begleitmaterial enthält. In den Heftchen werden nicht nur wichtige Spielelemente erklärt, sondern auch die Hintergrundgeschichte und die Charaktere kräftig ausbaut - reinschauen lohnt sich also.
In diesem Artikel
- Seite 1 Crusader: No Remorse - Retro: Keine Gnade, keine Reue
- Seite 2 Crusader: No Remorse - Retro: Zerstörung zum Staunen
- Seite 3 Crusader: No Remorse - Retro: Steuerung und Videos
- Seite 4 Crusade: No Remorse - Retro: Musik, Atmosphäre und Fortsetzung
- Seite 5 Crusader: No Remorse - Retro: Konsolenports und Crusader 3
- Seite 6 Bildergalerie
Musik von morgen
Bemerkenswert ist auch der elektronische Soundtrack, der für seine Zeit ziemlich fortschrittlich daherkommt. Denn wo die Musik in vielen anderen PC-Spielen noch auf Midi/FM Synthesis basiert, entwickelt Origin lieber eine eigene Sound-Engine (Asylum Sound System), die MOD-Dateien mit digitalen Samples verwendet und über einen speziellen Player abspielt. Das Verfahren stellt für die Komponisten Andrew Sega und Dan Gardopée eine Herausforderung dar, doch das Ergebnis kann sich trotzdem hören lassen! Speziell die Musikstücke aus dem Hauptmenü oder der ersten Mission haben sich ins Gedächtnis vieler Fans eingebrannt und sind bis heute noch sehr beliebt.
Quelle: PC Games
In der Rebellenbasis könnt ihr kurz verschnaufen, Nachrichten schauen, handeln und Gespräche (in Videoform) mit NPCs führen.
Trotz der hochwertigen Musik gibt sich Crusader mit einer einzigen CD-ROM zufrieden: Irgendwie ist es Origin damals gelungen, den umfangreichen Soundtrack, massenhaft Charakteranimationen und jede Menge Videos auf nur eine Disc zu pressen. Lästiges CD-Wechseln bleibt einem also erspart.
Die Firma dankt
Crusader ist aber kein Spiel, das sich auf seiner starken Präsentation ausruht, auch das Gameplay unterhält bis zum Schluss. Der Spielablauf wird zwar nach einer Weile etwas eintönig, hier und da gerät die Suche nach Schlüsselkarten mühsam und manche Level könnten vielleicht auch eine Spur kleiner sein - doch am Ende überwiegen klar die Stärken. Und das spiegelt sich auch in den Wertungen wider: Crusader: No Remorse fährt bei Release jede Menge gute Kritiken ein, sogar ein paar Preise für das beste Actionspiel des Jahres sind dabei. In PC Games 12/1995 testen wir Crusader auf drei Seiten, das Spiel erntet eine Spielspaßwertung von 89 Prozent. (Bock auf eine dicke Ladung Nostalgie? Hier gibt's 30 Jahre PC Games im XXL-Rückblick!)
Quelle: PC Games
Das Intro von Crusader: No Remorse ist kurz, aber stimmungsvoll.
Auch die Verkaufszahlen entwickeln sich viel positiver als anfangs gedacht. So positiv, dass EA sofort einen zweiten Teil in Auftrag gibt. Weil der allerdings schon ein Jahr später erscheinen soll, ist allen Beteiligten klar, dass in dieser Zeit keine großen Neuerungen zu erwarten sind. Aus diesem Grund weigert sich Tony Zurovec, das Spiel Crusader 2 zu nennen, übrigens sehr zum Leidwesen der Marketingabteilung. Stattdessen entscheidet man sich für einen simpleren Titel: Crusader - No Regret.
No Regret: Die Fortsetzung
Crusader: No Regret erscheint im September 1996 und setzt 46 Stunden nach Crusader: No Remorse ein. Und man sieht auf den ersten Blick, was einen erwartet: Mehr Crusader, mehr vom Alten - aber immerhin mit ein paar sinnvollen Verbesserungen im Gepäck. So kann sich der Silencer nun nach vorne abrollen und auch die Gegner agieren etwas cleverer und können jetzt zum Beispiel aus ihrer Deckung heraushechten. Es gibt neue Waffen, neue Assets, neue Gegner, neue Mechs und neue Ausrüstung - das Gameplay ist damit zwar nicht grundlegend anders, aber zumindest verfeinert.
- Seite 1 Crusader: No Remorse - Retro: Keine Gnade, keine Reue
- Seite 2 Crusader: No Remorse - Retro: Zerstörung zum Staunen
- Seite 3 Crusader: No Remorse - Retro: Steuerung und Videos
- Seite 4 Crusade: No Remorse - Retro: Musik, Atmosphäre und Fortsetzung
- Seite 5 Crusader: No Remorse - Retro: Konsolenports und Crusader 3
