Civ 7 im Mega-Test: Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken!
Test
Im Vorfeld waren die Zeitalterwechsel sehr umstritten. Im Test zeigt sich, das ist genau das Feature, was Civ 7 so gut macht. Aber gleichzeitig schwächelt das Strategiespiel an anderen Stellen.
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Entscheidend für meinen Erfolg waren aber auch die Vermächtnisse, die ich mir im jeweils vorherigen Zeitalter erspielt hatte. Für jeden geschafften Meilenstein darf ich beim Wechsel nämlich Vorteile fürs nächste Zeitalter aussuchen. Etwa, dass Amphitheater ihre Wirkung in Akt 2 nicht verlieren. Manche davon sind sogar einzigartig für das gespielte Volk.
In einer anderen Partie mit Friedrich war es aber genau andersherum. Da habe ich militärisch und expansiv gespielt, worunter meine Forschung und Wirtschaft gelitten haben. Also bin ich im zweiten Zeitalter einfach umgeschwenkt und habe mich dann eher auf Forschung und Kultur konzentriert. Dadurch konnte ich in der Moderne gestärkt zu meinem ursprünglichen Plan zurückkehren und einen Militärsieg durchsetzen.
Den Entwicklern ist hier ein guter Mittelweg gelungen. Durch den Wechsel und die Soft-Resets zwischen den Zeitaltern ist auch das letzte Drittel einer Partie noch spannend, weil man den anderen nicht völlig uneinholbar davonrennen kann. Gleichzeitig ist es aber trotzdem möglich, deutlich zu dominieren, wenn man auf dem Weg zur Moderne gut spielt.
Quelle: PC Games
Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (39)
Mehr Kontrolle trotz fehlender Arbeiter
Sehr gelungen ist auch die neue Handhabung der Städte, die sich super in das flexible Spielgefühl einfügt. Arbeiter sind passé und auch das Bezirks-Tetris aus Civ 6 gibt's nicht mehr.
Stattdessen klickt man einfach Infrastrukturen und Gebäude direkt auf die Karte, wodurch die Stadt wächst. Das gibt mir die volle Kontrolle und sorgt gleichzeitig für ein wunderbar organisches Stadtbild. Tüftler wie ich toben sich außerdem mit den Spezialisten aus, die vorhandene Gebäude verstärken und so sehr mächtige Kombinationen ermöglichen.
Besonders gut gefällt mir dabei, dass es auch im späten Spiel noch Sinn macht, neue Städte zu gründen. In Civ 7 kann ich frische Städte viel schneller zu einer stattlichen Größe bringen, sodass sie noch relevant sind. Das hängt auch mit der neuen Unterteilung in Städte und Gemeinden zusammen.
Jede neu gegründete Siedlung nach der ersten startet erstmal als Dörfchen. Dort kann ich zwar nichts bauen, dafür wächst die Gemeinde aber schneller und zahlt Steuern. Diese Gemeinden können später entweder spezialisiert werden oder zu Städten aufgestuft. Und beides hat seine Vorteile, weil Städte von spezialisierten Gemeinden mit Nahrung versorgt werden.
So kann ich steuern, welche Teile meines Reichs zu Metropolen heranwachsen und welche eher ländliche Gebiete bleiben. Nur eines ist blöd dran: Ich kann nicht entscheiden, welche Gemeinde konkret welche Stadt mit Nahrung versorgt. Da hätte ich mir mehr Kontrolle gewünscht.
Quelle: PC Games
Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (36)
Warenwirtschaft
Die gezielte Förderung von Städten und Gemeinden nehme ich jetzt auch mit der neuen Ressourcenverteilung vor. Solange abgebaute Rohstoffe ans Transportnetz angeschlossen sind, kann ich sie bei Bedarf umverteilen. Zum Beispiel, um Städte in kargen Landschaften mit dringend gebrauchter Nahrung aufzupäppeln oder Zufriedenheitsengpässe auszugleichen.
Ganz spannend sind dabei auch die sogenannten Reichsressourcen, die einfach einen passiven Bonus verleihen. Mit Eisen, Salpeter oder Öl werden meine Einheiten im Kampf stärker. Mit Luxusgütern wie Silber oder Gold kann ich dagegen zum Beispiel Gebäude und Einheiten günstiger kaufen - sehr praktisch!
Das Coole daran: Wenn mir wichtige Rohstoffe fehlen, weil ich Pech mit meiner Kartenposition habe, kann ich mit Händlern einfach meine Nachbarn anzapfen. Dafür schicke ich den Kaufmann zu einer Stadt, die in Handelsreichweite ist und bekomme ein Exemplar jeder dort verfügbaren Ressource. Und bei meinem Handelspartner steigen dafür die Einnahmen pro Runde.
Quelle: PC Games
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Diplomatisch, praktisch, gut
Überhaupt sind die Zeiten von nervigem Hin- und Hergeschiebe von Geld und Rohstoffen über den Diplomatie-Screen vorbei. In Civ 7 nutze ich meinen diplomatischen Einfluss stattdessen, um mit anderen Spielern zusammenzuarbeiten oder ihnen Steine in den Weg zu legen.
Um etwa einen kulturellen Austausch anzuregen oder die Nahrungsversorgung von gegnerischen Städten zu torpedieren. Oder ich nutze meinen Einfluss dafür, meinem Gegenüber Technologien zu stehlen oder sein Militär zu infiltrieren. Das Spannende daran: Das ist meistens keine einseitige Sache. Wenn ich eine Zusammenarbeit vorschlage, kann mein Gegenüber akzeptieren, es sogar unterstützen oder ablehnen. Je nachdem profitieren wir beide unterschiedlich davon.
Das macht wesentlich mehr Spaß als die diplomatischen Auseinandersetzungen in früheren Teilen. Nach vielen Spielstunden hätte ich mir aber noch etwas mehr Möglichkeiten gewünscht. Man schaltet zwar bis ins letzte Spieldrittel neue Aktionen frei, aber die sind dann ziemlich spezifisch. Trotzdem ist die neue Diplomatie eine riesige Bereicherung für die Reihe!
