Civ 7 im Mega-Test: Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken!

Test Viktor Eippert Matthias Dammes
Civ 7 im Mega-Test: Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken!
Quelle: PC Games

Im Vorfeld waren die Zeitalterwechsel sehr umstritten. Im Test zeigt sich, das ist genau das Feature, was Civ 7 so gut macht. Aber gleichzeitig schwächelt das Strategiespiel an anderen Stellen.

Schade ist dagegen, dass man sich die letzten paar Technologien im Forschungsbaum im Grunde nur noch holt, um an die Zukunftstechnologie ranzukommen. Damit ergattere ich mir einen Attributpunkt für meinen Anführer und lasse gezielt das Zeitalter schneller voranschreiten.

Aber Gebäude oder Einheiten, die ich in den letzten 10-20 Runden einer Epoche freischalte, haben kaum noch einen Effekt. Sie veralten kurz darauf ja direkt wieder. Es geht in Civ 7 also noch stärker darum, in welche Bereiche des Forschungsbaums man gezielt möglichst schnell vordringt, anstatt in der Breite zu forschen.

Besonders stark wirkt sich das bei den Kulturforschungen aus, weil ich hier verschiedene Unterbäume zur Verfügung habe - aber ich kann nicht in allen gleichzeitig forschen. Denn jedes Volk bringt einzigartige Kulturforschungen mit, die besonders interessante oder starke Boni und Gebäude freischalten. Und ab der Erkundung gibt es obendrein noch einen dritten Abschnitt, der sich um Religion beziehungsweise Ideologien dreht. Ich muss mich also immer entscheiden, wie ich meine Prioritäten setze, da alles gute Optionen bietet.

Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (28) Quelle: PC Games Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (28)

Welcher Sieg darf's denn sein?

In der Moderne geht's dann aufs Ganze. Auch hier stehen mir die vier Pfade zur Wahl und ich muss Meilensteine erreichen, bevor der jeweilige Siegtyp freigeschaltet wird. Beim Wissenschaftspfad geht es ganz traditionell um den Start einer Rakete ins Weltall. Kulturspieler buddeln derweil Artefakte aus Ruinen aus und militärische Spieler gehen auf Shoppingtour bei ihren Nachbarn. Unterstützt durch schlagkräftige Argumente, versteht sich.

Ganz neu ist diesmal der Wirtschaftssieg, für den ich eine Industriemacht mit Bahnhöfen und Fabriken aufbaue, die dann bestimmte Waren verarbeiten. Ist das geschafft, muss ich noch mit einem Bankier in alle Hauptstädte reisen, um die Weltbank zu etablieren. Die vier Siegtypen spielen sich schön unterschiedlich und funktionieren prinzipiell alle gut.

Allerdings ist die Balance wie schon in den Vorgängern nicht so ganz ausgereift. Den Kultursieg erlangt man aktuell deutlich schneller und einfacher als seine drei Alternativen.

Ich finde es auch seltsam, dass man ausgerechnet bei diesem Siegtyp die Gegner nicht wirklich ausbremsen kann, außer selbst beim Wettkampf um die Artefakte mitzumischen. Wieso kann ich den anderen Spielern die Dinger nicht mit Spionen stibitzen wie im Vorgänger?

Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (19) Quelle: PC Games Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (19) Außerdem ist es schade, dass der letzte Schritt bei drei von vier Pfaden komplett gleich ist: Man schaltet nämlich immer eine Art Superprojekt frei, dass man in einer Stadt aufbauen muss. Danach kommt dann ein nettes kleines Abschlussfilmchen und das war's.

Abgesehen davon kann man auch alle anderen Spieler ausradieren oder die meisten Meilensteine in der Moderne sammeln und den Zeitalterfortschritt auf 100% prügeln, um einen Punktesieg einzufahren. Unabhängig vom Sieg kann man in Civ 7 danach übrigens nicht weiterspielen. Einen "Nur noch eine Runde"-Button sucht man diesmal bisher vergeblich!

Enges Korsett durch Ideologien

Was sich während meiner Partien als zweischneidiges Schwert entpuppte, sind die Ideologien in der Moderne. Mit der Zeit kann jeder Spieler eine von drei Ideologien annehmen. Das ist besonders für den Militärpfad entscheidend, um schneller ans Ziel zu kommen. Dadurch bilden sich dann aber automatisch Blocks, weil sich die Beziehungen zu Anführern anderer Ideologien massiv verschlechtern. Und wenn in Civ 7 die Beziehung zu negativ wird, zerbröseln sogar aktive Allianzen.

In meiner Partie mit Friedrich dem Großen war ich zum Beispiel über alle drei Akte hinweg best friends mit Himiko. Bis wir dann in der Moderne unterschiedlichen Lagern angehörten und das per Definition gar nicht mehr möglich war. Fairerweise ist die Übernahme einer Ideologie komplett optional und für drei der vier Siegtypen nicht notwendig. Etwas extrem finde ich das aber trotzdem.

Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (17) Quelle: PC Games Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (17)

Viel mehr Flexibilität

Klasse finde ich dagegen die hohe Flexibilität, die mir Civ 7 mit der Zeitaltermechanik und dem dazugehörigen Wechsel der Zivilisation an die Hand gibt. So kann ich wie früher sehr fokussiert spielen und in einem Bereich stark dominieren. Mit Ashoka habe ich zum Beispiel in einer Partie so stark auf Zufriedenheit und Kultur gesetzt, dass es bis in die Moderne massiv eskaliert ist.

Das hat deshalb so gut funktioniert, weil ich einerseits dafür passende Völker gewählt habe. Welche ich bei einem Zeitalterwechsel aussuchen darf, hängt von ein paar Faktoren ab. Allerdings kann ich jedes davon mit bestimmten Bedingungen freischalten - und das ist nicht sonderlich schwer, wenn man etwas Spielerfahrung hat. Wer also Favoriten hat, kann seine Idealkombination durchziehen.

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