Civ 7 im Mega-Test: Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken!
Test
Im Vorfeld waren die Zeitalterwechsel sehr umstritten. Im Test zeigt sich, das ist genau das Feature, was Civ 7 so gut macht. Aber gleichzeitig schwächelt das Strategiespiel an anderen Stellen.
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Stellt euch eine Partie Civ 7 ein wenig wie ein gutes Buch vor. Oder eine gute Serienstaffel. Die ersten beiden Akte bauen zunehmend das große Finale im dritten Akt auf. Gleichzeitig erzählen sie aber auch schon spannende Kapitel, die für sich genommen interessant sind und einen Spannungsbogen haben. Das können intensive Grenzkriege sein, der Wettlauf um die Weltwunder oder der Aufbau von Diplomatie- und Handelsbeziehungen. Alles angefeuert von den neuen Meilensteinen.
Konkurrenz belebt die Partie
Denn in jedem Akt konkurriere ich mit den Gegnern in den vier zentralen Aspekten Militär, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft um verschiedene Ziele. Da geht's zum Beispiel darum, in der Antike sieben Weltwunder zu bauen. Oder im zweiten Zeitalter, der Erkundung, Schatzflotten mit Gütern aus der neuen Welt nach Hause zu schippern.
Als Spieler kann ich die Meilensteine bis zur Moderne zwar auch ignorieren und einfach meinen Stiefel runterspielen. Aber wichtig sind sie trotzdem, denn einerseits schalten sie Vorteile fürs nächste Zeitalter frei. Und andererseits wirken sie sich direkt auf den Zeitalterfortschritt aus. Je mehr Meilensteine zum ersten Mal erreicht werden, desto weiter schreitet die Zeit voran. Sobald der Zähler bei 100% ankommt, endet der aktuelle Akt und eine neue Ära bricht an.
Quelle: PC Games
Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (2)
Und dann wird's richtig spannend, weil plötzlich andere Aspekte in den Vordergrund treten, die teilweise sogar nur in diesem Akt relevant sind. In der Erkundung dreht sich alles um die Entdeckung und Kolonisierung der neuen Welt. Es entbrennt sofort ein spannender Wettkampf darum, wer zuerst dort ist. Wer kann sich als erstes die einzigartigen Waren sichern? Wem gelingt es, zuerst wichtige Schüsselstädte mit seiner Religion zu bekehren? Oder pfeift man einfach komplett auf die neue Welt und sichert sich die Dominanz in der alten Welt?
Mehr Dynamik über die volle Länge
Gleichzeitig erfährt die Spielwelt aber auch einen kleinen Reset bei jedem Zeitalterwechsel. Viele alte Gebäude sind dann nicht mehr so stark, laufende Kriege und Allianzen werden abgebrochen und Stadtstaaten werden durch neue neutrale Stämme ersetzt. Außerdem wird das Militär für alle Spieler auf den neusten Stand gebracht und es gibt neue Forschungsbäume.
All das sorgt in Civ 7 für mehr Dynamik im Verlauf einer Partie. Und es sorgt dafür, dass ich gegen Ende eines Zeitalters interessante Entscheidungen treffen muss. Lohnt sich eine langwierige Belagerung einer Stadt überhaupt noch? Konzentriere ich mich jetzt noch darauf, mir kurzfristige Vorteile zu holen, um zum Beispiel einen Meilenstein zu sichern? Oder investiere ich lieber in die Zukunft mit dem Bau von zeitlosen Gebäuden, die ihre Effekte nie verlieren?
Das geht sogar so weit, dass ich immer mal wieder entweder gezielt schnellstmöglich den Zeitalterwechsel eingeläutet habe, um meinen Vorsprung stärker auszuspielen. Oder absichtlich etwas verzögert habe, um noch ein wichtiges Weltwunder reinzuquetschen oder mich besser auf die nächste Epoche vorzubereiten.
Quelle: PC Games
Civilization 7 im Mega-Test: Switch 2 Update - Das neue Konzept geht super auf, wird aber nicht allen schmecken! (21)
Eine Krise ist noch kein Untergang
Und hier spielen auch die optional abschaltbaren Krisen am Ende der ersten zwei Akte mit rein. Die stellen alle Spieler nochmal vor eine Herausforderung, die je nach Krise unterschiedlich schwerwiegende Auswirkungen hat. Da es nämlich verschiedene Krisen gibt, kann ich mich nicht ideal auf alle Möglichkeiten vorbereiten. So hatte ich in meinen bisherigen vier Partien ein paar Krisen, die bestenfalls ein müdes Lächeln bei mir ausgelöst haben.
Aber ich hatte beispielsweise auch eine Pest, die plötzlich mehrere große Städte in meinem Reich lahmgelegt und dort stationierte Soldaten dahingerafft hat.
Oder noch schlimmer: In meiner zweiten Partie auf Gottheit-Schwierigkeit ist ein Drittel meines Reiches einfach mal eben zu anderen Spielern übergelaufen, weil die Zufriedenheit durch die Krise im Keller war. Ich hatte etwas zu stark expandiert und das dann nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Da habe ich dann etwas fassungslos auf den Monitor gestarrt, aber es war eben auch ein sehr spannender Moment, der mir in Erinnerung geblieben ist.
