Die Novellierung des Jugendschutzes ist derzeit in aller Munde. Wir haben mit dem "USK-Boss" Dr. Klaus Spieler gesprochen.
Gibt es Zahlen darüber, ob die Gewalt unter Jugendlichen in anderen Europäischen Ländern höher ist, weil der Jugendschutz dort nicht so hart ist?
Unterschiedliche Dev-Kits und Konsolenvarianten dominieren den Testraum
Wenn überhaupt, mache ich mir Gedanken über Österreich, das im Grunde keinen Jugendschutz hat, sich aber trotzdem im Bereich Jugendkriminalität von Deutschland höchstens positiv unterscheidet. Aber ich glaube, es ist nicht sinnvoll, das so zu betrachten, denn es geht eigentlich um etwas anderes.
Es geht um das Setzen von kulturellen Werten, die Werte der Erwachsenen. Wie schon gesagt, es ist das Recht der Eltern zu sagen, was sie für richtig und was sie für falsch halten. Ich möchte nicht, dass du Tiere quälst, zum Beispiel, egal wem das jetzt weh tut oder nicht. Mich stört einfach, wenn du der Fliege die Beine ausreißt.
Ich will nicht von Willkür reden, aber es gibt so etwas, wie einen gesunden Menschenverstand. Der Jugendschutz funktioniert mehr über die Frage, welche Bilder wollen wir bei unseren Kindern sehen, als über Ergebnisse der Wirkungsforschung.
Aber dabei ist es ja dann sehr wichtig, wer diese Entscheidungen fällt - wer diese Grenzen zieht.
Es müssen natürlich Leute sein, die Ahnung haben und wissen, wovon sie reden. Und das ist das Prinzip, das ich am deutschen Jugendschutz verteitige. Wir haben unabhänigige Gremien. Die Bundesprüfstelle, die FSK und auch die USK. Es sind fachlich qualifizierte Leute, die sich im Medium auskennen, die auch Ahnung von Pädagogik haben und eine bestimmte moralische Integrität. In der Regel sind es oft Mütter oder Väter.
Es gibt eine offene Diskussion, gefolgt von einer demokratischen Mehrheitsentscheidung. Dieser ganze interne Prozess soll dabei die Meinungsbildung der Gesellschaft simulieren.
Auf der nächsten Seite geht's weiter
