Interview mit dem Geschäftsführer der USK

Special Simon Fistrich

Die Novellierung des Jugendschutzes ist derzeit in aller Munde. Wir haben mit dem "USK-Boss" Dr. Klaus Spieler gesprochen.

Immer wieder hat man den Eindruck, dass die Politiker, vor allem aus dem süddeutschen Raum, einfach gerne drauflosreden und sich gar nicht mit den tatsächlichen Gesetzen beschäftigen. Wie reagiert man darauf als USK?

Günther Beckstein: Offenbar wenig Ahnung von der Materie Günther Beckstein: Offenbar wenig Ahnung von der Materie Man braucht immer einen Sündenbock. Ist doch logisch, sie suchen eine Erklärung die einfach ist, und bei der man sagen kann, ich zieh jetzt die Schraube etwas fester, in dem Fall Jugendschutz, dann wird schon alles gut werden. Um ehrlich zu sein, und ich will Herrn Beckstein nicht zu nahe treten, aber was den Jugendschutz betrifft, verhält er sich unpolitisch.

Im Grunde ist er einfach nur ein besorgter, überforderter Vater. Er versteht nicht, was da passiert und es macht ihm Sorgen, dass Kinder so etwas spielen können. Wenn ich als Geschäftsführer der USK nicht bereit bin, diese Sorgen zu akzeptieren, sondern diese Leute arrogant zu behandeln, wird es schwierig. Wir brauchen einen Dialog. Gleichzeitig müssen wir in der Sündenbock-Position bei den unterschiedlichen Gruppen und Parteien um Akzeptanz werben.

Dem Einzelhandel sage ich zum Beispiel, dass sie auf die Alterskennzeichnungen achten sollen. Die Wirtschaft frage ich, warum sie soviel für Spielewerbung für Titel ab 16 und 18 ausgeben, obwohl sie nicht mal zehn Prozent des Umsatzes ausmachen. Und den Politikern sage ich, dass sie ihre zukünftigen Wähler respektvoller behandeln sollen.

Denn ich kann, wie Herr Beckstein oder Herr Stoiber, bestimmte Dinge kritisieren, aber wenn ich zeige, dass ich eigentlich überhaupt keine Ahnung habe von dem, was ich da kritisiere, und wenn ich außerdem zeige, dass mir das eigentlich auch egal ist, dann verliere ich sehr viel Kredit. Ich nehme diese Politiker ernst, aber das mache ich vor allem, weil ich ihr Gesprächspartner sein will. Und so sollten sich Politiker auch den Jugendlichen gegenüber verhalten. Wer mit ihnen reden will oder zumindest zu ihnen, muss sie und ihr Hobby ernst nehmen.

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