Die Novellierung des Jugendschutzes ist derzeit in aller Munde. Wir haben mit dem "USK-Boss" Dr. Klaus Spieler gesprochen.
Glauben Sie, dass die Qualität der Diskussion auch darunter leidet, dass viele Leute immer noch denken, Computerspiele seien nur ein Medium für Kinder?
Das Paradoxe ist ja, dass, wenn man an die Spieler denkt, es als Medium für Kinder wahrgenommen wird. Redet man aber über Inhalte, dann werden vor allem die Erwachseneninhalte gesehen und nicht die Spiele für Kinder und Jugendliche, die es ja zu genüge gibt.
Die Charts des Jahres 2006, sowohl die besten 20 PC- also auch Konsolenspiele, hatten nur eine einzigen Titel der keine Jugendfreigabe hatte. Zwei oder drei Spiele bekam ein "ab 16", viermal "ab 12" und der Rest "ab 6" oder ohne Altersbeschränkung.
Die Realität ist also eine ganz andere. Die meisten verkauften Spiele bei PC oder Konsole sind Spiele ohne oder mit niedriger Altersbeschränkung. Fifa, Sims, Anno etc. Es gibt sowgar eine Entwicklung, dass jährlich die Zahl der Titel ohne Jugendfreigabe sinkt, also Spiele ab 18. Die Entwicklung geht zum Bereich Family-Entertainment. Ego-Shooter spielen natürlich noch eine Rolle, aber eben nicht so eine große, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte.
Gefühlt wird es aber in der Öffentlichkeit umgekehrt.
Gefühlt wird, das Kinder nur Computerspiele für Erwachsene mit Kettensägen spielen. Und natürlich haben Erwachsene das Recht, Spiele mit den entsprechenden Inhalten zu spielen. Da mag es auch viele geschmacklose Dinge geben, aber ehrlich gesagt, ich kümmere mich ja auch nicht darum, was mein Nachbar im Beate-Uhse-Shop kauft und dann damit zu Hause macht.
Erwachsenen darf man nichts verbieten, mir geht es auschließlich um sauberen Kinder- und Jugendschutz.
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