Riesige Vielfalt, fantastischer Solomodus, Casual-Spaß und kompetitiver Frust - im Rückblick zu Brawl erinnern wir uns an Licht und Schatten beim Wii-Smash!
Letztlich ist allerdings das Balancing von Brawl die größte Schwäche des Spiels in kompetitiver Hinsicht: Während viele Charaktere wie Pummeluff, Ganondorf oder Captain Falcon nahezu unbrauchbar sind, sind andere Figuren mehr als overpowered: Diddy Kong hat Zugriff auf zwei Bananenschalen, obwohl Items im kompetitiven Smash Bros. eigentlich nebensächlich sein sollten.
Olimar ist mit seinen sechs Pikmin sowohl offensiv als auch defensiv ein Albtraum. Ein anderer Charakter verkörpert jedoch die Spitze des Eisbergs...
Come back when you can put up a fight!
Am mächtigsten ist in Brawl nämlich Meta Knight. Er dominiert alle Tier Lists und ob ein Charakter in Brawl als gut angesehen wurde, hing davon ab, wie gut er sich gegen Meta Knight schlagen konnte. Der Antiheld aus dem Kirby-Franchise hat mit seinem Schwert mehr Reichweite und Durchschlagskraft als die meisten anderen Charaktere.
Seine Mobilität ist ihnen in der Regel ebenso überlegen: Er verfügt mit seinen zahlreichen Sprüngen, der Gleitfähigkeit und verschiedenen Spezialangriffen über vielfältige Optionen, um sich aggressiv oder defensiv auf die Stage zurückzuretten. Auch seine Angriffe sind in der Regel schneller als die seiner Gegner, was ihm zu einem der besten Charaktere der ganzen Reihe macht.
Quelle: PC Games
Super Smash Bros. Brawl: Retro - Ein Casual-Paradies als kompetitiver Albtraum (9)
Dennoch wurde er in der kompetitiven Geschichte des Spiels nicht vollständig gebannt. Das liegt einerseits daran, dass er nicht komplett anspruchslos war und viele fortgeschrittene Techniken sowie gutes Spielverständnis nötig sind, um ihn auf hohem Level zu spielen.
Andererseits konnte sich die Community damals nicht einheitlich auf einen Bann festlegen, sodass er bei manchen Turnieren gesperrt war und bei manchen nicht.
Da viele der besten Spieler in Brawl offensichtlicherweise Meta Knight spielten, ließen sie Turniere, auf denen ihr Charakter nicht erlaubt war, ausfallen und konzentrierten sich stattdessen auf die verbleibenden Wettkämpfe.
Bayonetta aus dem vierten Teil und Steve in Ultimate sorgten zwar ebenfalls für Kontroversen ohne Ende, doch Meta Knight aus Brawl hebt sich deutlich von beiden ab. Er war nämlich nicht nur von Anfang an dabei, sondern formte wortwörtlich die Meta des Spiels.
Deshalb waren viele Brawl-Veteranen über seinen Nerf in folgenden Smash-Bros-Teilen froh und Melee-Spieler blieben sowieso bei ihrem Lieblingsspiel für den Gamecube.
Gute Story, nix dahinter?
Letztlich ist Super Smash Bros. Brawl (jetzt kaufen 86,95 € ) unter Turnierspielern also nicht allzu beliebt. Das hat von der Physik bis zu Meta Knight auch berechtige Gründe.
Dafür gleicht es das mit einer erstklassigen Casual-Erfahrung aus. Bei den vielen abwechslungsreichen Modi wird das Spiel eigentlich nie langweilig und die Unannehmlichkeiten, die auf Turnieren auftreten, rücken in den Hintergrund. Vor allem der Subraum-Emissär bietet eine Smash-Bros.-Erfahrung, die kein Spiel davor oder danach replizieren konnte.
Somit ist Brawl auch heute noch mit seinem einzigartigen Grafikstil, der großartigen Sammlung von kultigen Musikstücken und den unzähligen Neuerungen von Charakteren, Items und Stages eine Erfahrung wert. Da die Wii eine von Nintendos größten Erfolgen war, konnten viele Leute leicht in die Welt von Smash Bros. einsteigen. Aus der dann wieder zu entkommen, ist allerdings gar nicht mal so leicht!
