Super Meat Boy: Schwierig und schmierig

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Super Meat Boy: Schwierig und schmierig
Quelle: Team Meat

Das Fleisch ist willig, doch es ist schwach - nur ein Treffer, und Super Meat Boy geht in diesem Kult-Platformer K.O.! Wieso trotzdem so viele das Indie-Game lieben, lest ihr in unserem Retro-Check.

In Super Meat Boy steckt so unglaublich viel Extra-Content, dass Perfektionisten eine ganze Weile beschäftigt sind. Ihr könnt zum Beispiel Pflaster sammeln. Die sind oft nicht nur gut versteckt, sondern auch gar nicht so einfach zu holen - insbesondere, da Super Meat Boy nicht mal einen einzigen Treffer aushält. Bei einer Berührung mit einem Feind oder Hindernis müsst ihr von vorn beginnen, und das Pflaster gehört erst euch, wenn ihr damit erfolgreich zu Bandage Girl vordringt.

Bandage Girl ist überhaupt der Grund, wieso Super Meat Boy sein Leben in allerlei sadistischen Levels riskiert. Der fiese Dr. Fetus - ein Fötus in einem fein gekleideten Glasbehälter - hat Bandage Girl entführt. Außerdem ist Dr. Fetus wahrscheinlich gar kein richtiger Doktor. Auf jeden Fall eilt Super Meat Boy seiner Geliebten zur Hilfe, nur um am Level-Ende wieder und wieder mit ansehen zu müssen, wie Dr. Fetus seiner Angebeteten ein paar Schellen gibt und ins nächste Level verschwindet. Ihr merkt schon, so viel anders als in einem typischen Mario-Spiel geht es in Super Meat Boy nicht zu.

Indie-Star-Parade

Aber zurück zum ganzen Content für Platformer-Fans. In Super Meat Boy haben jede Menge Indie-Stars einen Gastauftritt. Über 20 Helden könnt ihr freispielen oder mit gefundenen Pflastern kaufen. Die Auswahl an Nebenfiguren unterscheidet sich sogar von Plattform zu Plattform. Auf dem PC könnt ihr etwa die Headcrab aus Half-Life steuern, auf der Konsole Spelunky aus dem gleichnamigen Indie-Hit. Die Alternativ-Helden haben alle ganz eigene Bewegungssmuster, die teilweise benötigt werden, um ganz besonders fies platzierte Pflaster zu ergattern.

Commander Video ist eine freischaltbare Spielfgur in Super Meat Boy. Quelle: Team Meat Einer der praktischsten Unlocks dürfte The Kid aus I Wanna be the Guy (das Freeware-Game könnt ihr hier spielen) sein. Der verfügt nämlich über den besten Doppelsprung im ganzen Spiel. Aber passend zu seiner Herkunft, einem der wohl härtesten und gleichzeitig frustrierendsten Indie-Platformer ever, müsst ihr erstmal eure Nerven in drei Levels unter Beweis stellen, die mit zu den schwierigsten im ganzen Spiel gehören. Aber nicht alle Helden sind so nützlich. Edmund McMillen liebt es, in seinen Spielen Hommages an Klassiker einzubauen. Doch er liebt es auch, das Ganze nicht zu ernst zu nehmen!

Nach dem Erfolg von Super Meat Boy Anfang der 2010er-Jahre sah sich die Tierrechtsorganisation Peta dazu berufen, ein Parodie-Game in Flash zu programmieren. Der Titel: Super Tofu Boy mit Musik von Tommy Tallarico. Und auch das ist noch online, falls ihr es mal ausprobieren möchtet! Spielerisch sind die Handvoll Levels sehr ähnlich zur Flash-Fassung von Meat Boy, nur, dass Bandage Girl jetzt mit Tofu Boy zusammen ist, weil sie kein Fleisch mehr essen möchte. McMillens Reaktion war, den Secret Character Super Tofu Boy auch in Super Meat Boy einzubauen. Wegen chronischem Eisenmangel ist er allerdings nicht mal in der Lage, einen Bruchteil der Levels überhaupt abzuschließen - er ist zu langsam und kann kaum springen.

Richtig gute Musik, Junge!

Nicht der Hauptgrund, aber doch ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Super Meat Boy dürfte der treibende Soundtrack von Danny Baranowsky sein. Ja, das ist der Komponist, der im Indie-Nintendo-Crossover Cadence of Hyrule ausgewählt wurde, um die epischen Zelda-Melodien zu remixen. Wer sich mit den unterschiedlichen Versionen von Super Meat Boy auskennt, weiß aber, dass nicht alle Spieler in den Genuss des sagenhaften Baranowsky-Soundtracks kamen.

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