Super Meat Boy: Schwierig und schmierig - Retro-Special
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Das Fleisch ist willig, doch es ist schwach - nur ein Treffer, und Super Meat Boy geht in diesem Kult-Platformer K.O.! Wieso trotzdem so viele das Indie-Game lieben, lest ihr in unserem Retro-Check.
2010 öffnete sich der Fleischvorhang für das Super Meat Boy, das die meisten kennen. Das Original ist noch zwei Jahre älter und feierte als eines von unzähligen, simplen Flash-Games Premiere auf newgrounds.com. Vater des Fleischjungen ist Edmund McMillen, ein großer Name in der Indie-Szene. Er ist noch heute aktiv und schuf Titel wie The Binding of Isaac, Gish, The End is Nigh und viele weitere.
Ein Fleischjunge wird geboren
Während McMillen die Idee hatte sowie das Level-Design und Artwork übernahm, steuerte Danny Baranowsky die Musik bei - schon beim Flash-Original stammten die Ohrwurmmelodien aus seiner Feder. Den dritten Teil von Team Meat stellte Tommy Refenes dar, der das Programmieren übernahm. Auch, wenn ihr Super Meat Boy (jetzt kaufen 65,32 € / 13,99 € ) vielleicht nicht gespielt habt, so ist euch der Name vermutlich trotzdem ein Begriff. Immerhin kommt das Spiel allein auf dem PC laut VGChartz auf beinahe drei Millionen verkaufte Einheiten.
Das ist mehr als Metro 2033 aus dem gleichen Jahr, oder auch Rock Band 3. Und Super Meat Boy wurde nach und nach für so ziemlich alle wichtigen Plattformen umgesetzt, Xbox 360, Wii U, PS Vita, Nintendo Switch und mehr, nur die Wii-Fassung wurde irgendwann fallen gelassen und erschien nie. Schade, denn dass Super Meat Boy überhaupt vom kostenlosen Flash-Game zum ausgewachsenen Indie-Spiel wurde, liegt unter anderem an Nintendo. Gemeinsam mit Microsoft hatten die Japaner McMillen angefragt, ein Spiel für deren jeweilige Online-Downloadplattformen zu entwickeln, nachdem sie der Erfolg von Meat Boy auf Newgrounds beeindruckt hatte.
Aber was reizt die Leute so an Super Meat Boy? Optisch zieht es den Kürzeren im Vergleich zum künstlerisch anspruchsvollen Limbo aus dem selben Jahr. Es hat keine bedeutungsschwangere Meta-Ebene wie der zwei Jahre ältere Indie-Liebling Braid. Und die Atmosphäre verblasst neben der Pixel-Perle Fez von 2012. Die Antwort ist ganz einfach: Super Meat Boy spielt sich fantastisch!
Schnell, schneller, Meat Boy
Super Meat Boy ist ein knallharter Platformer, ein Super Mario auf Speed, der permanent dazu animiert, es noch mal zu versuchen. Und noch mal. Und noch mal. Wenn der kleine Super Meat Boy in ein Sägeblatt gerät, von einem Laser geröstet oder von einer Ladung Salz gepökelt wird, steht ihr in Sekundenschnelle wieder am Anfang des Levels. Versuchen könnt ihr es, so oft ihr möchtet. Um Super Meat Boy durchzuspielen, müsst ihr nur einen Bruchteil der 300 Levels bewältigen.
Wer schon mal rohes Fleisch angefasst hat, weiß, dass das eine glitschige Angelegenheit ist. Super Meat Boy schlittert und rutscht nur so über Böden und Wände. Das ist ungewohnt, wenn man bislang eher Plattformer mit vergleichsweise "trockener" Steuerung kennt, etwa Celeste. Der Vorteil von Meat Boy ist das erhebliche Tempo, mit dem ihr die Levels abschließen könnt. Es gibt zwar auch hier einige Herausforderungen mit allseits unbeliebten Autoscroll-Abschnitten oder Situationen, in denen ihr gewisse Zyklen abwarten müsst, aber die meiste Zeit über könnt ihr Vollgas geben und werdet dafür mit der A+-Wertung belohnt. Die schaltet eine alternative Version des Levels frei, die noch schwieriger ist als das Original.
