Die zwölf Tage von Star Trek: Die besten Weihnachtsfolgen von Enterprise und Co.

Special Sebastian Göttling Lukas Schmid
Selbst für Captain Kirk können Firmenweihnachtsfeiern peinlich enden.
Quelle: Paramount

Geschenke, Schnee und Ärger mit der Familie: Autor und Star-Trek-Guru Sebastian Göttling verrät euch, welche Folgen von Star Trek ihr zu Weihnachten unbedingt angucken müsst.

Dort lernt sie den verschrobenen Henry Janeway kennen, der in der staubigen Vergangenheit feststeckt, denn er betreibt einen Laden für antiquarische Bücher, obwohl er keine Kunden mehr hat - und auch, obwohl sein Ladenlokal das letzte ist, was dem Errichten des Millennium Gate im Weg steht, einer Kombination aus Einkaufszentrum und zukunftsweisendem Biosphären-Experiment.

O'Donnel und der sture Janeway lernen sich kennen und lieben und erkennen, dass man an unerwarteten Orten zwischen den Feiertagen Hoffnung und Familie finden kann. Und auch, dass Weihnachten und ein Jahresende stets die Chance bieten, Vergangenes loszulassen und optimistisch gemeinsam in die Zukunft zu gehen.

Knapp vier Jahrhunderte später stellt O'Donnels Nachfahrin Captain Janeway auf der Voyager zu ihrer großen Enttäuschung fest, dass ihre große Vorfahrin doch nicht die NASA- und Weltraumheldin war, zu der die Legenden in ihrer Familie sie über Jahrhunderte hinweg stilisiert hatten.

Während O'Donnel und Henry Janeway Frieden mit der Zukunft schließen, versöhnt sich Captain Janeway mit der Banalität der Vergangenheit und stellt fest, dass Familie oftmals nichts mit Blutverwandtschaft zu tun hat, sondern sich auch aus den geliebten Leute zusammensetzen kann, mit denen man am anderen Ende der Galaxis gestrandet ist.

Captain Janeways Urahnin besucht kurz nach Weihnachten 2000 Portage Creek, Indiana. Quelle: Paramount Captain Janeways Urahnin besucht kurz nach Weihnachten 2000 Portage Creek, Indiana. Es gibt kaum einen anderen Star-Trek-Schauspieler, der mehr mit Weihnachten verbunden wird als Sir Patrick Stewart, Captain Picard himself. Deswegen sind ihm auch gleich drei aufeinanderfolgende Tage der Star-Trek-Weihnacht gewidmet.

Am achten Tag gibt es die Next-Generation-Episode Tapestry (Willkommen im Leben nach dem Tode), ein Remake des Frank-Capra-Filmklassikers It's a Wonderful Life (Ist das Leben nicht schön?) mit Jimmy (nicht Patrick) Stewart aus dem Jahre 1946. Hauptcharakter des Films ist George Bailey, Bankangestellter in der kleinen Stadt Bedford Falls, der an Weihnachten seinen Job verliert und damit auch all seinen Lebensmut.

Wie wertvoll Baileys Leben jedoch ist, erfährt man in einer langen Rückblende, die zeigt, wie viele seiner Mitmenschen er im großen und kleinen Sinne positiv beeinflusst hat. Schließlich kommt Schutzengel Clarence in Ausbildung auf die Erde, um George Bailey vor dem Freitod zu retten, indem er ihm zeigt, wie das Leben im Bedford Falls ohne ihn verlaufen wäre.

Clarence zeigt eine düstere und tragische Parallelzeitlinie, in der alles schiefgelaufen ist, was nur schieflaufen konnte. Ein wenig wie die Schreckensvision, die die der Geist der zukünftigen Weihnacht dem Ebenezer Scrooge präsentiert - da haben wir ihn wieder.

Schon 1989 wurde It's a Wonderful Life, in seinem Herkunftsland USA ein Film, der traditionell jedes Weihnachten im Fernsehen läuft, so ähnlich wie bei uns Dinner for One an Silvester, von Robert Zemeckis zitiert, denn im zweiten Film der Zurück-in-die-Zukunft-Reihe landet Marty McFly ebenfalls in eine fürchterlich veränderten Version des Jahres 1985, in der Biff Tannen als eine Art Donald Trump regiert.

Doch nun endlich zur Star-Trek-Version dieser Geschichte. Diese zeigt einen Captain Picard, der bereut, als junger Mann ein ziemlicher Draufgänger gewesen zu sein, der nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Aliens in einer Spielhalle ein künstliches Herz eingepflanzt bekam.

Der allmächtige Q gibt Picard die Möglichkeit, die Geschichte an dieser Stelle zu verändern, was wiederum in einer alternativen Zeitlinie resultiert, in welcher der sonst so stolze Captain als ein ambitionsloser Lieutenant versauert. Eine nicht gar so apokalyptische Vision wie in Bedford Falls oder Hill Valley, doch Picard sieht trotzdem ein, dass er die Vergangenheit und vermeintliche Fehler akzeptieren und zu einem Teil seiner Selbst machen muss.

Verhindert Captain Picard eine seiner Jugendsünden? Quelle: Paramount Das nächste Mal hadert der Captain im ersten Kinofilm der Next-Generation-Crew mit seiner Vergangenheit, in Star Trek: Generations (Star Trek: Treffen der Generationen), den es am neunten Tag der Star-Trek-Weihnacht zu sehen gibt. Als überraschend sowohl Picards Bruder als auch sein jugendlicher Neffe eines grausamen Feuertods sterben, wird der Captain in eine tiefe Sinnkrise gestürzt.

Als letztes und kinderloses Mitglied des Geschlechts der Picard endet die lange Familientradition nun mit ihm. Seine Flucht in die Sterne als junger Mann bereut er in diesem Moment des herben Verlusts noch intensiver als die Auseinandersetzung am Billardtisch in Tapestry. Im Laufe des Films wird Picard in eine parallele Dimension gezogen, die jeden, der sich in sie verirrt, dort festhalten möchte, indem sie alle Wunschträume Wirklichkeit werden lässt.

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