Rückblick auf Star Trek TNG Staffel 7: We Are Family - ein trauriger Abschied
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Alles hat ein Ende, auch die vielleicht beste Star-Trek-Serie aller Zeiten. Star-Trek-Guru Sebastian Göttling macht den Vorhang zu und sagt, was Staffel 7 so besonders gemacht hat. Teil 2!
Und dann war da natürlich noch der kleine Sohn Alexander, der zunächst an Bord kam, später abgeschoben wurde zu Worfs irdischen Adoptiveltern und dann, als diese mit ihm nicht zurechtkamen, doch wieder auf die Enterprise-D zurückkehrte, wo der kleine Klingone sträflicher Weise oftmals über dutzende Folgen hinweg vergessen wurde, obwohl er doch eigentlich stets im Worfschen Quartier hauste.
In Staffel 7 war der große Handlungsbogen um Worfs Familie, zumindest was die Next Generation anging, vorerst beendet und so bekam der Klingone nur zwei kleine Epiloge. In Homeward (Die oberste Direktive) trafen wir erstmals seinen Adoptivbruder Nikolai, abermals ein unverhoffter Verwandter, wobei immerhin dessen leibliche und Worfs Adoptiveltern aus Russland bereits zu sehen gewesen waren.
Und obwohl Worf zu Beginn der Serie als hitzköpfiger Quadratschädel dargestellt worden war, war er nun in Jahr sieben zu einem der verlässlichsten Crewmitglieder gereift, während hingegen der menschliche Nikolai impulsiv und unverantwortlich handelte.
Hier nun mussten die beiden Brüder zusammenarbeiten, um ein Völkchen, das von einem untergegangenen Planeten evakuiert wurde, mittels des Holodecks in eine neue Heimat zu führen - ohne dass die Leute mitbekamen, dass sie evakuiert wurden, geschweige denn von lauter Technik umgeben waren. Dabei kam es zu einigen brüderlichen Streitereien, am Ende aber auch zur Aussöhnung und erneut zum Loslassen. Man konnte einander so stehen lassen, wie man eben war.
Loslassen musste Worf auch in der Episode Firstborn (Ritus des Aufsteigens), denn er hegte ja immer noch insgeheim die Hoffnung, dass aus seinem kleinen Sohn Alexander auch dereinst ein stolzer Klingonenkrieger werden könnte. Hier besuchte die Enterprise eine Kolonie, auf der ein klingonisches Oktoberfest stattfand, was den Kleinen erwartbarer Weise auch begeisterte.
Quelle: Paramount
Beverly Crusher, Jean-Luc Picard und jede Menge verpasste Chancen
Doch völlig unerwartet mutierte die Episode zu einer Zeitreise-Story, denn ein längst erwachsener Alexander reiste zurück just in die Zeit ebendieser Episode, um seinem Vater endgültig klarzumachen, dass sein Weg ein anderer sein musste als der des Kriegers - und dass die Zukunft niemals geschrieben war.
In Staffel 7 war es somit interessant, dass Worf eben nicht nur wie bisher rein klingonisch-kulturelle Geschichten zugeschrieben wurden, sondern High-Concept-Science-Fiction. Mit der im letzten Artikel erwähnten Episode Parallels eine im buchstäblichen Sinne multidimensionale Story - und nun eben eine Zeitreise-Folge, Klingon Style.
Kommen wir zu Beverly Crusher, der Bordärztin. Einerseits verschlug es sie deutlich seltener als die anderen auf die Brücke, weswegen sie oft losgelöst vom restlichen Ensemble agierte. Andererseits wirkte Dr. Crusher generell stets wie eine Einzelgängerin.
Sie war nicht so locker wie die restlichen Crewmitglieder, immer ein bisschen reserviert - und das ist überhaupt nicht negativ gemeint, denn sehr löblich definierte sich der Charakter aufgrund dieser Darstellung vorrangig über die Kompetenz als Medizinerin. Interessanterweise gilt auch Crusher-Darstellerin Gates McFadden als diejenige, die bei Convention-Auftritten als die am wenigsten "Verrückte" wahrgenommen wird. Da färbte der Charakter der Schauspielerin womöglich auf die Rolle ab.
Um nochmals innerhalb des Star-Trek-Universums zu argumentieren: Vielleichrt stand Dr. Crusher deswegen so für sich, weil sie zum einen ihren Ehemann Jack Crusher vor vielen Jahren verloren hatte - tragischerweise hatte sich dieser gerade als erster Offizier unter dem Kommando eines jüngeren Captain Picard befunden.
Andererseits fühlte sie sich fortwährend, wenn auch nur zögerlich, zu ihrem jetzigen Captain romantisch hingezogen. Es gab nur nie die wirklich eine, große, schwärmerische Episode für die beiden, stattdessen sahen wir die Ärztin und den Captain des Öfteren beim Croissant-Frühstück. Und na ja, ab und an, jedoch maximal einmal pro Staffel, warf man einander linkische Blicke zu, die zu besagen schienen: Wäre es doch nur möglich ...
Eine deutlich gefährlichere Romanze war Dr. Crusher möglich in einer Geschichte, die sich mit ihrer Familienhistorie auseinandersetzte: Sub Rosa (Ronin) erwähnte ich bereits im ersten Teil dieses Artikels.
Beverly reiste zur Beerdigung ihrer Großmutter auf eine schottische Kolonie im Weltall und geriet dort in die Fänge eines Liebhabers, der seit Jahrzehnten die Frauen ihrer Familie in seinen Band zog. Tatsächlich handelte es sich bei ihm um einen bösartigen Plasmakerzengeist/Vampir, der zum Auslösen spektakulärer Orgasmen fähig war.
