Rückblick auf Star Trek TNG Staffel 7: We Are Family - ein trauriger Abschied

Special Sebastian Göttling Lukas Schmid
Rückblick auf Star Trek TNG Staffel 7: We Are Family - ein trauriger Abschied
Quelle: Paramount

Alles hat ein Ende, auch die vielleicht beste Star-Trek-Serie aller Zeiten. Star-Trek-Guru Sebastian Göttling macht den Vorhang zu und sagt, was Staffel 7 so besonders gemacht hat. Teil 2!

In Sachen Familie und Beziehung war sie deswegen oft von besagtem "Vielleicht" Riker geprägt, aber auch durch die zahlreichen Besuche ihrer Übermutter, Lwaxana Troi, gespielt von Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberrys Mittlerweile-Witwe Majel Barrett.

Deren überbordende Exzentrik diente im Laufe der Jahre stets dazu, dem Publikum zu demonstrieren, wie vernünftig und sachlich Deanna doch im Vergleich zu ihrer extrovertierten Mutter geraten war. Negativ ausgedrückt könnte man sagen, dass sich die Familie Troi über die Generationen hinweg zu Langweilerinnen entwickelt hatte.

Als Darstellerin der Lwaxana Troi war Majel Barrett diejenige, die nach dem Tod ihres Mannes dafür sorgte, dass die separaten Crews aller laufenden Star-Trek-Serien mehr oder weniger gut miteinander befreundet waren. Mehrere Male pro Jahr richtete Barrett rauschende Partys in ihrem Haus am Fuße der Hollywood Hills aus.

Partys, die bis heute als legendär gelten, wenn sie auch nicht so von Rauschmittelkonsum geprägt waren wie die häufigen und ausschweifenden Soirees ihres Gatten. Majel Barrett galt als diejenige, die der positive Klebstoff der Star-Trek-Produktionsfamilie war. Ebenso war ihre Serientochter, Deanna-Darstellerin Marina Sirtis, bis zu Barretts Tod im Jahr 2008 diejenige, die am meisten Wert legte auf den familiären Zusammenhalt des Schauspiel-Ensembles.

In Staffel 7 durfte Deanna über sich selbst hinauswachsen und endlich - auch gegen den Widerstand ihres Imzadi William Riker - die Prüfung zur vollen Commander ablegen. Die andere Episode, in der Deanna Troi im Zentrum stand, brachte ein letztes Mal Lwaxana Troi auf die Enterprise-D. Die Rede ist von Dark Page (Ort der Finsternis), wo abermals ein überraschendes Familienmitglied aus dem Nichts auftauchte.

Riker und sein ehemaliger Vorgesetzter, der verschlagene "Badmiral" Pressman Quelle: Paramount Riker und sein ehemaliger Vorgesetzter, der verschlagene "Badmiral" Pressman Denn - oh Schreck! - vor Deanna hatte es bereits eine weitere Troi-Schwester gegeben, die im Kindesalter aufgrund eines tragischen Unfalls verstorben war, woraufhin Lwaxana, um nicht an der Last der unfassbaren Trauer zugrunde zu gehen, alle Erinnerungen an Kestra - so hieß das Mädchen - in den Untiefen ihrer Psyche vergrub.

Doch alles Verdrängte kommt irgendwann an die Oberfläche und wirkt daraufhin umso zerstörerischer. Folglich fiel Lwaxana, als die Erinnerungen zurückkehrten, in ein Koma, aus dem sie nur ihre übrig gebliebene Tochter befreien konnte. Dabei kam es gleichzeitig zum Loslassen und zum Zusammenfinden, zur Trauer und zum Anerkennen des Lebens der verlorenen Tochter.

Kaum zu glauben, gegen Ende der Next Generation stand Deanna tatsächlich zwischen zwei Männern - und dann auch noch zwischen zwei Hauptcharakteren. Einerseits ihr bereits erwähntes, ewiges "Vielleicht" - Riker -, andererseits der grimmige Sicherheitsmann Worf.

Bereits in Staffel 5, in der Deanna Troi die Patentante für Worfs Sohn Alexander geworden war und sich der Kleine im Schlammbad mit Mutter Lwaxana angefreundet hatte, aber auch in Staffel 6, als Deanna mit dem stolzen Klingon und seinem Sohnemann ein holografisches Western-Abenteuer auf dem Holodeck unternommen hatte, waren die Familien Worf und Troi näher zusammengewachsen.

Und nun war da auf einmal eine Beziehung zwischen, wie es damals hieß, "Beauty and the Beast" Deanna und Worf. Diese sollte noch von großer Bedeutung sein für das Serienfinale.

Worfs Sohn Alexander besucht ein klingonisches Volksfest. Quelle: Paramount Worfs Sohn Alexander besucht ein klingonisches Volksfest. Überhaupt, Worf! Worf, zu Beginn der Serie der Immerdumme, der impulsiv den Hauptschirm auf der Enterprise-Brücke mit seinem Phaser zerballern wollte, wann immer sich dort ein Feind zeigte. Andererseits war Worf aber auch ein die Brücke schmückendes, klingonisches Kolorit als Sinnbild für den allgemein herrschenden Frieden des 24. Jahrhunderts, der selbst mit den ärgsten Antagonisten geschlossen wurde.

Außerdem war er neben Data in gewisser Weise der zweite Spock der Serie, denn ebenso, wie die Original-Serie einen tiefen Einblick in die Kultur der Vulkanier gegeben hatte, so war Worf der oft zur Hand genommene Schlüssel in die fremde Welt der klingonischen Krieger.

Und während Android Data mit all seinen familiären Verstrickungen lediglich entwicklungsthematisch einen durchlaufenden Handlungsfaden über die sieben Jahre hatte, war Worf der Einzige, der tatsächlich eine Art Soap-Opera-Fortsetzungsgeschichte in der Next Generation bekam. Wir lernten seinen verlorenen Bruder Kurn kennen.

Seine große Liebe, die Halb-Klingonin K'Ehleyr, die ihn überraschenderweise zum Vater und bald darauf zum Witwer machte. Wir erfuhren, dass Worfs Vater Mogh die Familienehre nur scheinbar verloren hatte, weil sich dahinter eigentlich eine vertuschte, romulanische Intrige verbarg, und um diese wiederzubekommen, beschwor man sogar einen klingonischen Bürgerkrieg herauf, der in einem epischen Cliffhanger-Zweiteiler aufgearbeitet wurde.

1...456...8
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk