Star Citizen: Der wahre Grund, warum die Weltraum-Sim so beliebt ist!

Special Carlo Siebenhüner
Star Citizen: Der wahre Grund, warum die Weltraum-Sim so beliebt ist!
Quelle: Roberts Space Industries

Star Citizen ist seit über zehn Jahren in Entwicklung und lange nicht fertig. Trotzdem zieht die Space-Sim mehr Leute an. Aber was treiben die da eigentlich

Während wir in unserem Raumschiff als fliegende Kamera über den Planeten düsen, fahren gleichzeitig die Teilnehmer des Rennens mit ihren Autos durch die Botanik und wieder andere Spieler wissen gar nicht, dass hier gerade ein Rennen gefahren wird, während sie gerade in New Babbage oder einem anderen Teil des Universums herumlaufen. Es ist der Traum von einer großen Welt, in der ständig etwas passiert.

Über Stock und Stein

Doch lange hält der Spaß nicht an, denn auch die längste Gerade hat einmal ein Ende. Das Eisfeld löst sich langsam auf und geht wieder in ein Waldgebiet über, durch das sich die Fahrer durch manövrieren müssen.

Außerdem geht es wieder bergauf. Ein Bergmassiv muss noch überwunden werden, bevor es Richtung Zielgerade geht. Das hat es aber in sich. Die kommenden Hügel bilden ein zerklüftetes Gebiet. Hier müssen die Fahrer überhaupt erst mal austesten, welche Steigung sie mit ihren Buggys schaffen. Es müssen ständig neue Routen gesucht werden.

Bodenfahrzeuge Quelle: Cloud Imperium Games Noch dazu wird auch das Wetter wieder schlechter und der Schneeregen ist zurück. All das sorgt dafür, dass sich das Fahrerfeld stark aufteilt und teilweise die Orientierung verliert.

Doch neben dem Wetter und der Topographie der Rennstrecke steht plötzlich noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor auf dem Plan, mit dem man zumindest aktuell noch ständig rechnen muss in der Welt von Star Citizen.

Dieser Unsicherheitsfaktor ist die Technik des Spiels. Wir befinden uns noch in einer Alpha eines gigantischen Spieleprojekts. Das bedeutet auch, dass es noch unendlich viele technische Unzulänglichkeiten gibt, mit denen man als Spieler rechnen muss.

Dass Star Citizen auch auf High-End-Geräten immer wieder ruckelt und man Glitches und Bugs am laufenden Band bekommt, ist da nur die Spitze des Eisbergs.

Die Technik wackelt

Viel dramatischer wirkt sich allerdings die Serverstabilität aus. Es hat einen Grund, warum man seit Jahren nur 100 Leute auf die Server lässt. Die Simulationstiefe, mit der man das Universum erschafft, ist beachtlich. Gegenstände bleiben beispielsweise da liegen, wo man sie hingeworfen hat, selbst wenn man einmal quer durchs Universum geflogen ist.

Eine Raumschiffstaffel fliegt vorbei Quelle: Cloud Imperium Games Das bedeutet aber auch sehr viel Arbeitslast für die Server und gepaart mit einer Work-in-Progress-Netzwerktechnik führt das regelmäßig zu Schluckauf und zum Serverabsturz. Der Fehler 30k ist mittlerweile berühmt-berüchtigt und ein alter Bekannter in der Star-Citizen-Community. Er signalisiert, dass die Verbindung zum Server unterbrochen wurde. In den meisten Fällen, weil der in die Knie gegangen ist und die Verbindung abgebrochen hat.

Doch man merkt auch im Spiel, wenn die Technik gerade die Biege macht. So dummerweise auch während unseres Rennens.

Plötzlich fällt bei allen Spielern die Steuerung aus. Es ist nur noch möglich, in einer geraden Linie vor und zurück zu fahren und zu fliegen. Es wird etwas gewartet und geschaut, ob sich das Problem von selbst löst, es werden verschiedene Optionen umgestellt und natürlich werden auch einfach mal alle Tasten auf der Tastatur ausprobiert, ob man vielleicht so wieder volle Kontrolle übers Cockpit bekommt.

Nichts hilft. Schlussendlich wird entschieden, das Rennen abzubrechen und alle verlassen gemeinschaftlich den Server. Ein Neustart ist nicht geplant, zumindest nicht am gleichen Abend. Es sind schließlich mittlerweile über zwei Stunden vergangen. Viele Clan-Mitglieder haben Familie oder müssen am nächsten Tag arbeiten. Deswegen können sie solche Abende schlicht nicht ausufern lassen.

Ist deswegen die Stimmung in der Gruppe jetzt im Eimer? Absolut nicht. Im Gegenteil ist die Stimmung bei allen Beteiligten sogar ausgelassen gut.

Ja, die Planung war lang und die Technik hat hier das große Finale zerschossen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die zwei Stunden umsonst waren. Im Gegenteil hat man in dieser Zeit trotzdem eine Menge erlebt. Der Sandbox-Charakter von Star Citizen macht bereits jetzt jede neue Session zu einer Wundertüte. Zu der gehören bittere Pillen, aber auch die tollen Momente.

Planet mit aufgehender Sonne am Horizont Quelle: Cloud Imperium Games

Der Weg ist das Ziel

Wenn sich der Zielplanet nach einer langen Reise im Quantum Drive vor einem aufbaut. Wenn die Wolkendecke auf dem Planeten aufreißt und tolle Ausblicke auf die wirklich hübschen Landschaften preisgibt. Wenn man mit dem Raumschiff dicht über der Oberfläche entlang zischt und darunter Buggys durch die Wildnis brettern.

Der Weg ist das Ziel! Das gilt bei Star Citizen so stark wie bei kaum einem anderen Spiel. In diesen Momenten blitzt dann auch immer wieder die eigentliche Vision von Star Citizen und eben auch Chris Roberts auf. Ein Science-Fiction-Universum, in dem so viel möglich ist, wie die technischen Gegebenheiten hergeben, und das man dadurch so authentisch wie möglich allein oder mit seinen Freunden bereist.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk