Star Citizen: Der wahre Grund, warum die Weltraum-Sim so beliebt ist!
Special
Star Citizen ist seit über zehn Jahren in Entwicklung und lange nicht fertig. Trotzdem zieht die Space-Sim mehr Leute an. Aber was treiben die da eigentlich
Die schleppende Entwicklung, das Finanzierungsmodell mit dem stetigen Verkauf von Raumschiffen für Echtgeld und gerade am Anfang auch eine Menge Kommunikationsfehler seitens Chris Roberts und seines Teams haben mit den Jahren auch zu viel negativer Stimmung geführt. Kritiker werfen dem Projekt regelmäßig vor, die Entwicklung zu verschleppen, um mehr Kohle zu machen oder einfach nur zu ambitionierte Sachen versprochen zu haben, die niemals realisierbar wären.
Ein Ausflug im 'Verse
Trotzdem scheint die Finanzierung von Star Citizen immer mehr an Fahrt zu gewinnen. Gerade in der jüngeren Vergangenheit konnte Cloud Imperium Games regelmäßig neue Rekordsummen pro Monat einfahren.
Wo andere Spiele dafür gescholten werden, Skins im Shop zu verkaufen, die so teuer wie ganze Spiele sind, sind Star-Citizen-Spieler bereit, sogar mehrere hundert Euro und mehr für ein virtuelles Raumschiff auszugeben.
Quelle: Cloud Imperium Games
Das muss doch also heißen, dass ja nicht alles so schlimm sein kann, oder? Schließlich kann jeder den aktuellen Entwicklungsstand von Star Citizen sehen. Mit Free-Fly-Events geht das sogar ganz kostenlos. Trotz der langen Entwicklungszeit ist dieser Entwicklungsstand offenbar überzeugend genug, dass sich immer mehr Leute dem Megaprojekt anschließen, es unterstützen und es auch ausgiebig spielen.
2021 konnte man täglich um die 32.000 Spieler anziehen. 2022 waren es 50.000. Und die schauen auch nicht einfach nur kurz rein, sondern investieren viel Zeit darin. Laut Chris Roberts verbringen Spieler durchschnittlich drei Stunden im Spiel pro Session.
Aber was machen die denn da eigentlich?!
Das Spiel ist ja noch lange nicht fertig. Ja, es gibt schon etwas Content. Allein schon die verschiedenen Planeten und Stationen zu bereisen, kann gerade für Neulinge ein Erlebnis sein. Wer will, kann auch schon ein galaktischer Paketbote, Minenarbeiter oder Kopfgeldjäger werden.
Aber diese Aufträge sind bisher eher Mittel zum Zweck, um etwa neue Systeme, wie das Shooter-Gameplay auszutesten. Langzeitmotivation bieten die von den Entwicklern bereitgestellten Missionen nicht wirklich.
Do it yourself
Und hier kommt die Community ins Spiel. Die Spieler werden schlicht selbst kreativ und bauen sich in der galaktisch großen Sandbox ihren eigenen Spaß! Um dem auf den Grund zu gehen, haben wir uns dem Star-Citizen-Clan ARKAS für einen Abend angeschlossen und sind auf Weltraumreise gegangen.
Quelle: Cloud Imperium Games
Die Jungs und Mädels von ARKAS blicken bereits auf eine langjährige Geschichte zurück, fliegen regelmäßig gemeinsam durchs "'Verse", wie die Spielwelt von der Community genannt wird, und organisieren selbst ihre eigenen Großveranstaltungen. Sehr beliebt ist die große Planeten-Rallye. Ein Streckenrennen über die Oberfläche eines Planeten. Neben den Raumschiffen gibt es in Star Citizen mittlerweile auch Fahrzeuge, die so etwas möglich machen.
Die Planung dafür beginnt bereits mehrere Wochen vorher. Mit Map und Raumschiff im Gepäck wird da auf den Planeten nach einer passenden und hübschen Rennstrecke gesucht. Da es bis auf die großen Hauptstädte und kleinere zufällig platzierte Basen keine besondere Infrastruktur gibt, ist die Rallye-Bezeichnung auch definitiv zutreffend.
Gefahren wird über Stock und Stein, über Berge und durch Täler. Meist gibt es einen Start und einen Endpunkt und eventuell ein paar grobe Orientierungshilfen. Unsere Rallye findet dieses Mal auf dem Planeten microTech statt. Ein großer Eisplanet am äußersten Rand des Stanton-Systems. Die Stadt New Babbage ist die mit Abstand größte Siedlung und auch das Ziel. Der Weg dahin ist beschwerlich.
Sowohl hohe Berggipfel und zugefrorene Seen, als auch dichte Wälder liegen dazwischen. Die Startlinie selbst wird auf einem zerklüfteten Berggipfel gezogen. Gespielt wird um die Ehre. Als zusätzlichen Anreiz geht es manchmal auch um Ingame-Währung. Jeder Teilnehmer transferiert einen gewissen Betrag zum Schatzmeister. Am Ende wird die Summe auf die Bestplatzierten aufgeteilt.
