Bei so viel Geldgier brauchen wir dringend einen Rettungswagen in Westeros!
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4. Game of Thrones: Kingsroad (PC, iOS, Android)
Quelle: PC Games
Nach dem Spielstart brauchen wir mehrere Minuten, um die ganzen roten Markierungen aus unseren Menüs zu tilgen. Gameplay.
Es ist eine Situation, die man sich eigentlich gar nicht vorstellen kann: Da wird ein Open-World-Rollenspiel in der Welt von Game of Thrones angekündigt - und kaum jemand redet darüber! Dabei ist das doch eigentlich genau das Genre, das man sich als Fan immer von der Marke gewünscht hat, und die ersten Videos sahen auch gar nicht mal so verkehrt aus.
Es war nur ein kleines Detail, das den Ofen gleich wieder ausgehen ließ: Das Logo von Entwicklerstudio Netmarble im Trailer. Da war nämlich klar: Hinter Game of Thrones: Kingsroad verbirgt sich mal wieder nur ein Free-to-Play-Grindfest, das aus verschiedenen anderen Spielen zusammenkopiert und mit Gacha-Mechaniken veredelt wurde.
Wie für solche Software üblich, zeigt Kingsroad sein wahres Gesicht aber erst nach ein paar Stunden. Zu Beginn freut ihr euch vielleicht noch darüber, dass es ein Action-RPG nach dem Vorbild der modernen Assassin's Creeds sein soll, mit Zwischensequenzen, Setpieces und einem ordentlich präsentierten Westeros als Spielwelt.
Und dann tauchen sie auf, schleichend, aber immer zahlreicher: Die roten Punkte im Menü, die euch jedes Quäntchen Fortschritt, jeden Log-In-Bonus und jedes Gratis-Item im Shop ankündigen. Gleichzeitig breiten sich immer mehr aufgesetzte Systeme mit immer mehr Ressourcen über dem Gameplay aus.
Es kommen Cooldown-Mechaniken und ein Gacha-System hinzu, der Story-Fortschritt wird immer zäher und die Möglichkeiten, echtes Geld auszugeben, immer umfangreicher. Ihr klickt euch mehr durch Menüs, als dass ihr wirklich spielt, und bei dem faden Gehacke in den Kämpfen ist dann auch schneller die Luft raus, als ihr "Tywin Lannister stirbt auf dem Plumpsklo" sagen könnt.
Alles eindeutige Symptome von modernem Smartphone-Schrott, denn viel mehr ist Kingsroad nach ein paar Stunden nicht mehr. Nein, danke - da würden wir lieber einen Marathon von Staffel 8 einlegen und danach in Ramsay Boltons Keller übernachten!
3. Nintendo Switch 2 Welcome Tour (NSW2)
Quelle: PC Games
Preis-Leistungs-Hammer: Für eure investierten 10 Euro dürft ihr gleich 20-mal einen Gummiball schütteln.
Mit der Switch 2 hat Nintendo einmal wieder gezeigt: Konsolenhersteller neigen gerne dazu, nach einer erfolgreichen Generation bei ihrer Kundschaft die Daumenschrauben anzuziehen. Spiele, Hardware, Zusatzleistungen - alles wird teurer und eingeschränkter, wenn eine Firma das Gefühl hat, dass die Kunden es sowieso kaufen.
Die Nintendo Switch 2 Welcome Tour ist eine neue Ausprägung dieser Erfolgs-Arroganz. Sony oder Valve stellen PS5 und Steam Deck jeweils noch mit einem beigelegten bzw. kostenlos herunterladbarem Spiel zur Schau, Nintendo aber lässt sich seine trockene Tech-Demo mit zehn Euro vergolden.
Klar, das ist nun nicht die Welt. Dafür kriegt ihr in dieser Wirtschaft nicht mal mehr ein Menü im Fast-Food-Tempel eures Vertrauens, wo die Switch 2 Welcome Tour im Vergleich immerhin keine Bauchkrämpfe auslöst. Ein paar halbwegs unterhaltsame Minuten lassen sich mit der Tour durchaus verbringen, so schnöde sie auch präsentiert wird.
Aber ist nicht einer der Vorteile eines solchen Beipackspiels, dass es unsere Kauf-Reue besänftigt? Wir haben immerhin gerade knapp 500 Euro für die neue Mario-Kart-Maschine hingelegt und der Blick ins karge Software-Lineup lässt schon leichte Zweifel an unseren finanziellen Entscheidungen aufkommen. Dann könnte uns das Ding doch wenigstens eine Weile umsonst mit seinen neuen Funktionen bespaßen, damit wir gar nicht erst ins Grübeln kommen.
Wenn selbst Sony, aka "Laufwerk kostet extra", so etwas deutlich charmanter und gratis hinbekommt, fragen wir uns wirklich, was Nintendo hier geritten hat. Nun, wahrscheinlich war es derselbe Teufel, der gerade in der Hölle den Game-Freak-Entwicklern mit seinem Dreizack in den Hintern piekst, damit sie das nächste Pokémon-Spiel fertigstellen.
2. Ambulance Life: A Paramedic Life Simulator (PC, PS5, XSX)
Quelle: PC Games
Das sieht zwar nach einem ganz schönen Malheur aus, aber immerhin ist uns der Patient nicht von der Trage gekippt!
Wer unsere Flop-Listen fleißig verfolgt, der weiß, dass sich da gerne mal eine Polizeisimulation auf einem der vorderen Plätze befindet. Als Kartoffel-Redaktion haben wir eben einfach ein natürliches Interesse an Recht und Ordnung. Gut, und selbstverständlich auch an allem, was die einheimische Entwicklerszene mal wieder so alles gekocht hat.
2025 hat es uns aber auf die andere Seite des Blaulichtspektrums verschlagen: Bei der Polizei waren wir noch dafür zuständig, Deutschlands Gerichtsmediziner mit durchlöcherten Falschparkern zu beliefern. Bei Ambulance Life: A Paramedic Simulator geht's jetzt stattdessen darum, Leben zu retten.
Also zumindest in der Theorie, denn das Spiel macht es uns in bester Simulator-Manier nicht besonders leicht, unseren Job auszuüben. Teilweise ist das sogar noch realistisch: Auch auf realen Straßen ist nicht jeder Verkehrsteilnehmer schlau genug, einem Krankenwagen aus dem Weg zu fahren, und dass ein Sani mal einen Passanten überrollt, um schneller zum Einsatz zu kommen, gehört für Profis wie uns auch zum Job. Man sagt ja nicht umsonst: "Es geht um Leben und Tod", und leben muss schließlich nur der, wegen dem angerufen wurde.
Aber wenn die Framerate noch instabiler ist als unsere Patienten, die Ausrüstung wie auf Fentanyl in höhere Sphären schwebt und man bei den Figuren nicht weiß, was Unfall und was angeboren ist, dann wird's doch etwas seltsam. Die hakelige Steuerung macht es auch nicht leichter, unsere Fracht noch warm im Krankenhaus abzuliefern. Zum Release hatte Ambulance Life dann noch allerlei Bugs in der Blutbahn, die sich teilweise stark aufs Gameplay ausgewirkt haben.
In den Monaten danach wurden zwar ein paar der Probleme angegangen, aber auch direkt eine kaputte Erweiterung rausgehauen, und jetzt herrscht seit einem halben Jahr Funkstille im Rettungswagen. Ob die Entwickler ihren Patienten irgendwann noch vom Bordstein gekratzt bekommen, bleibt also abzuwarten. Und solange das nicht passiert ist, klatschen wir hier jedenfalls nicht vom Balkon!
