Weiter geht's mit garstigen Hobbits, uralten Diablo-Konkurrenten und überforderten Rennfahrern.
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7. Tales of the Shire (PC, PS5, XSX, NSW)
Quelle: PC Games
Örtlicher Hobbit stocksauer: Neues Herr-der-Ringe-Spiel schon wieder nicht gut
Von einem waschechten "Gollum-Problem" wurden wir dieses Jahr zum Glück verschont, aber trotzdem war es mal wieder keine gute Zeit, um Herr-der-Ringe-Fan mit Gaming-Affinität zu sein. Da wurden im Februar zuerst die Entwickler von Mordors Schatten und Schatten des Krieges geschlossen, und im Juli rollte Tales of the Shire in die Verkaufstheken.
Eine Vollkatastrophe ist die Lebenssimulation im Auenland nun nicht geworden, aber es ist doch ein Spiel, das offenbar glaubt, das "Cozy" in Cozy-Game stünde für "gemütlich vorm Bildschirm wegdösen". Blöd nur, wenn uns die Visagen unserer Hobbit-Nachbarn danach in unseren Albträumen heimsuchen.
Den Artstyle können wir mit viel gutem Willen noch unter "Geschmackssache" verbuchen, aber dass die spartanische Optik dann auch noch munter vor sich hin ruckelt, ist doch eher bedenklich. Der monotone Spielverlauf tut sein Übriges: Wir latschen durch die kleine Map, bis uns die haarigen Hobbit-Füße bluten, und erledigen dabei supersimple Aufgaben ohne viel Langzeitmotivation.
Einzig das Kochen bringt etwas Spieltiefe ins Auenland, wenn wir unsere garstigen Nachbarn mit leckerem Essen bestechen, damit sie uns mögen. Aber auch das schmeckt nicht gut genug, als dass wir die neueste Enttäuschung aus Mittelerde auf Dauer bei uns einziehen lassen würden.
6. Rennsport (PC, PS5, XSX)
Quelle: PC Games
Ganz so sehr reinhängen wie in dieser Szene muss man sich gar nicht, um die KI in Rennsport hinter sich zu lassen.
Dieses Jahr hatten Fans des virtuellen Motorsports die Qual der Wahl: Mit Assetto Corsa EVO, Le Mans Ultimate und Assetto Corsa Rally kamen gleich drei Simulationen auf den Markt, die die Herzen von Hobbyrennfahrern höherschlagen lassen. Der Knackpunkt: Aktuell gibt's die drei Spiele nur auf dem PC, genau wie die Dauerbrenner iRacing, Raceroom oder Automobilista 2.
Konsolenspieler bekommen in dem Segment traditionell deutlich weniger Auswahl und haben sich deswegen auf zwei andere Simulationen gefreut - leider sind beide nicht sonderlich pralle geworden. Da gab's einmal das mittelmäßige Project Motor Racing, und dann kam noch das Spiel mit dem wohl einfallsreichsten Namen seit dem Fernbus-Simulator: "Rennsport". Immerhin: Der Titel klingt doch recht flott, wenn man ihn auf Englisch zum Besten gibt.
Wie gut allerdings das Spiel dahinter geworden ist, könnt ihr euch bei der Platzierung hier vermutlich schon denken. Rennsport ist nicht der schlimmste Racer aller Zeiten und kann im Multiplayer teilweise noch ganz ordentlich unterhalten, aber in so ziemlich allen anderen Punkten muss es sich den Staub seiner Konkurrenten schmecken lassen. Das Fahrgefühl schwankt von Auto zu Auto, die Tonkulisse ist eher schwach auf der Brust und dann gab's bei vielen Spielern noch Probleme mit dem Force-Feedback.
Die größte Bremsspur bekommen aber Singleplayer-Fans ab: Hier hapert's nicht nur an Umfang und Features, sondern vor allem an der KI der anderen Fahrer. Bei der will man stellenweise nur das Fenster runtermachen und ihr irgendwas mit "Führerschein" und "Lotterie" entgegenbrüllen. Besonders hübsch anzusehen ist das Ganze auch nicht. Trotz Unreal Engine 5 kommen die Strecken zu steril und langweilig daher.
Zum Preis von 50 bis 60 Euro, inklusive frecher Mikrotransaktionen, sollten sich sogar ausgehungerte Konsolenfahrer überlegen, ob nicht eine der wenigen Alternativen die bessere Wahl ist. PC-Spieler greifen sowieso lieber zu den anderen Releases des Jahres, denn wirkliche Alleinstellungsmerkmale hat Rennsport auch keine unter der Haube.
5. Sacred 2 Remaster (PC, PS5, XSX)
Quelle: PCGH
Wenn sogar Gothic-Engel in High Heels ein Spiel nicht retten können, dann ist die Lage wirklich ernst.
Es ist mittlerweile fast schon ein Naturgesetz in der Spieleindustrie: Wenn es mal existiert und ein paar tausend Einheiten an den Mann gebracht hat, dann muss es auch irgendwann remastered werden. Man kann vom ewigen Aufwärmen alter Klassiker jetzt halten, was man will, aber eins steht fest: Nicht jedes Remaster ist gleichwertig.
Es gibt Beispiele wie Oblivion Remastered oder Diablo 2 Resurrected, die so aufwändig sind, dass sie die Grenze zwischen Remaster und Remake verschwimmen lassen. Und dann gibt es Spiele wie Sacred 2 Remastered. Da verschwimmt auch eine Grenze - aber leider nur die zwischen Remaster und simpler Portierung.
Zwar haben die Entwickler hier und da kleine Verbesserungen eingebaut, vor allem an der Benutzeroberfläche, aber die täuschen nicht darüber hinweg, dass Sacred 2 mittlerweile einfach hoffnungslos in die Jahre gekommen ist. Das zeigt sich nicht nur an der schlimmen Optik, sondern auch am umständlichen Spielgefühl, einer faden Open World und kraftlosen Kämpfen mit viel Gehakel. Klar, nicht alles davon kann ein Remaster aus dem Weg räumen, ohne ein völlig neues Spiel zu sein. Aber dann stellt sich doch die Frage: Wozu überhaupt das Ganze? Nur um des schnöden Mammons Willen?
Dass viele alte Bugs und Macken immer noch drin sind, neue hinzugefügt wurden und die Konsolenfassungen nicht mal den Multiplayer mitbringen, stößt zusätzlich sauer auf. Am Ende ist das Sacred 2 Remaster damit eine Neuauflage geworden, die sogar für beinharte Fans nicht viel zu bieten hat. Und neue Spieler werden bei dem alten Schinken vermutlich eh schon nach wenigen Minuten die Flucht ergreifen.
