Oblivion Remastered im Test: Pure Nostalgie in Edelgrafik - war das den ganzen Hype wert?

Test Felix Schütz
Oblivion Remastered im Test: Pure Nostalgie in Edelgrafik - war das den ganzen Hype wert?
Quelle: PC Games

Die Fans riefen und Bethesda hat geantwortet: Oblivion Remastered bringt den legendären Rollenspiel-Klassiker nach 19 Jahren zurück. Wir klären, was sich an Grafik und Gameplay wirklich getan hat - und wo immer noch einiges zu tun ist.

Von allen Hits, die Bethesda bislang landen konnte, ist Oblivion vielleicht der wichtigste. Natürlich war Morrowind schon Jahre zuvor ein großer Erfolg. Doch Oblivion war das Spiel, mit dem Bethesda endgültig der große Durchbruch gelang. Teil vier der Elder-Scrolls-Serie wurde 2006 von unzähligen Fans herbeigesehnt, es war ein Hype mit Signalwirkung: Selbst im Zeitalter von World of Warcraft konnten reine Singleplayer-Rollenspiele immer noch ganz weit oben mitspielen.

Oblivion sollte für Rollenspiele das werden, was Half-Life 2 für die Ego-Shooter war: Mit moderner Technik, riesigem Umfang, motivierenden Quests und zugänglichem Gameplay kassierte es damals Traumwertungen und verkaufte sich besser als Argonischer Blutwein. Es war ein Rollenspiel für die Massen, ganz egal ob man Genre-Fan war oder blutiger Anfänger, egal ob man auf dem PC spielte oder auf der nagelneuen Xbox 360 - Oblivion wurde zum Hit.

Und nun ist sie da, die heiß ersehnte Neuauflage, nach der die Fans so lange verlangt hatten. Dass heimlich an einem Remaster gewerkelt wird, brüllten die Spatzen ja schon länger von den Dächern. Doch bis zum Shadow Drop am 22. April verging trotzdem ungewöhnlich viel Zeit, in der sich Bethesda partout nicht in die Karten schauen ließ. Und nun wissen wir auch warum.

Grafik mit Unreal-Power

Unter "Remaster" verstehen wir meistens Spiele in hohen Auflösungen, hier und da mit schöneren Texturen und verbesserter Steuerung - doch im Kern eben das alte Spiel. Doch was Bethesda und Virtuos hier abliefern, geht weit darüber hinaus: Oblivion Remastered (jetzt kaufen 40,4 € ) ist zwar auch "nur" das alte Spiel mit viel Schminke drauf, doch allein bei der Grafik könnte man fast meinen, man habe aus Versehen ein Remake installiert. Selbst das schicke Metroid Prime Remastered kann da nicht mithalten!

Die Entwickler greifen nämlich zu einem cleveren Trick, den man so ähnlich auch schon bei Diablo 2 Resurrected gesehen hat: Sie stülpen im Grunde einen modernen Grafik-Motor über das alte Spiel. Unter der Haube tickt also immer noch das 19 Jahre alte Oblivion mit seiner betagten Gamebryo-Engine. Doch die Grafik wird nun von der Unreal Engine 5 berechnet - und das hat sich gelohnt, denn das Team von Virtuos lässt hier keinen Stein auf dem anderen.

Bildergalerie

Jede Textur, jede Pflanze, jede Waffe, jeder NPC, jedes Gesicht, jedes Kostüm, einfach alles wurde neu gestaltet. Alle Oberflächen wirken nun plastischer, die Beleuchtung samt Schattenwurf wurde radikal verbessert, es gibt viele neue Umgebungsdetails, eine lebendigere Fauna und auch bei der Weitsicht gibt es nichts zu meckern.

Schaut euch die neue Grafik einfach mal im großen Testvideo an - es sind auch ein paar Vergleiche zum Original dabei!

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

An Kingdom Come: Deliverance 2 kommt die Grafik zwar nicht heran, doch für ein Remaster eines 19 Jahre (!) alten Spiels ist das Ergebnis trotzdem beeindruckend. Zusammen mit der zeitlos guten Musikuntermalung kommt hier sofort wieder die unverwechselbare Atmosphäre auf, die Oblivion so besonders macht.

Technik mit Höhen und Tiefen

Die Entwickler haben auch die Kampfanimationen überarbeitet, für ein Remaster keine Selbstverständlichkeit. Gerade im Nahkampf fällt das verbesserte Trefferfeedback auf, Schläge und Blocken haben einfach ein bisschen mehr Wucht als früher. Das macht die Kämpfe zwar nicht anspruchsvoller oder abwechslungsreicher, aber sie wirken dadurch zumindest etwas moderner - und das ist schon viel wert.

Die Ladezeiten haben ein Extralob verdient: In Oblivion wimmelt es nur so vor Ladeunterbrechungen, die aber immer noch angenehm kurz ausfallen. Dass sich manche Grafikdetails etwas verzögert nach dem Laden aufbauen, ist da locker zu verschmerzen. Schließlich ist alles besser als ein ewig langer Ladescreen, in dem man Däumchen dreht! Wer schon mal Skyrim auf der Xbox 360 gespielt hat, weiß, wovon ich rede.

Oblivion Remaster - Screenshots Quelle: PC Games Leider frisst die schöne, neue Grafik mächtig Leistung. Auf der normalen PS5 und der Series X könnt ihr zum Beispiel zwischen einem Qualitäts- und Leistungsmodus wählen, doch selbst mit Performance-Einstellung rutscht die Framerate immer wieder mal deutlich unter 60 Fps. Gut spielbar bleibt's zwar meistens trotzdem, doch optimal ist das noch lange nicht.

Technik-Test von PCGH: So hardwarehungrig ist das Oblivion Remastered

Auf dem PC fällt das noch deutlicher auf: Hier bekommt ihr dank Hardware-Lumen und feinen Spiegelungen zwar die mit Abstand schönste Optik geboten - allerdings bringen maximale Settings selbst modernste Grafikkarten ins Schwitzen. So schön die Grafik auch sein mag, der Hardwarehunger geht hier einfach eine Spur zu weit. Mögen die Patches es richten!

Da überrascht es dann auch nicht weiter, dass das Steam Deck mit dem Spiel völlig überfordert ist. Natürlich darf man auf der schmalen Hardware keine Wunder erwarten - aber warum Oblivion Remastered überhaupt noch das Zertifiziert-Siegel von Valve erhalten konnte, bleibt ein Rätsel. Kleiner Tipp: Mein Kollege Stefan hat sich dazu seine Gedanken gemacht.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk