Wenn Fans es besser können: So stehlen Mods und Fan-Games Blockbustern die Show
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Fan-Games, Mods und Co. gehören zur Gaming-Branche wie Call of Duty, Zelda und Indie-Games - und sie sind häufig besser als das Original!
Kritische Stimmen behaupten, Nintendo würde ihre Fans hassen und ihnen keinerlei kreative Freiheit geben, um aus ihren IPs etwas Neues zu kreieren. Gleichzeitig würden sie die kostenlose Werbung, die sie mit Videos über Fan-Content bekommen, zurückweisen.
Andere sind der Meinung, Nintendo gehe einfach nur sehr vorsichtig mit ihren Marken um und legt sie ungern in die Hände unabhängiger Entwickler. Sie wollen sichergehen, dass ihre Charaktere nicht auf eine Art und Weise dargestellt werden, die außerhalb ihrer Vorstellungen liegt. Immerhin steht Nintendo wie kein Zweiter für familienfreundliches Gaming.
Bethesda: Wenn Mods die Spiele beherrschen
Bethesda zeigt uns, was passiert, wenn Fancontent - in diesem Fall installierbare Mods - ein so großer Bestandteil werden, dass sie nicht mehr aus Spielen wegzudenken sind. Denn was wären Skyrim, Fallout 4 und Co. ohne Mods? Sie alle werden von einer riesigen Mod-Community unterstützt. Die Vorteile liegen bereits auf der Hand: die Fehler der Entwickler werden korrigiert und fehlende Features werden hinzugefügt.
Doch genau da liegt das Problem: Bethesda verlässt sich mittlerweile so sehr auf ihre Community, dass sie in bestimmte Dinge bewusst weniger Arbeit stecken. So ist es schon seit Längerem Standard, dass die Inventare in Bethesda-Spielen äußerst unübersichtlich sind. Bei Starfield hat sich das nicht geändert, ganz nach dem Motto "die Modder werden es ja regeln" - und das taten sie auch.
Es dauerte keine fünf Tage, bis die Mod StarUI erschien. Genauso wie FallUI von Fallout 4 und SkyUI von Skyrim machte sie das Inventar übersichtlicher und benutzerfreundlicher. Natürlich bleibt es nicht beim Inventar: Mods für Bugfixes, grafische Verbesserungen und sonstige Anpassungen sind essenziell, wenn man aus Starfield, The Elder Scrolls und Fallout das Maximum herausholen will.
Quelle: Moby Games
Fallout 4
Bethesda ist sich der Beliebtheit der Mods in ihren Spielen natürlich bewusst. Ihre Titel sind mittlerweile geradezu darauf ausgelegt, gemoddet zu werden. Ein zweischneidiges Schwert, wie wir bereits gesehen haben. Noch dazu kommt, dass Bethesda bereits versucht hat, selbst Profit daraus zu ziehen.
2015 führten sie in Zusammenarbeit mit Valve kostenpflichtige Mods für Skyrim im Steam Workshop ein. Darauf folgte ein enormer Shitstorm, was neben der Tatsache, dass etwas, was bisher gratis war, nun Geld kostete, auch daran lag, dass Modder lediglich 25 Prozent der Einnahmen bekamen, während Valve 30 Prozent und Bethesda 45 Prozent beanspruchten.
Bethesda begründete das damit, dass es auf Steam Standard ist, 30 Prozent an Valve abzugeben und nannten ihre 45 Prozent den "Industriestandard". Wenige Tage darauf waren kostenpflichtige Mods auch schon wieder Geschichte: Valve gab bekannt, Mod-Käufe zurückzuerstatten und meinten, sie hätten verstanden, dass Skyrim nicht der richtige Ort sei, um kostenpflichtige Mods einzuführen.
Doch Bethesda startete einen zweiten Anlauf: Der Creation Club, der 2017 für Fallout 4 und Skyrim veröffentlicht wurde, war eine Möglichkeit für Spieler, Mods, die vom Entwickler selbst oder von anderen Moddern erstellt wurden, zu kaufen.
Laut Bethesda handelte es sich dabei nicht um kostenpflichtige Mods, weil die Mods, die man kannte, weiterhin kostenlos verfügbar waren und auf dieselbe Weise gedownloadet werden konnten, wie es bisher der Fall war. Den Creation Club sah Bethesda lediglich als Methode, offiziell abgesegneten hochqualitativen Content zum Spiel hinzuzufügen und dabei auch mit der Community zusammenzuarbeiten.
Im Grunde handelt es sich dabei also um eine Mischung aus DLCs und kostenpflichtigen Mods. Die Community war trotzdem nicht begeistert. Der Content, den der Creation Club bot, sei das Geld in den Augen zahlreicher Fans nicht wert und viele Spieler blieben doch lieber bei der altbewährten Methode.
