Trotz Gaming-Boom: Warum werden in Deutschland kaum Videospiele programmiert?

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Trotz Gaming-Boom: Warum werden in Deutschland kaum Videospiele programmiert?
Quelle: Felix FalkUbisoft

Deutschland ist einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Welt - die Gaming-Branche ist trotzdem relativ klein. Aber warum ist das so? Eine Spurensuche.

Wir sprachen über dieses Thema mit Felix Falk, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Games-Branche "game". Der sagt, dass die Regierung die jährliche Förderung bereits auf 70 Millionen erhöht habe. Aber: "Eine dauerhafte Lösung ist das nicht. Schon jetzt ist klar, dass mit dem zunehmenden Erfolg der Maßnahme die bereitgestellten Mittel ansteigen müssen. Diese führen dann auch zu umso höheren Mehreinnahmen. Aber wenn wir hier immer wieder in Förderstopps reinlaufen, die andere Standorte nicht haben, dann ist das ein klarer Wettbewerbsnachteil." Zudem existieren in anderen Ländern sogenannte "Tax Breaks", also Steuererleichterungen, die internationalen Entwicklern eine bessere finanzielle Planung ermögliche. Auch in diesem Fall müsse die Bundesregierung mehr tun.

Förderung für Games-Branche: Hat Deutschland den richtigen Zeitpunkt verpasst?

Auch wenn Falk die Förderung seitens des Staates begrüßt - Deutschland sei damit viel zu spät dran gewesen. "Andere Länder wie Frankreich, Großbritannien oder Kanada haben die große Relevanz von Games viel früher erkannt und deren Entwicklung schon vor Jahren gefördert. Diesen zeitlichen Vorsprung müssen wir erst aufholen. Die Einführung der Games-Förderung war ein guter Startpunkt. Jetzt müssen wir die Rahmenbedingungen weiter verbessern, um wettbewerbsfähig zu werden und unsere Aufholjagd erfolgreich fortsetzen zu können", erklärt der 43-Jährige.

Felix Falk Quelle: Felix Falk Felix Falk Weiterhin habe laut Falk diese Tatsache dafür gesorgt, dass andere Länder im Vergleich zu Deutschland sich nicht nur finanziell deutlich besser aufgestellt haben:

"Dort ist aufgrund der deutlich früheren Unterstützung der Spiele-Entwicklung ein größeres Games-Ökosystem vorhanden. Die öffentliche Unterstützung insbesondere durch eine Games-Förderung ist in vielen Ländern stärker, transparenter und unbürokratischer. Auch ist die Fachkräftesituation vor allem auf Senior-Positionen entspannter."

Laut Falk seien durch die staatliche Förderung schon erste Erfolge zu sehen: "Obwohl wir uns noch ganz am Anfang befinden, sind erste Effekte bereits auszumachen. So ist die Anzahl der Games-Unternehmen und Beschäftigten in den vergangen zwei Jahren stark gestiegen. Diese Entwicklung muss jetzt mit den richtigen Rahmenbedingungen weiter unterstützt werden."

Eine Entwicklung in die richtige Richtung?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Fachkräftemangel kombiniert mit zu wenig staatlicher Förderung hauptsächlich dafür verantwortlich sind, dass deutsche Videospielentwickler international kaum Beachtung finden.

Doch die Weichen für eine bessere Zukunft sind gestellt. Der Staat arbeitet Jahr für Jahr daran, heimische Entwickler besser zu unterstützen und auch die Ausbildung für angehende Entwickler an Hochschulen und Universitäten wird immer besser.

Bei aller Freude darüber darf man aber nicht vergessen, dass der Rückstand Deutschlands im internationalen Vergleich groß ist. Ob und wie schnell diese Lücke geschlossen werden kann, das kann wohl auch der beste Experte noch nicht voraussehen. Da hilft nur abwarten, Tee trinken - und Videospiele zocken.

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