Achievement unlocked! Warum uns Ingame-Erfolge so sehr faszinieren

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Achievement unlocked! Warum uns Ingame-Erfolge so sehr faszinieren
Quelle: Sony

Achievements, Trophäen und Errungenschaften sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Spielelandschaft. Aber woher kommen sie eigentlich? Wie denken sich Entwickler Ingame-Erfolge aus? Und warum sammeln wir die Dinger so gerne? In unserem großen Report gehen wir mit euch auf Spurensuche!

Sie sind aus der heutigen Gaming-Landschaft einfach nicht mehr wegzudenken: Errungenschaften, Trophies, Achievements oder eben ganz einfach nur Erfolge. Ob nun auf Playstation, Xbox oder Steam, auf beinahe jeder Plattform, jedem Launcher und jedem Game-Service sind die kleinen digitalen Fleißsternchen mittlerweile ein elementarer Teil der Spielerfahrung, mit denen Spieler zum Erkunden, Interagieren und Sammeln motiviert werden. Wir wollen uns in diesem Special mal etwas näher mit der Materie auseinandersetzen und fragen: Wo kommen Achievements eigentlich her? Wie denken sich Spieleentwickler Errungenschaften aus? Und warum sind manche Leute so heiß darauf, möglichst viele Trophäen zu sammeln? Also schnappt euch etwas Popcorn und schüttelt die Couchkissen auf, wir machen uns auf die Suche nach Antworten!

Das digitale Fleißsternchen

Fangen wir mal mit den Basics an: Was sind denn diese Achievements eigentlich und wo kommen sie her? Hier greifen wir einfach mal auf die deutsche Definition von Wikipedia zurück, die da lautet: "Als Achievement wird in Videospielen eine virtuelle Auszeichnung bezeichnet, die der Spieler für das Erreichen eines Zieles oder Durchführen einer bestimmten Handlung erhält."

Heißt vereinfacht ausgedrückt: Wenn ihr ingame einen gewissen Fortschritt erreicht, eine an euch gestellte Herausforderung abschließt oder sonst etwas besonders Lobenswertes schafft - 100 Headshots verteilen zum Beispiel - dann belohnen euch die Entwickler dafür, meistens in Form einer kleinen Pop-up-Nachricht mit schönen Soundeffekt.

Manche Achievements sind auch sehr anspruchslos. In Halo Infinite werdet ihr etwa dafür beloht, eure Spartan-ID zu ändern. Quelle: PC Games Manche Achievements sind auch sehr anspruchslos. In Halo Infinite werdet ihr etwa dafür beloht, eure Spartan-ID zu ändern. Die fällt je nach Plattform ein klein wenig anders aus: Auf der Xbox bekommt ihr beispielsweise sogenannte Gamerscore-Punkte gutgeschrieben. Auf der Playstation gibt's dagegen gleich eine Trophäe. Diese Auszeichnungen lassen sich über ein entsprechendes Menü verwalten und können auf eurem Profil zur Schau gestellt werden.

Viele Plattformen bieten auch irgendeine Art von System, mit dem ihr eure Erfolge mit denen anderer Spieler vergleichen könnt. Mehr lässt sich mit ihnen allerdings nicht anstellen. Im Gegensatz zu Secrets, die irgendeine Art von spielerischem Mehrwert mit sich bringen, sind Achievements meist rein kosmetischer Natur.

Am Anfang war die Arcadehalle

Der Grundgedanke hinter diesen Errungenschaften geht natürlich auf die Bestenlisten aus der Arcade-Zeit zurück. Den Highscore zu knacken und das den anderen Spielern ordentlich unter die Nase zu reiben, machte damals einen elementaren Teil des Spielhallen-Erlebnisses aus. Die ersten richtigen Achievements, zumindest im weitesten Sinne, dachten sich dann die Amis aus - genauer gesagt Activision.

Der Spielehersteller führte in den früher 80er-Jahren sogenannte "Patches" ein, also Aufnäher. Die gab es zu fast jedem Spiel auf dem Atari 2600, dem Intellivision oder dem C64. Einzige Voraussetzung, um einen von ihnen abzustauben: Ihr musstet eine bestimmte Aufgabe erfüllen, die im Handbuch des entsprechenden Spiels stand, ein Beweisfoto knipsen und es an Activision schicken. Dann kam per Post ein kleiner Filz-Orden zurück. Wer etwa in Robot Tank 60 gegnerische Panzer zerstört hat, durfte sich über eine Art baumwollenes Verdienstkreuz freuen.

Erste Ingame-Achievements, wie man sie heute kennt - also aus Pixeln und nicht aus Stoff - gab es dann im 1990 veröffentlichten E-Motion auf dem Amiga, einem Puzzler, in dem ihr mit eurem Raumschiff farbige Kugeln einsammeln müsst. Die Erfolge hießen da zwar noch "Secret Bonuses" und ihre Anzahl war mit gerade einmal fünf Stück doch recht überschaubar.
Fun Fact: Das 'E' in E-Motion steht für Einstein. Warum? Keine Ahnung! Quelle: PC Games Fun Fact: Das "E" in E-Motion steht für Einstein. Warum? Keine Ahnung! Im Grunde war es aber das noch heute bekannte Konzept: Wer bestimmte Ingame-Ziele erfüllte, also etwa ein komplettes Level beendete, ohne zu sterben, durfte sich über eine zusätzliche Belohnung freuen. Im Gegensatz zu den Activision-Patches waren diese Boni zwar schon direkt im Spiel enthalten, sie konnten aber noch nicht anderen Spielern online präsentiert werden.

So ein Feature gab es erst 1996 mit der MSN Gaming Zone, einer Website auf der ihr Bejeweled, Solitär oder Farm Frenzy zocken und dabei "Badges" verdienen konntet, die sich dann über Social-Features mit anderen teilen ließen.

In den 2000ern nahm die Verbreitung von Achievements dann so richtig Fahrt auf, besonders angeheizt durch das Aufkommen von Online-Services und Clients. Microsoft führte bereits 2005 den Gamerscore für die Xbox 360 ein, 2007 wurde das Angebot auf Games for Windows erweitert. Steam konterte noch im selben Jahr mit den hauseigenen Errungenschaften und 2008 zog dann schließlich auch Sony mit seinem Trophäen-System nach.

Sonderfall Nintendo

Mittlerweile gibt es Erfolge fast überall: auf Stadia, im Epic Games Store oder dem Apple Game Center. Sogar abseits der Spielebranche machen sie sich breit: Die smarte Wasserflasche zählt zum Beispiel mit, wie viele Liter ihr schon getrunken habt, verleiht euch Trophäen für eure Leistung und lässt euch im Ranking gegen eure Freunde antreten.

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