Spielegeschichte von 2000 bis 2010: Größer, schneller, weiter, teurer!

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Spielegeschichte von 2000 bis 2010: Größer, schneller, weiter, teurer!
Quelle: Valve

Im vierten Teil unserer Artikelserie springen wir nicht nur ins nächste Jahrzehnt, sondern gleich in ein neues Jahrtausend!

Hatte man im Übrigen keine Lust auf ausschweifende Rollenspielwelten und wollte sich lieber mit seinen Onlinefreunden zu kernigen Ballergefechten treffen, dann konnte man sich beispielsweise in den epischen Schlachten eines Battlefield 1942 (2002) austoben, mit Freunden die komplette Kampagne von Halo 3 (2007) durchspielen oder via Left 4 Dead (2008) gemeinsam im Viererteam gegen Zombies kämpfen. Das Internet offenbarte allerdings auch einige Nachteile, die sich erst mit der Zeit herauskristallisierten. Allen voran konnten sich Spiele plötzlich verändern, weil sie dank Internet-Connection und fortwährender Hardware-Entwicklungen in regelmäßigen Abständen gepatcht wurden. Dabei stieß nicht jede Veränderung auf Gegenliebe und vergraulte im schlimmsten Fall die Fans der "ersten Stunde". Unternehmen wie Blizzard reagieren inzwischen darauf und bieten beispielsweise mit World of Warcraft Classic (seit 2019) einfach eine "alte" Version ihres Über-Hits an.

Das Patchen von Spielen weitete sich langsam, aber sicher auch auf Singleplayer-Titel aus, auch wenn dieser Trend in den 2000er-Jahren noch nicht so verbreitet war wie in den 2010ern. Erneut war dies anfangs eher ein Segen, schließlich konnten die Entwickler bereits ausgelieferte Spiele nun problemlos verbessern und Fehler korrigieren.

Der Autor dieser Zeilen erinnerte sich mit Grausen an den Klassiker Ultima Underworld 2 (1993), der aufgrund eines Bugs an einer Stelle nicht mehr weiter lief ... weshalb man Wochen (!) warten musste, bis man an eine Patch-Diskette herankam. Per Internet wäre dieser Fauxpas innerhalb weniger Minuten ausgebügelt gewesen.

Demon's Souls Quelle: From Software Demon's Souls Gleichzeitig wirft man den Entwicklern heute eine gewisse Nachlässigkeit vor, wissen diese doch, dass ihre Spiele nicht am ersten Tag perfekt laufen müssen, da sie sie nachträglich patchen können.

Doch dieses Thema greifen wir besser im letzten Teil unserer Artikelserie auf, wenn wir über die Veränderungen der 2010er-Jahre erzählen.

Fazit: vollendeter Reifeprozess

Halten wir fest: Die Spiele der 2000er-Jahre waren erwachsener, vielschichtiger und versierter als jene zuvor. Während ein gehypter Blockbuster-Kandidat oder eine lange herbeigesehnte Fortsetzung nicht mehr zwingend ein Hit sein mussten, überraschten geniale Köpfe wie Fumitu Ueda und die geballte Kraft der Independent-Szene mit echten "Kunstwerken".

Die Hardware der neuen Konsolen mag keine derart riesigen Sprünge vollbracht haben, wie sie noch in den 1990er-Jahren möglich waren. Dafür änderte sich viel am "Drumherum", sodass immer mehr Spieler einen Flachbildfernseher und eine stabile Internetleitung benötigten.

Bis Ende des Jahrzehnts mutmaßten Experten, dass MMORPGs den kompletten Spielemarkt erobern und sogar Singleplayer-Titel obsolet machen würden. Gleichzeitig läuteten sie den Trend der Unumkehrbarkeit ein, die einstmals beliebte Spiele theoretisch in eine falsche Richtung "verbesserten" konnten oder mangels Erfolg sowie dem Abschalten der Server gar nicht mehr spielbar waren.

Und dann war da noch der Aufstieg der Casual Games wie Plants vs. Zombies (2009), leicht zugänglicher Triple-A-Kost in Form von Die Sims (2000) und der Durchbruch des Interactive Movies, der immer mehr Spiele mit immer weniger Anspruch hervorbrachte. Ein Trend, der 2009 mit einem größenwahnsinnigen Geheimtipp namens Demon's Souls erstmals auf die Probe gestellt wurde und im nächsten Jahrzehnt in einer echten Gegenbewegung resultierte. Doch darüber berichten wir im kommenden und letzten Teil unserer Artikelreihe.

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