Spielegeschichte von 2000 bis 2010: Größer, schneller, weiter, teurer!

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Spielegeschichte von 2000 bis 2010: Größer, schneller, weiter, teurer!
Quelle: Valve

Im vierten Teil unserer Artikelserie springen wir nicht nur ins nächste Jahrzehnt, sondern gleich in ein neues Jahrtausend!

Dank des technologischen Fortschritts gab es immer bessere Emulatoren, mit denen man die Spiele alter Konsolen auf einer modernen Hardware zocken konnte. Streng genommen existierten bereits vor der Jahrtausendwende vereinzelte Retro-Kollektionen wie Microsoft Arcade (1993) und Activisions Atari 2600 Action Pack (1995). Doch richtig "hip" wurden sie erst im Zuge des Erfolgs der Playstation 2, für die reihenweise Sammlungen mit alten Spielhallenautomaten erschienen sind. Besonders viel Mühe gab sich Taito: Der japanische Entwickler veröffentlichte von 2005 bis 2007 eine kleine Serie namens Taito Memories, die aus vier Editionen plus einem Spin-off für die Playstation Portable bestand. Darin enthalten waren Dutzende alter Arcade-Kleinode, die teilweise zum ersten Mal offiziell beziehungsweise legal außerhalb der Spielhalle zugänglich waren.

Auch Sega hatte schon in den 1990er-Jahren diverse Neuauflagen von Out Run, Power Drift und Space Harrier unter dem "Sega Ages"-Label veröffentlicht. Für die Playstation 2 setzte man die Reihe vornehmlich in Japan fort, wenn auch mit einer anderen Ausrichtung: Anstatt die Arcade-Automaten möglichst akkurat zu emulierten, entschied man sich für eine grafische wie technische Neuinterpretation.

Der Schuss ging allerdings nach hinten los - nahezu alle dieser neuen Versionen von Golden Axe (2003) bis Space Harrier (2003) wirkten lieblos und klobig.

Taito Memories Quelle: Taito Taito Memories Wirklich gute Remakes mussten deshalb mehr als hässliche Polygone liefern und im Idealfall den alten Klassiker von Grund auf generalüberholen. Als besonders positives Beispiel sei Tomb Raider: Anniversary (2007) genannt: US-Entwickler Crystal Dynamics gestaltete hierfür die Levels des alten Tomb Raider (1996) komplett neu und konnte trotzdem den Nostalgiecharme des Originalspiels nahezu perfekt reproduzieren.

Sega hingegen ruderte komplett zurück und konzentrierte sich ab Space Harrier 2: Space Harrier Complete Collection (2005) wieder auf eine möglichst akkurate Emulation, was von den Fans deutlich positiver aufgenommen wurde. Somit hatte sich der 90er-Jahre Hype rund um 3D-Grafik und Polygone regelrecht um 180 Grad gedreht und die vormals verschmähte Pixelart zurück ins Rampenlicht gerückt.

Der Gipfel dieses Nostalgiewunsches: Es erschienen erstmals brandneue Spiele, die für oder zumindest im Geiste einer alten Hardware programmiert wurden. Besonders gut zu sehen war dies in Capcoms Mega Man 9 (2008), das rein grafisch sowie musikalisch genauso auf dem 8-Bit-Gerät Nintendo Entertainment System vorstellbar gewesen wäre.

Mega Man 9 Quelle: Capcom Mega Man 9 Leider sollte Mega Man 9 noch in einer ganz anderen Hinsicht als Paradebeispiel für einen eher unschönen Trend der 2000er-Jahre dienen: der Einführung unzähliger Mini-DLCs, in denen ehemalige Standardfeatures wie Cheatmodi oder alternative Schwierigkeitsgrade für ein paar Euro angeboten wurden.

Bis zu sieben Milliarden Mitspieler

Ebenfalls rasant an Bedeutung gewann der Markt der Massively Multiplayer Online Games (kurz MMOs). Vor der Jahrtausendwende gingen mit Ultima Online (1997) und Everquest (1999) bereits zwei kommerziell erfolgreiche Online-Titel an den Start, die selbst heute noch dank Free 2 Play nutzbar sind.

2000 überraschte zudem Sega mit dem charmanten Phantasy Star Online (2000), einem erstaunlich leicht zugänglichen Online-Rollenspiel für die Dreamcast. Doch jeder dürfte wissen, welcher noch folgende Megaseller das Genre wahrlich in den Olymp der wichtigsten Spiele überhaupt hieven sollte: World of Warcraft (2004).

Kaum ein Titel hatte die Welt der Spiele derart auf Ansage verändert, schließlich war Blizzard dank ihrer Hit-Franchises Starcraft, Diablo und natürlich Warcraft bereits einer der beliebtesten Entwickler seiner Zeit.

Die Ankündigung, ihr Strategie-Universum rund um Menschen, Orks, Untote und Nachtelfen in ein Online-Rollenspiel à la Everquest zu transferieren, wurde entsprechend mit großen Erwartungen begleitet. Und sowohl die anfänglichen Kritiken als auch der kommerzielle Erfolg sollten dem Hype gerecht werden.

Im Prinzip hatte World of Warcraft einfach "nur" ein einsteigerfreundliches MMORPG mit einer übersichtlichen Steuerung und einer irre motivierenden Spielwelt gekreuzt. Gemeinsam mit Steam hatte es zudem die Internet-Kultur weit nach vorn katapultiert und den vormals eigenbrötlerischen Zocker, der tagelang allein vor dem Monitor hockte, zu einem sozial aktiven Wesen gemacht.

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