Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen

Special Manuel Zippl Lukas Schmid
Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen
Quelle: Moby Games

Gaming befindet sich im Wandel, und ein wichtiger Faktor dabei ist die gar nicht mehr so einfach zu treffende Entscheidung, ob man Spiele lieber im Laden oder digital kaufen möchte.

Erst vor einigen Wochen wurde Nintendo mit der Nintendo Direct zu ihrer heiß erwarteten neuen Konsole, der Nintendo Switch 2, zum Gesprächsthema Nummer eins in der Gamingwelt. Dies geschah allerdings nicht aus den Gründen, die sich das Unternehmen gewünscht hätte.

Während die neue Konsole mit einem überarbeiteten Design, 4k-Auflösung und bis zu 120 Bildern pro Sekunde bei 1080p überzeugen konnte, stieß vor allem eins auf Kritik: die Preispolitik. Der Konsolenpreis von 469,99 € wird von einigen Fans noch verziehen.

Besonders schwer auf dem Magen lag vielen allerdings der Preis von 79,99 € für einige Spiele - wie etwa Super Mario Party Jamboree, The Legend of Zelda: Breath of the Wild / Tears of the Kingdom und nicht zuletzt das neue Mario Kart World. Letzteres soll in der physischen Variante in Europa sogar 89,99 € kosten. Ein großer Teil der Community hielt diese Preise für astronomisch.

So verwandelte sich der anfängliche Hype im Laufe der Zeit nach der Direct - bei welcher die Preise nicht thematisiert wurden - in einen regelrechten Shitstorm. In einem Livestream des Nintendo Treehouse quoll der Chat nur so über von "DROP THE PRICE" - Kommentaren, und das den ganzen Stream über.

Auch die Befürchtung, dass andere Spielehersteller dieser Preispolitik folgen könnten, ist groß - und teilweise sogar schon eingetreten: Anfang Mai kündigte Microsoft an, die Preise für neue First-Party-Games in den USA auf 79,99 $ zu erhöhen.

Es steht ebenfalls die Sorge im Raum, dass Nintendo mit dieser neuen Preisgestaltung den physischen Spielemarkt schwächen könnte. Der Gedankengang scheint logisch: Warum sollte man sich die 10 € teurere physische Version holen, obwohl es sich im Grunde um dasselbe Spiel handelt?

Böse Zungen vermuten Nintendos Hintergedanken, mit dem physischen Preis Mehrkosten decken und gleichzeitig Käufer zur digitalen Version lenken zu wollen. Diese Behauptungen sind natürlich reine Spekulation - Nintendo selbst rechtfertigte den Preis mit einem großen Spielumfang, neuen Features und einem hohen Unterhaltungswert.

Bei europäischen Freunden von physischen Spielen bleibt wahrscheinlich trotzdem ein fader Beigeschmack: Immerhin zahlen sie ohne Mehrwert 10 € drauf.

Allgemein haben physische Spiele im heutigen digitalen Zeitalter nicht leicht. Während die Meinungen bei der Frage, ob physische Spiele aussterben, auseinandergehen, kann man nicht leugnen, dass diese Form des Gamings mit einigen nicht unbedeutenden Herausforderungen zu kämpfen hat.

Der Aufstieg der physischen Spiele

Um physische und digitale Spiele effektiv vergleichen zu können, sollte man zunächst einmal über deren Geschichte und Eigenschaften Bescheid wissen: Ganz grundlegend versteht man unter einem physischen Spiel einen Titel, welchen man in einem Laden wie etwa GameStop oder MediaMarkt kauft, und der sich auf einer Cartridge, einer CD-ROM oder einem ähnlichen Medium befindet.

Dieses legt man in seine Konsole oder seinen PC ein und kann anschließend - nach eventuellen Downloads zusätzlicher Daten - mit dem Spielen beginnen.

Lange Zeit dominierten physische Spiele den Markt. Es fing alles in den 70ern an, als man sich nicht mehr für jedes Spiel eine eigene Konsole kaufen musste, sondern mittels Cartridges gleich mehrere Spiele auf derselben Konsole zocken konnte. Bis in die 90er-Jahre hinein waren Cartridges der Standard, wenn es ums Aufbewahren von Videospieldaten ging.

Ein weiteres Medium, auf dem bekannte Spiele wie Doom (1993) oder Prince of Persia (1989) enthalten waren, war die Floppy Disk, die von Sony 1980 eingeführt wurde.

Floppy Disk Doom Quelle: Moby Games Sowohl die Floppy Disk als auch Cartridges wurden zunehmend von CD-ROMs ersetzt, durch die Spiele nun viel größer und umfangreicher sein konnten. Erfolgreiche Spiele wie Myst (1993), Resident Evil (1996) oder Final Fantasy 7 (1997) wurden auf CD-ROM veröffentlicht, um das volle Potenzial der damaligen Technologie auszuschöpfen und den Spielern ein bestmögliches Spielerlebnis zu bieten.

Während Cartridges nämlich lediglich Platz für 64 MB an Daten boten, konnten auf CD-ROMs ganze 700 MB untergebracht werden - eine Revolution für damalige Verhältnisse.

CD-ROMs waren außerdem billiger zu produzieren und reduzierten die Produktionszeiten von Spielen, was zu niedrigeren Preisen führte. Durch CD-ROMs gelang es Sony mit der ersten Playstation, den damaligen Konsolenkrieg gegen Nintendo und deren N64 zu gewinnen.

Als Nachfolger der CD-ROM bot die DVD-ROM, die sich in den 2000ern etablierte, bis zu 4,7 GB (Single Layer, also eine Datenschicht) und 8,5 GB (Dual Layer, also zwei Datenschichten) Speicherplatz. Auf DVD-ROMs fanden beliebte Spiele wie Halo: Combat Evolved (2001) oder Final Fantasy 10 (2001) Platz. Sowohl CD-ROMs als auch DVD-ROMs wurden von der PlayStation 2 und der ersten Xbox unterstützt.

Bildergalerie

Auf der PlayStation 2 konnte man zusätzlich noch DVD-Filme abspielen, was sie zu einem absoluten Verkaufsschlager und zur bis heute am häufigsten verkauften Konsole mit 160 Millionen verkauften Einheiten machte - nicht zuletzt, weil echte DVD-Player damals um einiges teuer waren als die PS2. Auf der Xbox war das Abspielen von DVD-Filmen mit dem separat erhältlichen "DVD Movie Playback Kit" ebenfalls möglich.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk