Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen

Special Manuel Zippl Lukas Schmid
Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen
Quelle: Moby Games

Gaming befindet sich im Wandel, und ein wichtiger Faktor dabei ist die gar nicht mehr so einfach zu treffende Entscheidung, ob man Spiele lieber im Laden oder digital kaufen möchte.

Einige Entwickler - vor allem die der Indie-Games - entscheiden sich deshalb dazu, Spiele zumindest anfangs nur digital anzubieten. Auf diese Weise haben sie mehr Zeit, sich Bugs und sonstigen Problemen zu widmen. So waren etwa bekannte Spiele wie Alan Wake 2, Baldur's Gate 3, Black Myth: Wukong, Minecraft, Stardew Valley oder Undertale anfangs nur digital verfügbar.

Trotzdem nicht vom Aussterben gefährdet

Nach all diesen Vorzügen des digitalen Vertriebs möchte man meinen, dass es das für physische Spiele gewesen sei. Tatsächlich gibt es aber einige Gründe dafür, dass es für sie weiterhin einen (Nischen-) Markt gibt und physische Versionen der meisten Spiele nach wie vor erhältlich sind.

Zum einen vermittelt ein physisches Spiel einem das Gefühl, es auch wirklich zu besitzen. Digitale Spiele sind im Grunde nur eine Lizenz, ein Spiel spielen zu können, und diese könnte theoretisch zu jedem Zeitpunkt zurückgezogen werden.

Häufig wird auch argumentiert, dass man digital an sehr viele - vor allem alte - Spiele nicht mehr rankommen würde. Sollte ein bestimmter Store offline gehen, hätte man außerdem keinen Zugriff mehr auf seine Spieleangebote. Deswegen könne es nur von Vorteil sein, diese Spiele physisch zu besitzen. Sie seien dann nämlich ein permanenter Teil der eigenen Sammlung.

Apropos Sammlung - das ist für einige Gamer auch ein Grund, Spiele physisch zu kaufen. Manche sehen ein Spiel lieber auch im eigenen Regal als nur als Icon in der Epic-Games-Bibliothek. Genauso gibt es häufig Collector's Editions und andere spezielle physische Versionen, die neben dem eigentlichen Spiel noch weitere Fan-Artikel beinhalten.

Die streng limitierte Collector's Edition von Skyrim beispielsweise enthält neben der Disc eine große Alduin-Statue, ein Artbook mit Illustrationen und Sketches aus dem Spiel sowie eine Making-of-DVD. Nicht selten beinhalten diese Sondereditionen auch Sticker und Soundtracks. Für Sammler werden physische Versionen also immer eine attraktive Wahl sein.

Artwork Skyrim Quelle: Moby Games Genauso kann man physische Medien unkompliziert verkaufen oder verleihen. So kann man sein Spiel problemlos an einen Freund weiterverschenken, wenn man damit durch ist. Man kann außerdem gebrauchte Spiele oft sehr günstig erhalten oder eine limitierte Collector's Edition für einen höheren Preis weiterverkaufen, um selbst noch Profit zu generieren.

Zusätzlich können viele physische Spiele ohne Internetverbindung gespielt werden. Für Spieler mit langsamer oder instabiler Internetverbindung sind physische Spiele - gerade solche, bei denen keine zusätzlichen Downloads erforderlich sind - zeitsparend und bieten ein müheloses Spielerlebnis.

Das Sparen von Speicherplatz ist ebenfalls ein häufiges Argument, Spiele lieber physisch zu kaufen. Vor allem bei Konsolen mit wenig internem Speicherplatz, wie der Nintendo Switch (32 GB), entscheiden sich viele lieber für Cartridges, anstatt den Speicherplatz mit microSD-Karten und damit zusätzlichen Kosten zu vergrößern.

Koexistenz beider Welten

Somit bleibt festzuhalten, dass sowohl physische als auch digitale Spielevarianten ihre Vor- und Nachteile haben. Auch wenn physische Spiele einen kontinuierlichen Rückgang in den Verkaufszahlen aufweisen, bleiben sie trotzdem für bestimmte Gruppen eine sinnvolle Alternative - vor allem Nintendo-Fans greifen noch häufig zu physischen Spielen.

Die Befürchtung der Nintendo-Kritiker, dass Mario Kart World sich trotz des 90€-Preises für die physische Version in Europa gut verkaufen wird, scheint also nicht unbegründet. Über ein baldiges Aussterben sollten sich Fans der physischen Spiele jedenfalls erst einmal keine Sorgen machen.

Während zwar ein großer Teil der Gamer mittlerweile die Bequemlichkeit des digitalen Zeitalters genießt und viele Entwickler vermehrt auf digitale Versionen setzen - allen voran, um Zeit und Geld zu sparen -, bleibt bei einigen dennoch das Verlangen, Spiele im Regal zu sammeln und auch wirklich besitzen zu können.

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