Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen
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Gaming befindet sich im Wandel, und ein wichtiger Faktor dabei ist die gar nicht mehr so einfach zu treffende Entscheidung, ob man Spiele lieber im Laden oder digital kaufen möchte.
Über die Jahre hat sich auch das Packaging der physischen Spiele verändert: Nicht selten kamen Verpackungen mit einigen Beilagen wie kleinen Booklets, die als Guides dienten, alternativen Covers oder sonstigen wichtigen Informationen zum Spiel.
Auf diese charmanten Zusätze wird heutzutage größtenteils verzichtet. Videospielverpackungen enthalten häufig nur noch das Medium selbst und gegebenenfalls einen digitalen Download-Code für zusätzliche Inhalte, Werbung und seltener minimal gehaltene Anleitungen. In manchen Fällen findet sich in Verpackungen ausschließlich eine Game-Key-Karte, auf der das Spiel selbst gar nicht mehr enthalten ist.
Während es früher also noch gang und gäbe war, zum örtlichen GameStop oder MediaMarkt zu gehen, die Regale zu durchstöbern und sich letztendlich für ein Spiel zu entscheiden, ist es heute eher die Ausnahme.
Apropos GameStop: Der Rückgang physischer Spieleverkäufe geht an der nostalgischen Einzelhandelskette nicht spurlos vorbei. 2024 wurden fast 600 Läden in den USA geschlossen, 2025 sank die Zahl der GameStops in Deutschland von einst 200 auf traurige null.
Warum der digitale Spielspaß dominiert
Dass der digitale Markt den physischen so deutlich überholt hat, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Die digitale Form bietet nämlich sowohl für Entwickler als auch für Konsumenten entscheidende Vorteile.
Zum einen schätzen Konsumenten die Bequemlichkeit, den neuesten Spiele-Hit von zu Hause aus kaufen zu können. Sie müssen dazu nicht ihr Haus verlassen, mit keinen MediaMarkt-Mitarbeitern reden und auch auf keine Lieferung warten. Man spart sich also Zeit und Energie.
Zum Vorteil der Bequemlichkeit gehört auch die einfachere und übersichtlichere Organisation der Spielebibliothek auf Plattformen wie Steam oder Epic Games, die es einem mit wenigen Klicks erlaubt, Spiele nach Belieben zu sortieren, zu filtern oder schnell zu finden. Außerdem kann man digitale Spiele - im Gegensatz zu Discs oder Cartridges - nicht verlegen.
Zudem sticht der technische Vorteil hervor: Digitale Spiele werden in der Regel automatisch aktualisiert, wobei kein Einlegen der Disc notwendig ist. Ähnlich funktioniert auch die Cloud-Speicherung von Spielständen. Auch stoßen Discs trotz der technischen Fortschritte manchmal wegen der Größe einiger Spiele an ihre Grenzen.
Bei Call of Duty: Modern Warfare beispielsweise ist nach dem Einlegen der Disc, die 45 GB an Daten beinhaltet, ein weiterer Download von 128 GB nötig, um alle Inhalte des Spiels genießen zu können. Ein eigentlicher Vorteil physischer Titel - nämlich den Download zu überspringen - leidet unter solchen Umständen.
Ein weiterer Grund für den Aufstieg digitaler Spiele sind die Mobile Games. Logisch: Sie werden in der Regel nur digital angeboten. Aus dem App Store oder Google Play Store heruntergeladen, landen sie sofort spielbereit auf dem eigenen Handy. Der Markt der Mobile Games sollte keineswegs unterschätzt werden: 2024 machte er rund 49 % des gesamten Spielemarkts aus, während Konsolen und PC nur auf jeweils 27 % und 24 % kamen.
Quelle: Pexels
Auch die Corona-Pandemie zählt als wichtiger Faktor beim Erfolg digitaler Spiele: Lockdowns und andere Einschränkungen führten dazu, dass Gamer weltweit oft gar keine andere Wahl hatten, als sich ihre Spiele digital zu kaufen. Gaming war zu dieser Zeit mehr denn je eine Möglichkeit, sich mit Freunden zu treffen, weshalb viele neue Menschen dieses Hobby für sich entdeckten.
Die Umwelt profitiert ebenfalls davon, wenn sich der Verkauf physischer Spiele reduziert. Ihre Produktion erfordert nämlich Kunststoff, Metall und andere Materialien, die einen nachhaltig negativen Effekt auf den Planeten haben. Nicht nur werden bei digitalen Spielen keine solchen Materialien verwendet, sondern es entsteht auch weniger Verpackungsmüll.
Außerdem entfällt der Energieaufwand für die Produktion und den Transport, wenngleich digitale Spiele natürlich trotzdem Energie für den Datentransfer erfordern.
Wie bereits erwähnt, bekommen auch Entwickler ein Stück des digitalen Vorteilskuchens: Mit dem digitalen Verkauf umgehen sie nämlich den Einzelhandel und erhalten somit einen größeren Anteil am Verkaufspreis. Genauso entfallen für sie die Kosten für Herstellung, Lagerung und Versand von Verpackungen. Spiele können also ohne mögliche Verzögerungen direkt auf den Markt kommen.
Zusätzlich können Hersteller die Preise oder eventuelle Sales flexibel anpassen. Diese Vorteile sind besonders relevant, wenn man bedenkt, dass Sony und Microsoft ihre Konsolen oft mit Verlust verkaufen - die Gewinne kommen in der Regel von den Spielen selbst. Günstigere Digital-only-Varianten der aktuellen Konsolengeneration - die Xbox Series S und die PlayStation 5 Digital Edition - fördern den digitalen Vertrieb weiter. Nintendo macht übrigens sowohl mit Konsolen als auch mit Spielen Profit.
