Die Shitstorms des Jahres: Diese 10 Videospiele-Skandale prägten 2019
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Welche Skandale und Skandälchen erregten im vergangenen Jahr das kollektive Spielergemüt? Sorgte die Anthem-Enttäuschung für die größte Aufregung? Trieb es Nintendo mit Mario Kart Tour zu weit? Was hat es mit EAs "Surprise Mechanics" aus sich? Wir haben an dieser Stelle unsere Auswahl der zehn größten Shitstorms getroffen und präsentieren sie in unserem Special!
Sitstorms. Würde es eine Wahl zum Internet-Unwort schlechthin geben, der Begriff wäre wohl ganz vorne mit dabei. Er wird aber auch wirklich etwas inflationär genutzt und inzwischen wird fast jeder semikontroverse Pups zum Shitstorm hochstilisiert. Allerdings ist es nun einmal Teil der menschlichen Natur sich gerne aufzuregen und so werden wir den Begriff wohl noch lange mit uns tragen. Und es ist ja nicht so, als ob es nicht immer wieder Ereignisse gäbe auf die er zutrifft. Aussagen von Einzelpersonen, Entscheidungen von Unternehmen und andere Geschehnisse, welche einen wirklich gewaltigen Rattenschwanz an negativen Emotionen und entsprechend geäußertem Unmut nach sich ziehen.
In diesem Artikel
- Seite 1 Die größten Shitstorms 2019, Seite 1 - Epic Games Store und Anthem
- Seite 2 Die größten Shitstorms 2019, Seite 2 - Sonic-Film und Mario Kart Tour
- Seite 3 Die größten Shitstorms 2019, Seite 3 - Pokédex und "Surprise Mechanics"
- Seite 4 Die größten Shitstorms 2019, Seite 4 - NBA 2K20 und Blizzchung
- Seite 5 Die größten Shitstorms 2019, Seite 5 - Fallout 1st und Horst Seehofer
- Seite 6 Bildergalerie
Um genau diese, die richtig großen Skandale, welche die Videospielewelt 2019 bewegten, geht es in unserem Artikel - ohne fixe Reihung. Nicht in allen Fällen war der Shitstorm eventuell gerechtfertigt oder notwendig, aber alle diese Ereignisse prägten die Gaminggemeinde in den letzten zwölf Monaten nachhaltig. Bitte beachten: Nur, weil ein Shitstorm in dieser Liste auftaucht, heißt das nicht, dass wir die Empörung in allen Fällen zwingend teilen. Don't kill the messenger!
Übrigens: Dieses Special haben wir vor einiger Zeit auch schon in Videoform für euch veröffentlicht. Das Video haben wir an dieser Stelle noch einmal für euch eingebunden!
Epic: Exklusivdeals erzürnen Steamnutzer
Beginn des Shitstorms: 28. Januar 2019 - der Mextro-Exklusivdeal wird bekannt.
Quelle: Deep Silver
Metro Exodus war der erste richtig große Titel, der Steam hinter sich ließ und zeitexklusiv im Epic Games Store erschien. Es folgten noch viele weitere nach.
Im Dezember 2018 ging der Epic Game Store an dem Start, nachdem davor lediglich ein Epic-Launcher im Einsatz war. Ein neuer, von einem starken Unternehmen getragener Store als Gegengewicht zu Steam? Noch dazu einer, bei dem die Entwicklerstudios deutlich mehr Geld durch Verkäufe erhalten als bei Steam? Die Idee fanden viele Spieler erst einmal gut. Allerdings, die Stimmung änderte sich schnell als klar wurde, mit welchen Methoden Epic seine Marktherrschaft erzwingen wollte: Mit teuer eingekauften Exklusivdeals. Die meisten zwar nur zeitlich begrenzt, aber sechs Monate bis ein Jahr zusätzliche Wartezeit auf eine Steamversion sind dann doch nur schwer zu akzeptieren. Waren anfangs nur Indiespiele betroffen, gaben die Macher von Metro Exodus im Januar 2019 bekannt, dass ihr Shooter nun ebenfalls, anders als geplant, Steam für ein Jahr fernbleiben würde. Hier nahm der Shitstorm seinen Anfang. Im Laufe der Zeit folgten unter anderem The Division 2, Borderlands 3 und Control. Mit jeder Ankündigung brachte man PC-Spieler mehr gegen sich auf.
Es half nicht, dass Epic das Vorgehen mit der fadenscheinigen Begründung erklärte, dass man diesen Schritt nur ginge, damit Steam den Entwicklern einen größeren Anteil am Umsatz der Spiele zugestehen würde. Hier wurde offensichtlich versucht, sich auf ungeschickte Weise als der Gute hinzustellen, wenngleich eine aggressive Übernahme von Marktanteilen und scheinbar edle Motive nicht wirklich zusammenpassen. Vor allem im Falle von Spielen, die per Crowdfunding finanziert und dereinst für Steam bestätigt wurden, war und ist eine Epic-Exklusivität ein Schlag ins Gesicht der Backer. Hier machte Phoenix Point den Anfang, später zogen Titel wie Shenmue 3 nach. Inzwischen hat Epic versprochen, zumindest kurz vor dem Launch keine Spontan-Exklusivdeals mehr bekanntzugeben - am Shitstorm hat das aber nur wenig geändert. Zu allem Überfluss ist der Epic Games Store nach wie vor alles andere als ausgereift und viele Features, die auf Steam selbstverständlich sind, fehlen bis heute. Wer vollumfängliche Cloudsaves, Archievements, User-Reviews oder auch nur einen Einkaufswagen wollte und will, für den gilt teilweise nach wie vor traurigerweise: Bitte warten.
Bioware: Anthem floppt gewaltig
Beginn des Shitstorms: 22. Februar 2019 - Anthem erscheint.
Quelle: Electronic Arts
Anthem wollte zum ultimativen Koopspiel werden. Aus diesem Vorhaben wurde aber leider gar nichts. Heute ist so gut wie niemand mehr auf den Servern unterwegs.
Bioware, wie tief bist du gefallen? Einst schien es, als könnten die Erfinder von unter anderem Baldur's Gate, Neverwinter Nights, Star Wars: Knights of the Old Republic, Jade Empire, Dragon Age und Mass Effect nichts falsch machen. Mit der 2007 erfolgten Übernahme durch Electronic Arts und in den Jahren danach mannigfaltigen personellen und strukturellen Änderungen machte das Studio aber immer mehr durch Skandale aufgrund prekärer Arbeitsbedingungen und mittelmäßigen oder zumindest nicht einhellig mit Begeisterung aufgenommenen Spielen von sich reden. Mit Dragon Age 2 und Mass Effect 3 enttäuschte man schon viele Fans, mit Mass Effect: Andromeda brachte man das bis dato am meisten kritisierte Spiel heraus, welches noch dazu unter zahlreichen Bugs litt. Aber niemand war auf das vorbereitet, was mit Anthem passieren würde. Auch hier weiß man von einer extrem holprigen Entstehungsgeschichte, bei der das Studio lange Zeit nicht wusste, was für eine Art Spiel Anthem überhaupt sein würde. Nun, es ist ein Third-Person-Loot-Shooter mit Koop-Fokus und eines der enttäuschendsten Spiele der letzten Jahre. Nicht nur, dass man sich von Bioware viel mehr erwartet hätte. Es offenbarten sich auch unzählige Halbwahrheiten aus der Entwicklungsphase, die nach dem Launch enttarnt wurden und Bioware einen gewaltigen Shitstorm einbrachten.
Unzählige versprochene Spielelemente fehlten, die Technik war meilenweit von dem entfernt, was versprochen wurde, der Koop-Modus war fehlerbehaftet, die Geschichte belanglos, Bugs gab es allenthalben und das Endgame war quasi nonexistent. Hinzu kam ein völlig kaputtes Lootsystem. Als ein Bug dieses kurzzeitig behob und die Spieler mit mehr Items belohnte als geplant, nutzte Bioware diese Chance nicht, um Boden gutzumachen, sondern korrigierte diesen (unter Anführungszeichen) "Fehler" - innerhalb kürzester Zeit. Für die vielfältigen richtigen Probleme hingegen hatte man keine Lösung parat. Die Kritik war nach dem Launch laut, doch anstatt sich ihr zu stellen, gingen die Zuständigen bei Bioware fast durchgehend auf Tauchstation. Versprochen wurde bloß, dass die Roadmap, welche viele neue Inhalte und Updates in Aussicht stellte, auch viele der Probleme ausbügeln wurde. Jedoch, daraus wurde nichts und es folgte die zweite Empörungswelle. Mitte des Jahres wurde die Roadmap verschoben, im Herbst schließlich ganz gecancelt und stattdessen sind nun unregelmäßige und nicht näher definierte Updates geplant. Abseits eines mittelmäßigen Raid-Events ist Anthem heute kein drastisch anderes Spiel als zum Launch. Davon, dass Electronic Arts und Bioware noch viel Geld und andere Ressourcen in die Hand nehmen werden, um diesen spielbaren Unfall noch zu retten, ist nicht auszugehen. Für die gefühlt zwölf verbliebenen Spieler würde sich das nämlich kaum lohnen.
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