Retro-Special Amiga 500: Meine Freundin hat einen Bildschirm - Teil 1, Seite 4
Special 53,99 €
Unser Autor liebte den nach dem spanischen Wort für "Freundin" benannten Amiga 500. Obwohl der 35. Geburtstag feiert, erscheinen noch immer neue Spiele.
Der Spanier managt alles rund um die Boxversionen für die 3.5"-Disketten, erstellt Handbücher und legt Geschenke bei - eine Karte, ein Comic, einen Aufnäher oder ähnliche Gimmicks. "Außerdem sorgt die Entwicklung von Spielen dafür, dass ich geistig rege bleibe", ergänzt er lachend.
González verschickt sowohl die digitalen als auch physischen Versionen seiner Spiele nur nach E-Mail-Anfrage (Kontakt), und das hat einen ernsten Hintergrund: der anonyme Hass im Internet. Viele Entwickler würden die traurige Erfahrung machen, dass sie verstärkt dumm angemacht werden, sobald sie ihre Babys ins Netz stellen. "Du stehst unter einem enormen Druck. Die Hater kommen, um dich zu zerstören. Normalerweise begnügen sie sich damit, deine Arbeit zu beleidigen, aber ich habe einige, die mir ständig Drohungen schicken. Ich kenne mehrere Entwickler, die ihre Projekte wegen der Hater nicht mehr veröffentlichen." Man kennt das Problem: Menschen, denen im wahren Leben von Kleine-Mädchen-Gangs das Pausenbrot weggenommen wird, müssen sich im Internet profilieren, um sich besser zu fühlen. Warum sie das machen, obwohl ihnen andere etwas Gutes tun wollen und sogar kostenlos für sie arbeiten?
In diesem Artikel
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Quelle: Harald Fränkel
„Es geht nicht ums Geld, es geht um Spaß. Wenn Fans mich nach Packungsversionen meiner Spiele fragen, produziere ich einige wenige und berechne den Selbstkostenpreis.“
José „Jojo“ González, Entwickler von 1987: Escape in Berlin
Ich zitiere für alle Arschgeigen das gute, alte Wikipedia, damit sie wissen, dass für sie nur Mitleid bleibt: "Die Entwertung als psychischer Abwehrmechanismen gehört zu den primitiven Abwehrmechanismen und bildet den Gegenpol zur Idealisierung. Als Schutzmechanismus wird Entwertung zur Stabilisierung des Selbstwertgefühles eingesetzt und dient der Abwehr von Neidgefühlen oder Verlust- und Abhängigkeitsängsten."
Gemessen an anderen 16-Bit-Systemen fokussiert sich die Bekanntheit des Amiga auf den europäischen Raum und in Teilen auf die Vereinigten Staaten. Die Retro-Gaming-Szene für japanische Konsolen möge größer sein, die Commodore-User seien aber kreativer und motivierter, auch bei der Entwicklung von Hardware, erzählt mir André "Slamy" Zeps aus Bochum.
Der hat 2020 ein putziges Slime 'n' Run veröffentlicht, bei dem sich alles um eine Schnecke dreht. Tiny little Slug heißt das gute Stück. Die Packungsversion, erhältlich bei Amigafuture.de, verkaufte sich noch keine 400-mal, Downloadzahlen sind nicht bekannt. Auch dieses Game hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Wer es sich mal ansehen möchte, dem sei die spielbare Demo ans Herz gelegt.
"Die 16-Bit-Systeme der 80er und 90er sind ein wichtiger Teil meiner Kindheit, und ich spiele sie heute noch sehr gerne", gibt sich auch der 32-jährige André Zeps nostalgisch. "Der Amiga 500 war mein erster Rechner, und ich mochte seinen spezifischen Klang und den liebevollen Look der Games."
Und wenn er dann weiter schwärmt, kommt sein beruflicher Werdegang durch, er arbeitet nämlich wie Michael Borrmann als Softwareentwickler: "Der Amiga 500 bietet einen einfachen Einstieg in hardwarenahe Spiele-Programmierung, da er mit direktem Registerzugriff arbeitet, statt mit einer Grafik-API, wie es heute üblich ist."
Mit Interesse verfolgt André Zeps die Entwicklung eines Spiels namens Dread. "Es ist aus programmtechnischer Sicht sehr aufwendig. Entwickler Krzysztof Kluczek möchte eine Raycasting-Engine wie bei Doom mit 7 Megahertz spielbar machen." Wie hieß es in den 80ern so schön, als ich noch *schluchz* jung war? Nichts ist unmöglich!
Zuletzt schafften es vor allem Umsetzungen von Klassikern auf den Amiga, darunter Green Beret, Raid over Moscow, Amidar und Scramble. Sie alle machen Spaß, doch für unsere Top Ten hat es nicht erreicht. Die besten zehn neuen Games küre ich im morgigen zweiten Teil meines Specials. Cliffhanger, over and out!
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