Soundkarten: Audiointerfaces und Erklärung von Fachausdrücken

Special Antonio Funes
Soundkarten: Audiointerfaces und Erklärung von Fachausdrücken
Quelle: Creative

Alte PC-Hasen erinnern sich vielleicht noch an die Zeiten, als eine Soundkarte Pflicht war, um überhaupt Spiele und Musik am PC zu genießen. Inzwischen hat jedes Mainboard einen meist ordentlichen Soundchip - lohnt sich eine separate Soundkarte überhaupt? Mit Tipps zu Wissen und Technik wollen wir dies klären, hinzu kommt eine große Marktübersicht mit Soundkarten.

Was ist ein Audiointerface?

Ab und an stolpert man über den Ausdruck "Audiointerface" - damit ist prinzipiell nichts anderes als eine Soundkarte gemeint. Allerdings spricht man von einem Audiointerface eher im Bereich der (professionellen) Tontechnik oder Musikproduktion.
Derartige Soundkarten sind auf einen sauberen Klang sowie eine geringe Latenz, wenn es um Ton-Aufnahmen geht, spezialisiert. Denn wenn es bei Aufnahmen eine Verzögerung, also eine Latenz gibt, dann irritiert dies einen Sprecher, Sänger oder Musiker enorm. Hinzu kommt, dass viele Audiointerfaces im Gegensatz zu Mainstream-Soundkarten Anschlüsse wie zum Beispiel für eine E-Gitarre, Profi-Mikrofone oder MIDI-Geräte bieten.

Ein Audiointerface für USB kann viele Anschlüsse bieten. Das Focusrite Scarlett 18i8 hat beispielsweise 18 Eingänge, was auch durch eine Doppelbelegung einiger Buchsen verwirklicht wird. Quelle: Focusrite Ein Audiointerface für USB kann viele Anschlüsse bieten. Das Focusrite Scarlett 18i8 hat beispielsweise 18 Eingänge, was auch durch eine Doppelbelegung einiger Buchsen verwirklicht wird. Daher gibt es viel mehr Auswahl an externen Audiointerfaces (meist für USB, Firewire oder Thunderbolt) als an internen Audiointerfaces, denn je mehr Anschlüsse es gibt, desto schwerer ist dies für ein Backpanel einer internen Karte zu verwirklichen. Manchmal wird dies bei internen Karten in Form von einem vielfach verzweigter Kabelbaum mit Buchsen verwirklicht - wirklich praktisch ist dies aber nicht. Da man in der Regel als Musiker oder rund um Tonbearbeitung ohnehin noch weitere Geräte am Arbeitsplatz herumstehen hat, stört eine externe Variante ohnehin nicht.. Ein Audiointerface ist eher auf die Arbeit rund um Ton und Musik ausgelegt - ihm fehlt in aller Regel eine Software mit Effekten und Optionen, die selbst bei einem Onboard-Soundchip Standard sind, und auch eine Surroundsound-Unterstützung ist meist nicht vorhanden. Was die Preise angeht, so gibt es einige Modelle unter 120 Euro, aber auch zahlreiche Audio-Interfaces, die deutlich mehr kosten. Private Nutzer sollten nur dann zuschlagen, wenn sie als Hobby Musik machen oder auf etwas höherem Niveau mit Ton-Nachbearbeitung unterwegs sind. Der Preisbereich bis etwa 120 Euro ist eventuell auch für Nutzer, interessant die eine gute Soundqualität und dabei eine Alternative zu den Mainstream-Herstellern suchen, bei denen im Grunde genommen nur Asus und Creative den Ton angeben. Bekannte Marken im Bereich der Audio-Interfaces sind zum Beispiel Alesis, Behringer, ESI, Focusrite, M-Audio, PreSonus, Steinberg und Tascam.

Wichtige Ausdrücke kurz erklärt

Bevor wie zur Marktübersicht kommen, wollen wir noch einige Fachbegriffe zu Soundkarten erläutern. Dies tun wir stichpunktartig.

  • Abtastrate und Auflösung: Die Abtastrate (in Hertz) beschreibt, wie oft pro Sekunde ein Soundsignal sozusagen geupdatet wird. Die Auflösung (in Bit) beschreibt vereinfacht gesagt, wie viele Werte pro Abtastung ermittelt werden. 24 Bit und 48 oder 96 Kilohertz sind üblich. Einige Soundkarten bieten noch höhere Werte, allerdings ist fraglich, ob man dies noch wahrnehmen kann.
  • Cinch-Buchse: Cinch-Buchsen sind nur mono, allerdings kann ein Cinch-Kabel vor allem über längere Distanzen störfreier sein als ein normales Stereo-Verbindungskabel mit 3,5mm-Stecker. Bei Hi-Fi-Komponenten ist Cinch üblich, auch manche Boxensysteme setzen darauf - daher bieten manche Soundkarten zwei Cinch-Buchsen als Stereo-Ausgang.
  • Dolby Digital Live / DTS Connect: Eine Live-Encodierung eines vom PC berechneten (Surround)Soundsignals, um es digital mit dem Dolby Digital- beziehungsweise DTS-Standard weiterzugeben.
  • D/A-Wandler: Der Digital-Analog-Wandler erzeugt aus einem digitalen Soundsignal ein analoges Signal. Vom D/A-Wandler hängen auch die Soundqualität und der Klangcharakter der Soundkarte ab.
  • Klinkenbuchse: Die übliche Größe für Klinkenstecker, die von Boxensets oder Kopfhörern kommen, beträgt 3,5mm. Manche Soundkarten bieten auch 6,3mm, was für Hi-Fi-Kopfhörer gerne genutzt wird.
  • Koaxial-Buchse: Bei Soundkarten oder Verstärkern meint man damit in der Regel einen digitalen Ein/Ausgang für ein Koaxialkabel, mit dem Ton digital übertragen wird.
  • SNR (Signalrauschabstand): Dieser Wert drückt aus, wie viel Dezibel an Rauschen pro 100 Dezibel Geräuschpegel zu erwarten sind. Bei den meisten Soundkarten, bei denen der Wert angegeben wird, liegt dieser Wert deutlich über 90dB und hat eher Marketinggründe, da Unterschiede durch einen noch höheren Wert für normale Anwender nicht zu hören ist.
  • SPDIF: Bei SPDIF handelt es sich um ein Buchsenformat, das bei Soundkarten oder Verstärkern für optische Digitalkabel verwendet wird. Bei manchen Soundkarten oder auch Laptops ist in einer normalen 3,5mm-Buchse auch das optische (Licht)Signal enthalten, so dass man einen entsprechenden optischen 3,5mm-Stecker (mit einem Loch in der Mitte) benötigt.
  1. Seite 1 Soundkarten: Luxus? Was macht eine Soundkarte?
  2. Seite 2 Soundkarten: Surroundsound analog, digital und als Simulation
  3. Seite 3 Soundkarten: Wann lohnt sie sich? Extern oder intern?
  4. Seite 4 Soundkarten: Audiointerfaces und Erklärung von Fachausdrücken
  5. Seite 5 Soundkarten: Marktübersicht mit 30 Soundkarten
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