Soundkarten: Wann lohnt sie sich? Extern oder intern?

Special Antonio Funes
Soundkarten: Wann lohnt sie sich? Extern oder intern?
Quelle: Creative

Alte PC-Hasen erinnern sich vielleicht noch an die Zeiten, als eine Soundkarte Pflicht war, um überhaupt Spiele und Musik am PC zu genießen. Inzwischen hat jedes Mainboard einen meist ordentlichen Soundchip - lohnt sich eine separate Soundkarte überhaupt? Mit Tipps zu Wissen und Technik wollen wir dies klären, hinzu kommt eine große Marktübersicht mit Soundkarten.

Wann lohnt sich eine Soundkarte - und wann nicht?

Für viele Nutzer reicht der Onboardsound völlig aus. Es gibt aber gute Gründe, sich trotzdem eine Soundkarte anzuschaffen.
Einige wollen wir erläutern:

  • Die Qualität im Vergleich zum Onboardsound wird durch eine Soundkarte, die grob gesagt nicht günstiger als etwa 30 Euro ist, in der Regel stets erhöht. Ob man dies später auch wahrnehmen kann, hängt allerdings von den Lautsprechern respektive den Kopfhörern ab.
  • Für ordentliche Boxensysteme lohnt sich eine gute Soundkarte durchaus, ebenso für gute Kopfhörer, vor allem wenn ein Ausgang einen dafür vorgesehen Kopfhörer-Verstärker bietet. Bei Lautsprechern sollte es sich ab etwa 80 bis 100 Euro (für ein Stereosystem) bemerkbar machen, bei Kopfhörern kann es schon ab etwa 40 Euro, bei Headsets ab 60 Euro zu hören sein.
  • Für Kopfhörer gibt es auch externe Kopfhörer-Verstärker für den USB-Port als Alternative.
  • Unter Umständen können auch bestimmte Features einer Soundkarte hilfreich sein. Zum einen Effekte und eine Surroundsound-Simulation für Stereo-Kopfhörer, die besser arbeitet als die des Onboardsounds, zum anderen aber auch spezielle Dinge wie beispielsweise Dolby Digital Live oder DTS Connect, falls man ein digital angeschlossenes Surround-Boxenset nutzen will.
  • Gegen eine extra Soundkarte sprechen aber auch einige Dinge - der erste Punkt ergibt sich aus dem vorher Gesagten:

Mit eher günstigen Lautsprechern oder Kopfhörern wird sich eine Soundkarte also nicht lohnen. Wer beispielsweise mit einem 40 Euro-2.1-Boxenset unterwegs ist und plant, sich eine Soundkarte für 80 Euro anzuschaffen, der hätte ein deutlich besseres Gesamtergebnis, wenn er sich für das Geld einfach ein neues Boxenset kauft. Dies gilt erst recht dann, wenn man sich sowieso neue Lautsprecher anschaffen wollte: Ein Boxenset für 120 Euro betrieben am Onboardsound wird euch mit hoher Wahrscheinlichkeit viel mehr Freude bereiten, als wenn ihr je 60 Euro für Lautsprecher und Soundkarte investiert.

PowerColor Devil HDX Quelle: Powercolor PowerColor Devil HDX Es gibt aber auch weitere gute Gründe, auf eine separate Soundkarte zu verzichten. Sinnlos ist der Kauf einer Soundkarte, wenn man den Sound den HDMI-Anschluss der Grafikkarte nutzt, um ihn zu einem AV-Receiver zu senden. Ähnlich sieht es aus, wenn man bereits erfolgreich für sein Mainboard ein optisches Digitalkabel verwendet, um ein Boxenset oder einen Verstärker mit entsprechendem Eingang anzusteuern. Zwar können manche Optionen der Soundkarte auch den digital gesendeten Klang etwas verbessern, aber dies lohnt sich nur in den seltensten Fällen. Komplett fehl am Platze wäre die Anschaffung einer Soundkarte, wenn ihr Kopfhörer (oder ein Headset) verwendet, die nur per USB an den PC angeschlossen werden. Denn hier ist bereits eine Soundkarte im USB-Part des Kopfhörers vorhanden - der Onboardsound oder eine separate Soundkarte arbeiten in diesem Falle also gar nicht. Last but not least: Eine zusätzliche Karte im PC ist freilich auch eine weiter mögliche Fehlerquelle. Zwar sind Probleme selten - aber wer Pech hat, bekommt durch die Soundkarte Konflikte mit anderen Geräten oder sorgt durch das Belegen von PC-Ressourcen dafür, dass eine andere Komponente nicht mit voller Leistung läuft.

Externe oder interne Soundkarte?

Eine externe Lösung, in der Regel also eine Box oder ein Stick, die respektive der per USB angeschlossen werden, bietet sich oftmals für die Fälle an, in denen der Mainboardsound Probleme macht oder defekt ist. Dabei reicht eine Ausgabe von unter 20 Euro meist schon aus, um das Niveau des Onboardsounds zu erhalten.

Höherwertige Soundkarten kauft man sich aber eher als interne Variante, zumindest im Mainstreamsektor. Hierbei müsst ihr darauf achten, dass der Steckplatz passt. PCI ist inzwischen auf modernen Mainboards kaum noch anzutreffen ist (nur etwa 10 Prozent der Sockel AM4 oder 1151v2-Mainboards haben einen PCI-Port), PCIe gilt seit Jahren als Standard. Daher gibt es nur noch sehr selten und vereinzelt PCI-Soundkarten als Restposten. Letztlich kann es aber sowohl mit einer externen als auch mit einer internen Lösung Probleme geben, wie wir schon vorher beschrieben, da ja ein neues Gerät und somit eine weitere potenzielle Fehlerquelle hinzukommt. Unsere später noch folgende Marktübersicht beinhaltet schwerpunktmäßig interne Modelle, da es hier ein größeres Angebot an Soundkarten gibt, die - passende Boxen oder Kopfhörer vorausgesetzt - einen hörbaren Unterschied zum Mainboardsound einbringen. Zuerst wollen wir noch einige (Fach)Ausdrücke zu Soundkarten in Kurzform erläutern und erklären, was ein Audiointerface ist.

  1. Seite 1 Soundkarten: Luxus? Was macht eine Soundkarte?
  2. Seite 2 Soundkarten: Surroundsound analog, digital und als Simulation
  3. Seite 3 Soundkarten: Wann lohnt sie sich? Extern oder intern?
  4. Seite 4 Soundkarten: Audiointerfaces und Erklärung von Fachausdrücken
  5. Seite 5 Soundkarten: Marktübersicht mit 30 Soundkarten
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