Shadow Gambit im Test: An diesen Geisterpiraten hätte selbst Guybrush seine Freude

Test Felix Schütz 9,99 €
Shadow Gambit im Test: An diesen Geisterpiraten hätte selbst Guybrush seine Freude
Quelle: Mimimi Games

Mimimi schafft es schon wieder: Auch Shadow Gambit liefert erstklassige Schleichtaktik, diesmal mit gut gelaunten Geisterpiraten in einer verfluchten Karibik. Das spielt sich so gut wie eh und je - doch nicht jede Neuerung trifft ins Schwarze.

Doch spannender ist ohnehin die Frage, wie wir dorthin gelangen. Schon vor den meisten Einsätzen dürfen wir selbst bestimmen, wo unsere Crew an Land geht. Auch den Levelausgang müssen wir uns aussuchen, pro Mission stehen mehrere magische Fluchtwege zur Wahl. Das heißt auch, dass wir einen Großteil der Missionskarte schlichtweg ignorieren können - ein deutlicher Unterschied zu Shadow Tactics oder Desperados 3, in denen wir oft die komplette Map erkundet haben. Shadow Gambit ist anders aufgebaut, viele Missionen lassen sich abschließen, ohne auch nur ein Viertel der Gegner gesehen, geschweige denn eliminiert zu haben. Stattdessen umfasst jede Insel einfach mehrere Missionen, wir kehren also nochmal in das gleiche Gebiet zurück, um dort weitere Ziele zu erfüllen. Oft ändert sich dabei zwar die Tageszeit, man erlebt die Insel also auch mal in der Nacht, wodurch sich das Gameplay ein wenig ändert. Doch der Aufbau des Levels bleibt trotzdem immer gleich.

Diese neue Kampagnenstruktur sorgt dafür, dass sich viele Einsätze zwar kürzer spielen als in Shadow Tactics oder Desperados 3, allerdings hatten die auch einfach mehr Abwechslung zu bieten. Und noch etwas fällt auf: Obwohl jede geschaffte Mission ein schönes Erfolgserlebnis ist, hatten wir nur selten das Gefühl, einen Level so richtig gemeistert zu haben. Es ist zwar theoretisch möglich, jede Map komplett von Gegnern zu säubern, allerdings ist das auch ziemlich sinnlos - sobald wir für auf die gleiche Insel zurückkehren, sind nämlich alle Gegner wieder auf ihrem ursprünglichen Platz.

Da wir unser Team selbst zusammenstellen, lässt sich jede Situation auf mehrere Arten meistern. Quelle: Mimimi Games Da wir unser Team selbst zusammenstellen, lässt sich jede Situation auf mehrere Arten meistern.

Die Kosten der Freiheit

Spätestens nach ein paar Stunden merkt man es deutlich: Die ungewohnten Freiheiten, die wir in Shadow Gambit genießen, gehen zu Lasten des Balancings. Zum Vergleich: In Mimimis letzten Spielen waren alle Einsätze punktgenau auf euer Team und deren Fähigkeiten zugeschnitten. Doch in Shadow Gambit müssen fast alle Herausforderungen mit einer beliebigen Truppe lösbar sein - was dazu führt, dass sich Shadow Gambit längst nicht so knifflig spielt wie seine beiden Vorgänger. In unserer Spielzeit mussten wir zum Beispiel nur an wenigen Stellen richtig tüfteln, denn meistens konnten wir uns bereits mit zwei starken Figuren gemütlich durch die Gegner meucheln. Und das gilt nicht selbst für den höheren Schwierigkeitsgrad, auf dem Wachen eigentlich deutlich schneller reagieren. Wer Shadow Tactics oder Desperados 3 gemeistert hat, könnte sich da schnell unterfordert fühlen - auch wenn die unzähligen taktischen Puzzles natürlich trotzdem noch Spaß machen.

Der sanftere Schwierigkeitsgrad hat aber auch sein Gutes: Einsteiger, die sich zum ersten Mal an Schleichtaktik wagen, dürften die neuen Freiheiten und die vielfältigen Charaktere begrüßen. Zumal das heitere Piratensetting vielleicht diejenigen anspricht, die mit Wildem Westen und feudalem Japan einfach nicht warm wurden. Ein Lob gibt's auch für die Optionsvielfalt, die wir schon seit Shadow Tactics genießen: Ihr könnt euch das Spielerlebnis in vielen Punkten anpassen und auch den Schwierigkeitsgrad für jede Mission individuell einrichten.

Viel Umfang, viel Wiederholung (Update)

An Umfang mangelt es nicht: Wir haben für diesen Test die komplette Kampagne abgeschlossen und allein dafür mehr als 30 Stunden gebraucht. Die Spielzeit erkauft sich Mimimi zwar auch damit, euch mehrmals auf die gleichen Inseln zu schicken, doch langweilig wurde es trotzdem nie. Nach dem Finale könnt ihr noch weitere Herausforderungen spielen und Bonusziele erfüllen, um so Fortschrittsmedaillen zu verdienen. Dazu müsst ihr zwar viel alten Kram wiederholen, aber zumindest könnt ihr dabei weitere Taktiken ausprobieren und am Ende sogar einen mächtigen Bonuscharakter freischalten. Normalspieler dürften den zwar nie zu Gesicht bekommen, aber für Achievement-Jäger ist das trotzdem eine nette Belohnung.

Aber welches Mimimi-Taktikspiel ist nun das beste? Unser Rat: Wählt einfach das Szenario, das euch am besten gefällt, denn das Gameplay ist über weite Strecken nahezu identisch. Wer es lieber ernst und fordernd mag, liegt bei Shadow Tactics mit seinem ruhigen Japan-Setting goldrichtig. Desperados 3 bietet dafür die prächtigsten Missionen, tolle Wildwest-Stimmung und unterm Strich das rundeste Erlebnis. Doch Shadow Gambit hat mit seiner witzigen Piratentruppe, mächtigen Talenten und vielen Freiheiten ebenfalls verdammt viel zu bieten. Eine starke Wertung hat es sich also ohne Weiteres verdient - wer von dem Genre einfach nicht genug bekommen kann, kommt hier voll auf seine Kosten.

Wertung zu Shadow Gambit: The Cursed Crew (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Shadow Gambit: The Cursed Crew (PS5)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Shadow Gambit: The Cursed Crew (XSX)

Wertung:

8.0 /10

Shadow Gambit: The Cursed Crew zeigte sich im Test technisch sauber, gepolished und stabil - eben so, wie man es von Mimimi gewohnt ist. Für Unentschlossene und Neugierige gibt's auf Steam eine hübsche Demo, mit der ihr kostenlos in das Spiel reinschnuppern könnt. Shadow Gambit: The Cursed Crew ist ab dem 17. August 2023 für PC, PS5 und Xbox Series S/X erhältlich, das Spiel ist komplett auf Deutsch. Der Preis liegt fairen 40 Euro.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk