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James Bond Spiele: Everything or Nothing und EA-Ära

Everything or Nothing, Rogue Agent und From Russia with Love: So endete die erfolgreiche James-Bond-Ära von Electronic Arts.
David Benke
Quelle: IO Interactiv, Rare, PC Games

James Bond 007: Everything or Nothing

2003/04 | Electronic Arts | Playstation 2, Nintendo GameCube, Xbox, Game Boy Advance

Genau andersherum lief der Entwicklungsprozess bei James Bond 007: Everything or Nothing. Hier erschien die Version für den Game Boy Advance zuerst und bot - trotz Problemen mit Steuerung, Kamera und Grafik - schon mal einen Vorgeschmack auf das, was einen auf der Heimkonsole erwarten würde: ein Third-Person-Shooter, mit kleinen Stealth- und Nahkampf-Elementen. Ein bisschen Aston Martin wird natürlich auch wieder gefahren.

Vor allem die Feuergefechte bekommen auf PS2, Xbox und GameCube aber nochmal deutlich mehr Tiefe. Everything or Nothing führt ein Deckungssystem ein. Ihr könnt euch jetzt also ducken oder hinter einer Ecke verstecken und von dort aus geschützt das Feuer eröffnen. Dazu gibt es kontextsensitive Aktionen, etwa wenn ihr einen Kronleuchter auf eure Gegner plumpsen lasst, und die sogenannten "Bond-Momente". Das sind besondere Moves, meistens in Kombination mit euren Gadgets, die so auch in einem 007-Kinofilm vorkommen könnten. Für jeden "Bond-Moment" sammelt ihr Punkte, die ihr dann im Menü gegen Waffenupgrades, Cheats oder Making-of-Material eintauschen könnt.

Ist das noch James Bond oder schon Gears of War? Quelle: Electronic Arts Ist das noch James Bond oder schon Gears of War? Gerade Letzteres ist ziemlich interessant. Denn für die Produktion des Third-Person-Shooters wurden die ganz großen Geschütze aufgefahren. James Bond wird von Pierce Brosnan verkörpert, sein Gegenspieler, der mit Nanotechnologie die Weltherrschaft erringen will, von Willem Dafoe. Daneben sind noch John Cleese, Judi Dench und Heidi Klum Teil des Casts. Geschrieben wurde die Story von Bruce Feirstein, der für das Skript von Der Morgen stirbt nie verantwortlich war.

Neben dem Einzelspieler- bietet EA auch erstmals einen Koop-Modus für zwei Spieler an. Der recycelt nicht bereits bekannte Inhalte, sondern konfrontiert euch tatsächlich mit neuen, auf Teamwork ausgelegten Missionen. Auf der PS2 könnt ihr die sogar mit einem Online-Freund in Angriff nehmen. Im Gegenzug fehlt dafür ein klassischer Deathmatch-Multiplayer. Mehr als ein Arena-Modus ist leider nicht drin.


GoldenEye: Rogue Agent

2004 | EA Games | Playstation 2, Nintendo GameCube, Xbox, Nintendo DS

Ein ganz übler Etikettenschwindel: Diesen Vorwurf musste sich GoldenEye: Rogue Agent zum Release 2004 gefallen lassen. Denn obwohl der Titel des neun Jahre zuvor erschienenen Bond-Streifens auf dem Cover prangt, steckt kein bisschen 007 im Spiel drin! Schlimmer noch: Die Spin-off-Geschichte, die EA Games hier erzählt, passt überhaupt nicht in den Kanon!

Sie dreht sich zwar immer noch um das MI6 und sein Doppel-Null-Programm, stellt aber einen bisher unbekannten, namenlosen Agenten in den Mittelpunkt. Der hat in einem Aufeinandertreffen mit Dr. No sein rechtes Auge verloren und ist jetzt so sehr vom Hass zerfressen, dass der Secret Service ihn nicht mehr für den Dienst geeignet hält. Er fliegt raus, läuft zur anderen Seite über und bekommt dort ein goldenes Cyber-Auge spendiert - das Golden Eye.

In Rogue Agent bekommt 'Smashen' eine ganz andere Bedeutung. Quelle: EA Games In Rogue Agent bekommt "Smashen" eine ganz andere Bedeutung. Das spielt dann auch spielerisch eine zentrale Rolle: Rogue Agent ist primär ein Ego-Shooter mit Fokus auf Schusswaffen. Dabei bekommt ihr erstmals die Möglichkeit, in Akimbo-Manier herum zu ballern - also mit je einer Knarre pro Hand. Als abtrünniger Spion, dem gar nichts mehr heilig ist, dürft ihr sogar Geiseln nehmen und als menschlichen Schutzschild benutzen.

"Das ergab absolut Sinn, denn die Bösewichte verfügen über all die coolen Eigenschaften, die das Bond-Universum ausmachen", erklärte Senior Producer Chris Plummer bei Team Xbox. "Und sie unterliegen keinerlei Einschränkungen in ihrem Verhalten."

Euer Implantat beschert euch zusätzlich noch ein paar nette Extra-Skills: Ihr könnt durch Wände sehen, Gegenstände hacken, oder einen kugelsicheren Schutzschild um euch herum projizieren. Über den Spielverlauf gesellen sich weitere Gemeinheiten zu eurem Arsenal dazu - passend zur "Komm zur dunklen Seite"-Thematik.

Die findet auch im Multiplayer Anwendung: Da könnt ihr Charakterskins von Xenia Onatopp und Maps wie Dr. Nos Reaktor freischalten, um sie dann auch online zu nutzen. Oder besser: Ihr konntet. Denn die Server wurden wegen "Inaktivität" bereits nach zwei Jahren wieder abgeschaltet.


From Russia With Love

2005 | Electronic Arts | Playstation 2, Nintendo GameCube, Xbox, PSP

2005 markierte dann das Ende der EA-Ära: noch ein letztes Bond-Spiel, dann würden die Lizenzrechte an Activision übergehen. Um den Abschied gebührend zu feiern, griffen die Entwickler ganz tief in die Mottenkiste und entschlossen sich das über 40 Jahre alte Liebesgrüße aus Moskau nochmal auszugraben - und Sean Connery gleich mit.

Der Schotte sprach für From Russia With Love komplett neue Textzeilen ein, was unter anderem daran liegt, dass sich Electronic Arts ein paar kreative Freiheiten damit nimmt. Das Spiel sollte eine Art "Director's Cut" werden, also eine erweiterte Version der ursprünglichen Story mit neuen Charakteren, neuen Locations und neuer Ausrüstung, die 007 im Originalfilm noch nicht zur Verfügung gestanden hatte. Sogar an der Handlung wurde herumgedoktert: Statt gegen die Verbrecherorganisation SPECTRE geht es gegen OCTOPUS. Von Blofeld fehlt ebenfalls jede Spur.

Sean Connery fährt in From Russia with Love die großen Geschütze auf. Quelle: Electronic Arts Sean Connery fährt in From Russia with Love die großen Geschütze auf. Ansonsten bleiben die Plotpoints aber relativ gleich: 007 soll immer noch in eine Falle gelockt werden, um den Tod von Dr. Julius No zu rächen. Dabei spielen Sowjet-Agentin Romanova und ein Chiffriergerät eine zentrale Rolle.

In Sachen Gameplay hält man sich an die Stärken von Everything or Nothing. Euch erwartet also wieder ein Third-Person-Shooter mit ein wenig Faustkampf, Klettern und Knobeln. Auch die "Bond-Momente" geben ihr Comeback, inklusive der freischaltbaren Zusatzinhalte. Noch spannender sind aber die neu eingeführten Forschungspunkte.

Beim Erkunden der Spielwelt findet ihr Blaupausen, mit denen ihr dann eure Waffen und Gadgets verbessern könnt. Das kann eine Magazinerweiterung sein, ein zusätzlicher Feuermodus oder einfach nur mehr Schaden. Für die Fahrzeug-Liebhaber gibt es Actionsequenzen hinterm Steuer eines Boots, eines Buggys und eines Aston Martin. Sogar ein Jetpack darf sich Bond umschnallen! Denn wie sagte schon Connery selbst: "Zum korrekten Anzug das passende Gerät."

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