Pokémon Schwert & Schild: Die Schneelande der Krone - zweiter DLC im Test

Test Johannes Gehrling
Pokémon Schwert & Schild: Die Schneelande der Krone - zweiter DLC im Test
Quelle: PC Games

Statt mit einer neuen Generation oder einer weiteren Neuauflage will Game Freak Pokémon-Fans heuer mit einem zweiteiligen DLC zu den jüngsten Taschenmonster-Spielen Schwert und Schild glücklich machen. Der erste Teil erschien bereits im Juni, mittlerweile ist auch Part zwei des Season Pass erhältlich, die Schneelande der Krone. Was taugen die neuen Inhalte?

Eingefleischte Pokémon-Fans müssen dieses Jahr stark sein. Weder veröffentlicht Nintendo heuer nämlich eine gänzlich neue Generation der Taschenmonster-Spiele; Pokémon Kaffee und Tee erscheint also genauso wenig wie Pokémon Hell und Dunkel, Pokémon A und B oder irgendeine andere namentlich mal wieder besonders kreative Neuerscheinung. Noch dürfen sich Monster-Trainer über eine weitere Neuauflage wie beispielsweise die Ende 2017 erschienenen Pokémon: Let's Go, Pikachu! beziehungsweise Evoli! freuen. Stattdessen wollen die Entwicklerinnen und Entwickler bei Game Freak den geneigten Pokémon-Fan mit einem zweiteiligen Season Pass zufriedenstellen.

Bereits im Juni erschien der erste Part namens "Die Insel der Rüstung", in unserem Test nahmen wir die Erweiterung ausführlich unter die Lupe und attestierten ein "lohnt sich". Nun ist kürzlich der zweite und letzte Teil auf die Switch gewandert, diesmal verschlägt es uns in "Die Schneelande der Krone". Übrigens bietet Nintendo passend dazu sowohl Pokémon Schwert als auch Pokémon Schild nun als neue Retail-Versionen auf Cartridge inklusive dem Season Pass an. Rund 80 Euro verlangt das japanische Unternehmen dafür von potenziellen Kunden. Ein ziemlich ordentlicher Preis. Etwas Geld kann man sparen, wenn man die normale Version von Schwert oder Schild bei einem guten Angebot für um die 40 Euro ergattert und dann den Season Pass im eShop für circa 30 Euro erwirbt. Doch das nur am Rande.

Auch interessant: Simples Prügelspiel Kirby Fighters 2 für Nintendo Switch im Test!

Neues Areal, alte Probleme

Mit dem neuen DLC gehen selbstredend wieder viele neue Inhalte einher; das ist ja immerhin der ganze Sinn und Zweck der Sache. Im Mittelpunkt steht dabei das neue Areal, also die Schneelande der Krone eben. Dabei handelt es sich um ein hauptsächlich von Gebirge, Schnee und Eis geprägtes Gebiet mit Großteils frei beweglicher Kamera. Ausgangspunkt eurer neuerlichen Expedition ist das kleine verschneite Dorf namens Freezedale, ebenfalls Dreh- und Wendepunkt der neuen Storyinhalte, doch dazu später noch mehr. Die Schneelande unterscheidet sich als Naturzone deutlich von den anderen Naturzonen im Spiel und bringt damit Abwechslung ins Abenteuer - gut so! Gleichzeitig allerdings ist die neue Spielwelt schnell erkundet. Die Ausmaße der Schneelande sind nicht allzu weitläufig. Wer sich Maßstäbe wie bei The Legend of Zelda: Breath of the Wild auch nur annähernd erhofft, wird leider enttäuscht. Zudem - und das gilt gleichermaßen für alle Naturzonen in Schwert und Schild - sind die Areale zwar picke-packe-vollgepackt mit wilden Pokémon, ansonsten aber erstaunlich leer und stellenweise geradezu trist.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das liegt einerseits an der, nett ausgedrückt, ziemlich simplen Grafik. Böse Zungen würden behaupten, das Spiel sei optisch hoffnungslos veraltet. Andererseits ist die Sichtweite extrem gering, sodass wilde Taschenmonster nur in unmittelbarer Nähe zur eigenen Spielfigur überhaupt sichtbar die Spielwelt bevölkern. Zudem strotzt die Schneelande nicht gerade vor Detailreichtum. Simples Beispiel, das schon im Hauptspiel genauso war: Zwar liegen überall unterschiedliche Items auf dem Boden, die es sich lohnt zu sammeln. Allerdings sind diese bis auf wenige Ausnahmen nur durch ein simples Blinken gekennzeichnet. Der entsprechende Gegenstand ist also gar nicht wirklich zu sehen. Und selbst wenn doch, dann lediglich in Form eines Standard-Pokéballs. Nichtsdestotrotz hat das neue Gebiet seinen Reiz und es kommt durchaus eine Atmosphäre auf, die gut zum nahenden Winter passt. Leider hat es das Entwicklerteam jedoch abermals nicht geschafft, die bereits seit rund einem Jahr am Hauptspiel bestehenden Kritikpunkte an den Naturzonen anzugehen. Auch die Schneelande der Krone ist da keine Ausnahme und lässt damit weiter hoffen, dass Game Freak bei der nächsten Pokémon-Generation dieses Problem endlich grundlegend angeht.

Auf zur Expedition!

Wie bereits kurz erwähnt, geht mit der neuen Spielwelt auch eine neuerliche Geschichte einher. Diese dreht sich um das legendäre und königliche Pokémon namens Coronospa. Das Monsterchen mit den Typen Pflanze und Psycho hat sozusagen die Schirmherrschaft über die Schneelande und das Dörfchen Freezedale inne. Allerdings hat es zum Beginn eures Abenteuers seine Macht verloren und ist auf eure Hilfe angewiesen. Was für ein Zufall, dass ihr gleich nach eurer Ankunft im neuen Gebiet vor dem Bahnhof auf Peony und dessen Tochter trefft.

Bei Ersterem handelt es sich um einen Mann mittleren Alters, der vor allem durch seine überdrehte und über die Maßen um Jugendlichkeit bemühte Art auffällt. Das mag manchem vielleicht anstrengend rüberkommen, entbehrt aber nicht einem gewissen humoristischen Element. Soll heißen, die Dialoge und Zwischensequenzen mit Peony haben uns regelmäßig schmunzeln lassen, gelegentlich sogar etwas zum Lachen gebracht. Eines seiner liebsten Wörter ist "nice", manchmal auch "mega-nice" - kein Wunder, dass Peony seiner Tochter ganz schön peinlich ist, oder? Die nämlich soll mit ihm auf eine Expedition durch die Schneelande aufbrechen, so der Wunsch des Vaters. Allerdings hat sie so gar keine Lust, lieber möchte sie Erfahrungen als Pokémon-Trainerin auf eigene Faust sammeln. Das führt schlussendlich dazu, dass ihr ihre Position einnehmt und mit Peony auf Expedition geht. Im Zuge dessen trefft ihr recht schnell auf das eingangs erwähnte Coronospa. Ab dann ist es eure primäre Aufgabe, dem Königspokémon zu alter Macht zu verhelfen. Diese Aufgabe stellt die zentrale neue Geschichte im DLC dar und ist, insofern ihr die Story konsequent vorantreibt, in rund zwei Stunden abgehandelt. Es warten jedoch noch weitere Quests auf euch, diese jedoch mit deutlich kürzer gehaltenen Geschichten. Doch dazu später mehr. Pokémon Schwert & Schild: Die Schneelande der Krone - zweiter DLC im Test (3) Quelle: PC Games Pokémon Schwert & Schild: Die Schneelande der Krone - zweiter DLC im Test (3)

Ohne Ende Legenden

Um was geht und ging es bei Pokémon schon immer im Kern? Richtig, natürlich Pokémon zu fangen und den Pokédex zu komplettieren! Selbstverständlich halten daher mit dem neuen DLC zahlreiche zusätzliche Taschenmonster Einzug in Schwert und Schild. Dabei handelt es sich um ganz neue Monster, beispielsweise das legendäre Coronospa. Aber auch viele Pokémon vergangener Spiele der Reihe feiern ein Comeback. Allen voran zahlreiche Legendaries. So trefft ihr beispielsweise bei einem gigantischen Baum im Süden der Schneelande auf Arktos, Zapdos und Lavados. Nicht jedoch, wie man sie kennt, sondern in optisch ganz neuen Galar-Formen - und die sehen wirklich absolut fantastisch aus! Tatsächlich ist es auch gar nicht so leicht, die drei legendären Vogel-Pokémon der ersten Generation in diesen neuen Varianten zu fangen. Nach einer hübschen Cutscene bei besagtem riesigem Baum entfliegen die drei nämlich in die Weiten der Galar-Region. Zapdos müsst ihr sodann in der ursprünglichen Naturzone suchen, Lavados hält sich auf der Insel der Rüstung des ersten DLCs auf und Arktos, passenderweise als Eis-Pokémon, verweilt in der Schneelande der Krone. Genauere Infos bekommt ihr nicht, ihr müsst also die Zonen durchstreifen, was jedoch zumindest dadurch etwas erleichtert wird, dass die legendären Pokémon nicht erst ganz knapp vor eurer Spielfigur aufploppen, sondern über deutlich größere Distanz in der offenen Spielwelt sichtbar sind.

Pokémon Schwert & Schild: Die Schneelande der Krone - zweiter DLC im Test (12) Quelle: PC Games Pokémon Schwert & Schild: Die Schneelande der Krone - zweiter DLC im Test (12) Auch die legendären Giganten trefft ihr im neuen Areal an, jeweils in einem eigenen Schrein. Damit sich diese öffnen, müsst ihr bestimmte kleine Aufgaben erfüllen, zum Beispiel eine Glocke ertönen lassen oder dem erstplatzierten Pokémon in eurem Team ein bestimmtes Item zum Tragen geben. Im zweiten Schritt warten dann innerhalb der kleinen Schreine noch kurze Puzzleaufgaben auf euch, diese sind allerdings extrem simpel. Habt ihr beide Aufgaben erledigt, dürft ihr euch im Kampf mit Regirock, Registeel und Regice beweisen und euer Glück beim Fangen versuchen. Diese Aufgabe ist dann allerdings wieder gar nicht so leicht, weigern sich die besonders starken Legendaries doch sehr vehement gegen die Gefangennahme. Immerhin aber könnt ihr euer Glück so oft versuchen, wie ihr wollt. Wenn ihr eines der legendären Pokémon besiegt, verschwindet dieses nicht wie bei früheren Taschenmonster-Spiele für alle Zeiten im digitalen Nirvana. Stattdessen muss es sich nur ausruhen und ihr könnt jederzeit erneute Versuche wagen.

  1. Seite 1 Spielwelt, Story, legendäre Pokémon
  2. Seite 2 Dynamax-Abenteuer und mehr
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk