Pokémon Schwert & Schild: Der erste DLC namens Insel der Rüstung im Test
Test
Das Warten hat ein Ende: Die Pokémon-Abenteuer Schwert und Schild gehen auf der Rüstungsinsel mit dem Erscheinen des ersten Teils des Erweiterungspasses endlich weiter. Welche Neuerungen euch auf der rauen Insel der Rüstung erwarten, verraten wir euch in unserem ausführlichen Test.
Ganz ohne Kritik wurden die aktuellsten Teile der Pokémon-Reihe, Schwert und Schild, zu ihrem Release im November letzten Jahres nicht aufgenommen. Viele der Fans und Spieler kritisierten den wenig spürbaren Fortschritt der Technik im Vergleich zu den Vorgängern auf dem 3DS, trotz der besseren Hardware-Möglichkeiten der Nintendo Switch. Matschige Texturen, ein niedriger Schwierigkeitsgrad, veraltete Animationen der Pokémon und Charaktere sowie eine nur auf die Naturzone beschränkte, freie Kamerasteuerung sorgten schon im Vorfeld durch diverse Leaks für großen Unmut.
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Und auch allgemein wird der Serie mit jedem neu erscheinenden Teil ein Mangel an Innovationen vorgeworfen. Und ja: Viel hat sich an der Grundformel der Pokémon-Spiele nicht verändert. Das Fangen und Kämpfen ist im Kern seit der ersten Generation mit Pokémon Rot und Blau gleichgeblieben. Das Schere-Stein-Papier-Prinzip der verschiedenen Typen wie Wasser, Feuer und Pflanze wurde nur durch neu eingeführte Eigenschaften wie Stahl und Unlicht in der zweiten und Fee in der fünften Generation vorangebracht.
Bei neuen Kampfformaten konnte sich bisher nur der Doppelkampf durchsetzen - Konzepte wie der Reihum- oder Dreierkampf sind meist nach nur einer Generation wieder rausgeflogen. Minigames wie das Supertraining, Wettbewerbe oder der Pokéathlon haben es meist auch nicht über ein, zwei Generationen hinausgeschafft. Aber sind Pokémon Schwert und Schild in Anbetracht dessen zwingend schlechte Spiele? Nein, in keinster Weise. Die simple Formel geht nach über 20 Jahren immer noch auf und ist in den neuen Teilen mindestens genauso einnehmend wie zuvor!
Die selbe alte Leier
Quelle: PC Games
Mit seiner mächtigen Signature-Attacke Trefferschwall trifft das Wulaosu im fließenden Stil den Gegner mit mehreren Hieben.
Viel davon ist dem guten Design der neuen Taschenmonster geschuldet. Unter den 81 neuen Pokémon und den 13 spezifischen Regionalformen sind vergleichsweise wenig designtechnische Totalausfälle dabei. Davon gibt es ja genug in den anderen Generationen (eine laufende Mülltüte, wirklich, Game Freak?). Bei gutem Pokémon-Design macht das Sammeln und Trainieren deutlich mehr Spaß. Ein schönes Beispiel hierfür sind die besonderen Methoden, um bestimmte Pokémon weiterzuentwickeln. Galar-Porenta entwickelt sich nur dann zu Lauchzelot, wenn man damit in einem Kampf drei Volltreffer landet. Neben den kreativen Ideen beim Design der neuen Pokémon, überzeugen die neuen Teile auch über die frisch eingeführten Features. Während die Dynamaximierung durch viele taktische Möglichkeiten, vor allem in Online-Kämpfen, frischen Wind in die Kämpfe bringt, kommt die offene Naturzone einem Next-gen-Gefühl für die Pokémon-Spiele allmählich näher. Auch die Dyna-Raids, in denen man alleine oder mit bis zu vier anderen Spielern gegen mächtige Dynamax-Pokémon antritt, sorgen für eine gute Portion Abwechslung. Diese werden von Game Freak zudem häufig über Events frisch gehalten. Alles in allem fühlen sich die Neuerungen der aktuellen Editionen auch durch viele kleine Quality-of-Life-Verbesserungen um einiges zugänglicher an als in den vorherigen Generationen.
Ein wirkliches Novum aber, welches in der Form noch bei keinem Hauptspiel der Pokémon-Reihe vorhanden war, ist die Veröffentlichung einer Erweiterung. Daher kam die Ankündigung eines zweiteiligen Erweiterungspasses seitens Game Freak Anfang des Jahres sehr überraschend. Mit Die Insel der Rüstung und Die Schneelande der Krone wird die Galar-Region um zwei zusätzliche Gebiete erweitert - inklusive neuer Pokémon und einer neuen Geschichte. Das erste Zusatzabenteuer, welches uns auf die Rüstungsinsel verschlägt, ist seit dem 17. Juni erhältlich. Obwohl es bereits in der Vergangenheit Zusatzinhalte in Form von Event-Tickets oder Geheimgeschehen gab, konnte man aus mangelnder Erfahrung bisher kaum einschätzen, wie gut Game Freak die Entwicklung einer größeren Erweiterung handhabt. Wir haben für euch Die Insel der Rüstung ausgiebig erkundet und können euch jetzt genau sagen, wie die Erweiterung sich in das Spiel einbringt, welche Neuerungen eingeführt wurden und ob sich ein Kauf tatsächlich auch lohnt.
DLCs sind für uns alle Neuland
Quelle: PC Games
Endlich bekommen wir mal ein originalgetreues Wailord zu Gesicht, danke, Game Freak! Genießen können wir den Anblick mit dem Tohaido im Nacken aber nicht.
Das Gute vorweg: Mit ihrer ersten Erweiterung dockt Game Freak glücklicherweise an die Stärken der Hauptspiele an und baut diese auch weiter aus. Die Rüstungsinsel ist in ihrem Grundprinzip an die offene Naturzone angelehnt. Somit habt ihr im gesamten Gebiet die freie Kontrolle über die Kamerasteuerung. Das dürfte viele der Fans freuen, die sich dieses Feature bereits für das komplette Spiel gewünscht haben. Ähnlich wie die Naturzone ist auch die neue Insel in verschiedene Bereiche, die je nach Wind- und Wetterlage andere Pokémon enthalten können, unterteilt. Abheben kann sich die Rüstungsinsel jedoch durch ihr weitaus diverseres Angebot an natürlichen Arealen. Im Vergleich zur Naturzone, die optisch kaum eine Abwechslung bot, gibt es in der Erweiterung so einiges für euch zu entdecken. Mehrere Höhlen, Wälder, Sümpfe und das Meer sorgen hier für ein deutlich weniger monotones Spielgefühl. Flächenmäßig ist das neue Gebiet zudem größer als die offene Zone auf dem Festland von Galar. Da macht das Erkunden jedes noch so kleinen Winkels der Insel umso mehr Spaß!
Auch eine ganze Menge neuer Dyna-Raids warten darauf, von euch in Angriff genommen zu werden. In 85 Pokémon-Nestern könnt ihr einige der Neuzugänge mit besonderen Fähigkeiten antreffen. Bezwingt ihr diese, erhaltet ihr zudem viele wertvolle Items, die nur exklusiv auf der Rüstungsinsel zu finden sind.
Grafisch hat sich hingegen nichts getan. Wer erwartet hat, dass die veralteten Texturen verbessert wurden, wird hier enttäuscht. Die Bäume und Felder leiden immer noch sehr unter der matschigen Auflösung. Genauso wenig wurden die nervigen Pop-ups behoben, die selbst bei kleinsten Distanzen bereits auftreten. Hinsichtlich der technischen Probleme gibt es im Vergleich zu den Hauptspielen aber tatsächlich eine spürbare Verbesserung zu verzeichnen. Selbst bei einer laufenden Online-Verbindung stockt das Spiel auf der Rüstungsinsel im Vergleich zur Naturzone kaum. Dadurch werden nervige Unterbrechungen des Spielflusses unterbunden.
