Mark Cerny: Vom Marble-Madness-Macher zum Playstation-Guru
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Mark Cerny zählt zu den einflussreichsten Personen der Spielebranche. In unserem Report skizzieren wir den Werdegang des Playstation-Masterminds.
Während der PS3-Ära ist Cerny zudem direkt als Design Consultant in die Entwicklung vieler von Sony veröffentlichter Blockbuster eingebunden, darunter Resistance: Fall of Man (2006), Uncharted: Drake's Schicksal (2007), Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction (2007), Resistance 2 (2008), God of War 3 (2010) und Killzone 3 (2011). Im Rahmen dieser Arbeit hat Cerny viele Erfolgserlebnisse, bekommt allerdings auch hautnah mit, dass viele Entwickler (vor allem auf Third-Party-Ebene) sich mit der optimalen Ausnutzung des Cell-Prozessors der PS3 schwertun.
Cernys Weg zum Chief System Architect der Playstation 4
Um dem entgegenzusteuern, beschließt Cerny schon 2007, mehr über die Entwicklung der vor allem im PC-Spiele-Sektor gängigen und wesentlich einfacher zu programmierenden x86-Prozessoren herauszufinden. Sein Wissensdurst geht so weit, dass er sich während seiner Herbstferien 2007 praktisch ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt und die knapp 30-jährige Geschichte des Prozessortyps haarklein analysiert. Sind x86-Prozessoren wirklich so ungeeignet für eine Spielekonsole? Oder hat sich deren Architektur mittlerweile so verbessert, dass man sie sehr wohl dafür nutzen kann? Cerny kommt zu dem Schluss, dass Letzteres zutrifft und hat fortan ein großes Verlangen, die Zukunft der nächsten Playstation-Konsole maßgeblich mitzubestimmen.
Quelle: Sony
Das von Cerny designte und verantwortete Knack 2 (2017) entpuppt sich als klare Steigerung zum ersten Teil. Auch, weil der Zwei-Spieler-Modus deutlich besser funktioniert und man grafisch mehr aus der PS4 herausholt.
Die Folge: Cerny vereinbart ein Meeting mit Shuhei Yoshida und schlägt ihm vor, dass er ihn aufgrund seiner vielseitigen Qualifikationen und seiner Zweisprachigkeit in Englisch und Japanisch zum Chef-System-Architekt der Playstation 4 ernennt. Zu Cernys Erstaunen willigt Yoshida ein, ebenso der Leiter der Sony Worldwide Studios sowie der damalige Chief Technology Officer Masa Chatani.
Ab Anfang 2008 startet Cerny dann - wieder als externer Mitarbeiter - voll durch. Ganz oben auf seiner Agenda: Besuche bei über 30 verschiedenen Spieleentwicklern in den USA, Europa und Japan, um herauszufinden, was sich diese für die nächste Playstation-Hardware-Generation wünschen.
Wichtigste Erkenntnis aus dieser Feedback-Phase, die mit vielen Reisen verbunden ist: Fast alle Studios hätten gerne ein Gerät mit gemeinsamem Speicher (Unified Memory), eine CPU mit idealerweise acht Kernen, eine extrem starke GPU und nicht zu exotische Bauteile.
Auf Basis dieser groben Vorgaben entwickeln Cerny und sein Team nach und nach die Eckdaten und das Design der PS4 - einer Konsole, die zum Start im November 2013 nicht nur günstiger ist als die der Microsoft-Konkurrenz, sondern auch mehr Leistung bietet. Hinzu kommt, dass sich Spiele dafür deutlich leichter und damit zeitsparender entwickeln lassen, als dies noch auf der PS3 der Fall war.
Den Rest dieser Erfolgsgeschichte dürfte jeder Konsolen-Enthusiast kennen: Stand 31. März 2022 wurde die PS4 weltweit über 117,2 Millionen Mal ausgeliefert und rangiert damit hinter der PS2 auf Platz zwei der meistverkauften stationären Spielekonsolen (wenngleich die Switch ihr hier bald den Rang ablaufen dürfte). Gleichzeitig gelingt es Cerny, während der PS4-Ära zwei Plattformer auf den Markt zu bringen, bei denen er jeweils als Game Director fungiert: Knack (2013) und Knack 2 (2017).
Cerny wird auch zum Papa der Playstation 5
Mit Blick auf die im Absatz zuvor skizzierten Zahlen wundert es nicht, dass Sony Cerny auch als Chef-System-Architekt der PS Vita und später der Playstation 5 (jetzt kaufen ) verpflichtet. Spannend: Bevor das Design der PS5 steht, verbringt Cerny abermals zwei Jahre damit, Meinungen von Entwicklern aus aller Welt einzuholen und sich ihre Probleme und Sorgen anzuhören. Ganz oben auf der Feedback-Liste steht diesmal das Thema Ladezeiten, das Cernys Team letztendlich durch eine superschnelle SSD hervorragend in den Griff bekommt.
Quelle: Sony / Marvel
Mark Cerny pflegt bis heute hervorragende Kontakte zu Insomniac Games. Bei Marvel’s Spider-Man (2018) holen ihn die Kalifornier als ausführenden Produzenten an Bord.
Neben seiner Arbeit als "Papa der PS5" lässt es sich Cerny außerdem nicht nehmen, die Entwicklung verschiedener Playstation-Spiele voranzutreiben und zu begleiten. Zu den bekanntesten zählen Marvel's Spider-Man, Spider-Man: Miles Morales und Ratchet & Clank: Rift Apart, bei denen er jeweils den Posten des ausführenden Produzenten innehat. Bei Kojima's Death Stranding engagiert er sich als Technical Producer.
Rückblickend zählt Cerny somit in der Tat zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Gamesbranche, die er nun schon seit mehr als 40 Jahren mit seinem Know-how, aber auch stets einem gesunden Maß an Bodenständigkeit und Weitsicht, bereichert.
Honoriert wurden diese Verdienste erstmals ganz offiziell im Jahr 2004 mit einem Lifetime Achievement Award der Game Developers Association (die ihn als Alleskönner ehren), sowie einem begehrten Platz in der Hall of Fame der Academy of Interactive Arts & Sciences.
Nun interessiert uns eure Meinung! Was denkt ihr über Marc Cerny? Welches seiner Spiele hat euch besonders gut gefallen? Was hat die PS4 in euren Augen so erfolgreich gemacht? Und was würdet ihr euch für eine Playstation 6 wünschen? Noch ist übrigens nicht klar, ob Cerny bereits an der neuen Konsole arbeitet, wundern würde uns dies in Anbetracht seiner schillernden PS4- und PS5-Erfolge aber ganz und gar nicht.
