Cheater-Reportage: Interview mit einem Cheater

Special Florian Aich Dominic Eskofier

Mit unfairen Mitteln zum Sieg: Wir sind in die Cheater-Szene abgetaucht und beleuchten in unserer großen Reportage, aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln manche Spieler betrügen. Außerdem haben wir ein Interview mit einem Cheater für euch, lassen einen E-Sport-Vertreter zu dem brisanten Thema zu Wort kommen und verraten euch die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Cheater.

Mathias K. hat sich unseren Fragen rund um das Thema Cheats gestellt. Quelle: Games Aktuell Mathias K. hat sich unseren Fragen rund um das Thema Cheats gestellt. "Wenn man will, kann man in jedem spiel schummeln"

Der Cheater Mathias K. entwickelt eigene Hacks und betrügt in nahezu jedem Videospiel. Er hat sich unseren Fragen gestellt und uns über seine Beweggründe aufgeklärt.

Wenn ich gegen dich Call of Duty: Black Ops spielen würde, hätte ich eine Chance, zu gewinnen? Hat man überhaupt eine Chance gegen einen Cheater?

Mathias K.: In Black Ops auf keinen Fall, da es für meinen Geschmack der schwächste Teil der Serie ist und es meiner Meinung nach nur Spaß macht, mit Aimbot und Co. zu spielen. Man hat schon Chancen gegen Chea­ter. Im Multiplayer beispielsweise gibt es die "Rage Cheater" (siehe Cheat-Glossar), die alles an haben, von Aimbot über Autofeuer bis hin zu Wallhack. Gegen diese Art von Cheater hat man so gut wie keine Chance. Aber dann gibt es noch die "Legit Cheater", die höchstens ein Wallhack an haben. Diese Art von Cheater versucht so wenig wie möglich aufzufallen.

Wie wird man zum Cheater?

Mathias K.: Ja, gute Frage. Ich kann jetzt nur von mir sprechen. Mich fasziniert es, dass ich ein Spiel zu meinem Vorteil verändern kann.

Was ist der Unterschied zwischen einem Cheat und einem Hack?

Mathias K.: Im Grunde gibt es keinen.Cheats und Hacks manipulieren Videospiele. Der Begriff Cheat wird meist für den Konsolenbereich oder im Singleplayer verwendet, wobei der Begriff Hack im Multiplayer sehr verbreitet ist.

Wie schwierig ist es, einen eigenen Cheat oder Hack zu entwickeln und wie geht man dabei vor?

Mathias K.: Nun ja, leicht ist es erst, wenn man es kann. Ich selbst schreibe Hacks und Cheats in Visual Basic und C++. Mit diesen Programmiersprachen beschäftige ich mich seit über 3 Jahren und beherrsche längst nicht alles.

Es gibt viele Hilfsprogramme, die einem die Arbeit erleichtern. Am einfachsten kann man die Munition eines Spieles beeinflussen. Ein Spiel speichert ja Daten im Arbeitsspeicher (Daten wie etwa Munition, Lebensenergie und Koordinaten) und diese gilt es zu suchen. Ein Beispiel: Unsere Waffe hat 8 Schuss im Magazin, also durchsuchen wir den Speicher, in dem sich das Spiel befindet, nach dem Value (Wert) 8. Dies wird so oft wiederholt, bis man im besten Fall nur noch 3 mögliche Speicheradressen hat. Dann probiert man nur noch aus, bei welchen Adressen sich die Munition im Spiel verändert, wenn man den Wert ändert.

Cheatest du in jedem Spiel?

Mathias K.: In Battlefield Bad Company 2 nicht, da das Game zu gut ist, um da zu cheaten. Aber sonst in allen aktuellen FPS-Action-Spielen – wenn auch manchmal nur, um mal kurz etwas zu testen.

Warum cheatet man? Was macht den Reiz aus?

Mathias K.: Viele Cheater haben auch ein Real Life und können nicht jeden Tag fünf Stunden üben, damit sie zum Hardcore-Zocker werden. Also besorgen sie sich einen Cheat oder Hack. Mich persönlich fasziniert es, dass ich ein Spiel nach Belieben verändern kann.

Wird es nicht schnell langweilig, ständig zu gewinnen?

Mathias K.: Man gewinnt ja nicht immer und wenn es doch mal langweilig wird, nimmt man sich ein anderes Spiel und cheatet dort weiter.

Hast du kein schlechtes Gewissen, wenn du beim Spielen betrügst? Geht da nicht der Spielspaß verloren?

Mathias K.: Auf keinen Fall! Gerade das ist so lustig am Cheaten, wenn sich Leute darüber aufregen. Wenn sie freundlich und sachlich bleiben und sagen, ich soll vom Server gehen, dann mache ich das auch. Aber wenn sie gleich beleidigend werden, dann dreh ich noch mal richtig auf und mache den Server leer.

Wurdest du schon einmal beim Cheaten erwischt?

Mathias K.: Oh ja, schon des Öfteren VAC (Valve-Anti-Cheat-System) Bans, Punkbuster Bans und Admin Bans gehören einfach dazu. Es sollte jedem Cheater auch klar sein, dass es immer ein Risiko gibt, erwischt zu werden. Aber neue CD-Keys bekommt man ja schon sehr günstig.

Gibt es Spiele, in denen man nicht tricksen kann?

Mathias K.: Ich würde sagen nein. Wenn man will und weiß, wie man es anstellen muss, kann man in jedem Spiel schummeln.

Wie effektiv findest du Anti-Cheat-Programme wie PunkBuster?

Mathias K.: PunkBuster ist das einzige Anti Cheat Tool, das seine Arbeit gut macht, aber selbst dieses Programm kann man umgehen. Ja und VAC möchte ich nicht als Anti Cheat Tool bezeichnen, da es nicht sehr effektiv und sehr leicht zu umgehen ist.

Meinst du, dass Spielehersteller es irgendwann schaffen werden, Cheats vollständig zu unterbinden?

Mathias K.: Auf keinen Fall! Jede Seite macht Fortschritte und so wird der "Krieg" zwischen Cheatern und den Pub­lishern immer weitergehen.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Cheater-Reportage: Damals und heute
  2. Seite 2 Cheater-Reportage: Falsches Spiel
  3. Seite 3 Cheater-Reportage: Transparente Wände
  4. Seite 4 Cheater-Reportage: Nicht mit uns
  5. Seite 5 Cheater-Reportage: Interview mit einem Cheater
  6. Seite 6 Cheater-Reportage: Interview mit einem E-Sports-Vertreter
  7. Seite 7 Cheater-Reportage: Das große Cheater-Glossar
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