Cheater-Reportage: Transparente Wände

Special Florian Aich Dominic Eskofier

Mit unfairen Mitteln zum Sieg: Wir sind in die Cheater-Szene abgetaucht und beleuchten in unserer großen Reportage, aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln manche Spieler betrügen. Außerdem haben wir ein Interview mit einem Cheater für euch, lassen einen E-Sport-Vertreter zu dem brisanten Thema zu Wort kommen und verraten euch die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Cheater.

Unfair: Mit bestimmten Hacks kann man Mitspieler selbst hinter Hindernissen erkennen. Quelle: Games Aktuell Unfair: Mit bestimmten Hacks kann man Mitspieler selbst hinter Hindernissen erkennen. Cheater-Reportage: Transparente Wände

Auch durch Manipulation der Spielgrafik wird getrickst. Das ist aber nicht ganz so einfach wie das Script-Cheating. Hier muss der Datenfluss vom Grafiktreiber zur Grafikkarte erst unterbrochen werden, um die Grafikdaten danach beliebig abändern zu können. Dank dieser Methode sind Cheater nicht nur in der Lage, Wände transparent erscheinen zu lassen. Sie können auch Mitspieler mithilfe farbiger Kästen deutlich als Freund oder Feind kennzeichnen. Man spricht hier von ESP-Boxen – ESP steht für Extrasensory Perception, auf Deutsch: übersinnliche Wahrnehmung. Teammitglieder werden von einem blauen Kasten umrahmt und Gegner von einem roten. Dadurch fällt es wesentlich leichter, in einem Gefecht mit vielen Spielern den Überblick zu bewahren.

Die ESP-Boxen sind auch hinter Hindernissen problemlos zu erkennen. So lässt sich jederzeit die Position des Gegners ausmachen. Auf eine ähnliche Weise funktionieren Cham-Hacks (Ableitung von Chamäleon). Hier werden die Texturen der Charaktermodelle mit grellen Farben ausgetauscht, um gegnerische Spieler schon von Weitem erkennen zu können. Oft werden Chams auch mit Aimbots und anderen Hacks kombiniert. Danebenschießen wird somit nahezu unmöglich.

Nichts ist unmöglich: Mit unfairen Tricks kann man CoD: Modern Warfare 2 sogar fliegend erkunden. Quelle: Games Aktuell Nichts ist unmöglich: Mit unfairen Tricks kann man CoD: Modern Warfare 2 sogar fliegend erkunden. Häufig nutzen Cheater aber auch Programmfehler, die bei der Entwicklung eines Videospiels übersehen wurden. So lassen sich unter anderem vorteilhafte Positionen erreichen, die eigentlich keinem Spieler zugänglich sein sollten. Diese Methode ist jedoch relativ ineffektiv, da es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, solche Bugs ausfindig zu machen. In Online-Rollenspielen wird hingegen versucht, sich durch externe Programme Zeit einzusparen. Während normale Spieler Monate aufbringen müssen, um die höchste Charakterstufe zu erreichen, schaffen das andere mithilfe sogenannter Grindbots in wenigen Tagen. Diese Bots steuern die Spielfigur vollautomatisch und tragen sogar Kämpfe für ihn aus. Über den gleichen Weg kann man auch Ressourcen und Geld im Eiltempo sammeln. Problem dabei: Online-Rollenspiele verfügen in der Regel über ein in sich geschlossenes Wirtschaftssystem, das – wie im realen Leben – durch ein Güterüberangebot aus dem Gleichgewicht gerät. Das wiederum hat folgenschwere Auswirkungen auf die gesamte virtuelle Spielwelt. Bestimmte Gegenstände und die Ingame-Währung verlieren an Wert, es kommt zur Inflation und das ursprünglich angedachte Spielkonzept funktioniert nicht mehr – Spielspaß ade!

Bildergalerie

  1. Seite 1 Cheater-Reportage: Damals und heute
  2. Seite 2 Cheater-Reportage: Falsches Spiel
  3. Seite 3 Cheater-Reportage: Transparente Wände
  4. Seite 4 Cheater-Reportage: Nicht mit uns
  5. Seite 5 Cheater-Reportage: Interview mit einem Cheater
  6. Seite 6 Cheater-Reportage: Interview mit einem E-Sports-Vertreter
  7. Seite 7 Cheater-Reportage: Das große Cheater-Glossar
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