PCG Garage: Nachtfahrten, Multiclassing und Fahrzeugklassen

Special Michael Grünwald
PCG Garage: Nachtfahrten, Multiclassing und Fahrzeugklassen
Quelle: Studio 397

Endurance-Rennen fordern auch erfahrene Sim-Racer. Die Herausforderungen Nacht und Multiclassing sind wichtige Themen in der Folge der PCG Garage.

Der Kampf durch die Nacht

Zu den zwei größten Herausforderungen im Endurance-Bereich komme ich aber jetzt noch. Nicht nur Regen spielt bei 24-Stunden-Rennen häufig eine wichtige Rolle, sondern auch die Dunkelheit. Zwar gibt es in der Formel 1 beispielsweise ebenfalls Nachtrennen in Singapur, Las Vegas und Co., doch riesige Fluchtlichtmasten lassen die Kurse taghell erscheinen.

Düse ich über die Landstraßen in Le Mans oder durch die Wälder der Nürburgring-Nordschleife, sehe ich häufig nichts anderes als die Scheinwerfer der Fahrzeuge und ein paar beleuchtete Flaggensignale rund um die Strecke.

Die Sicht ist deutlich eingeschränkt und durch Temperaturunterschiede verändern sich Bremszonen, Grip-Niveau und andere wichtige Parameter. Während ich mich tagsüber an Schildern, Bäumen und anderen Objekten orientieren kann, fällt das bei Bremspunkten häufig weg. Ich muss die Strecke im Dunkeln noch deutlich besser kennen, schließlich ist jede Bodenwelle oder jeder Ölfleck eine potenzielle Crash-Gefahr.

Viele Rennfahrer sprechen davon, dass sie sich vor allem in der Nacht in einer Art Tunnel befinden, um die Konzentration aufrechtzuerhalten. Und das gilt erneut sowohl für die Realität als auch fürs Sim-Racing.

Sobald am nächsten Morgen die ersten Sonnenstrahlen zu erkennen sind, ist bei vielen die Erleichterung groß. Schließlich zählt das Überstehen der Nacht in einem 24-Stunden-Rennen zu einer der größten Schwierigkeiten. Es lässt sich mit dem Gefühl vergleichen, nach stundenlanger Fahrt über die dunkle Autobahn endlich zuhause angekommen zu sein.

Absolute Langstreckenprofis wie Kevin Estre nutzen die schwierigen Bedingungen in der Nacht häufig, um sich einen Vorsprung herauszuarbeiten oder aufzuholen. Wenn sich in den restlichen Stunden kein Defekt mehr einschleicht, fällt in 24-Stunden-Rennen häufig die Vorentscheidung in der Dunkelheit.

Auf der Nordschleife herrscht auf manchen Abschnitten komplette Dunkelheit. Es gibt keine Flutlichter, sondern nur das Scheinwerferlicht von Fahrzeugen. Quelle: PC Games Auf der Nordschleife herrscht auf manchen Abschnitten komplette Dunkelheit. Es gibt keine Flutlichter, sondern nur das Scheinwerferlicht von Fahrzeugen.

Verkehr ohne Ende

Die andere gewaltige Challenge nennt sich Multiclassing. In Endurance-Wettbewerben fährt nicht nur eine Fahrzeugkategorie gegeneinander, sondern mehrere Teams streiten untereinander um den Klassensieg. Während es in Le Mans, Spa und Co. mit zwei bis drei Kategorien noch überschaubar zur Sache geht, treten in der Eifel etliche Klassen an.

Die größte Herausforderung dabei ist, unbeschadet durch Überrundungsmanöver zu kommen. Langsameren Wagen gebührt das Recht der Ideallinie, schnellere Fahrzeuge müssen beim Überholmanöver Vorsicht walten lassen. Blaue Flaggen funktionieren in Langstreckenrennen also anders als in Sprintrennen.

Was es für mich so speziell macht, sind nicht nur die eigentlichen Überrundungen, sondern der gleichzeitige Kampf gegen Kontrahenten aus derselben Klasse. Chaos ist vorprogrammiert und nicht selten kommt es zu Zwischenfällen bei diesen Manövern.

GT3-Boliden haben im Vergleich zu Hypercars weniger Topspeed und eine schwächere Aerodynamik. Die Geschwindigkeitsunterschiede sind beim Überrunden eine Extra-Herausforderung. Quelle: PC Games GT3-Boliden haben im Vergleich zu Hypercars weniger Topspeed und eine schwächere Aerodynamik. Die Geschwindigkeitsunterschiede sind beim Überrunden eine Extra-Herausforderung. Rennfahrer mögen keinen Zeitverlust, obwohl in 24 Stunden ausreichend Zeit sein sollte, um einen Rückstand aufzuholen. Am Ende entscheiden aber dennoch meistens lediglich Sekunden und keine kompletten Runden über den Erfolg.

Das Überstehen der Nacht und Multiclassing sind die beiden größten Herausforderungen in Endurance-Wettbewerben. Trotz Fahrerwechsel muss ich meinen Fokus über mehrere Stunden aufrechterhalten und ein kleiner Fehler ist bei den Geschwindigkeitsunterschieden, die verschiedene Klassen mit sich bringen, schnell passiert.

Beliebte Fahrzeuge

Was ich außerdem nicht außer Acht lassen darf, sind die verschiedenen Marken der Fahrzeugkategorien. An Langstreckenrennen nehmen die populärsten Klassen der Fans teil, zumindest wenn ich einmal die Formel 1 ausklammere.

GT3- und GT4-Boliden sind robuste, seriennahe Sportwagen, mit denen ich aufgrund von etlichen Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle ohne größere Schwierigkeiten um die Strecken heizen kann. Kleinere Berührungen mit Kontrahenten und Wänden stecken die Autos problemlos weg.

Hersteller wie Audi, Mercedes, Porsche, BMW, Ferrari und Lamborghini treten sowohl in Le Mans als auch auf der Nordschleife gegeneinander an und scharen riesige Fanlager hinter sich. Das sorgt auch auf den virtuellen Pisten für viel Auswahl, und aufgrund der unterschiedlichen technischen Herangehensweisen ist für jeden das passende Fahrzeug dabei.

Porsche nimmt in der Hypercars-Kategorie in der Realität zwar nicht mehr an den 24 Stunden von Le Mans teil, doch GT3-Fahrzeuge der deutschen Marke kämpfen noch um den Sieg. Quelle: PC Games Porsche nimmt in der Hypercars-Kategorie in der Realität zwar nicht mehr an den 24 Stunden von Le Mans teil, doch GT3-Fahrzeuge der deutschen Marke kämpfen noch um den Sieg. Bei den Hypercars und LMP-Boliden sieht die Welt zwar ein wenig anders aus, beliebt ist vor allem die schnellste Le-Mans-Klasse aber allemal. Das Handling der Prototypen verlangt deutlich mehr Feingefühl als das Fahren mit einem GT3 und auch die Übersicht aufgrund der Sitzposition und der Chassis-Streben im Blickfeld ist gewöhnungsbedürftig.

Wenn ich aber fleißig trainiere, machen Hypercars schon extrem viel Spaß. Die Kurvengeschwindigkeiten sind immens und mit keiner anderen Fahrzeugkategorie komme ich auf F1-Strecken so nah an die Rundenzeiten der Königsklasse heran. Kein Wunder also, dass die WEC in den letzten Jahren einen derartigen Aufschwung erlebt hat.

Zusammenfassend kann ich sagen, Langstreckenrennen wie die 24 Stunden von Le Mans oder vom Nürburgring sind auch virtuell etwas Besonderes. Es warten die gleichen Herausforderungen wie in der Realität, mit dem einzigen Unterschied, dass ich zuhause im sicheren Stuhl sitze und den Bratwurstgeruch an der Strecke anderweitig simulieren muss.

Verratet mir doch gerne in den Kommentaren, mit welchen Autos ihr am liebsten virtuell unterwegs seid und ob ihr schon einmal ein 24-Stunden-Rennen in Angriff genommen habt? Wundert ihr euch außerdem darüber, welche Schwierigkeiten Motorrad-Simulationen mit sich bringen und welche Herausforderungen es im Sim-Racing bei Regen gibt, dann haben wir bereits die passenden Folgen der PCG Garage für euch parat.

  1. Seite 1 Einstieg, News und die 24 Stunden von Le Mans
  2. Seite 2 Besonderheiten, Fahrerwechsel und Atmosphäre
  3. Seite 3 Nachtfahrten, Multiclassing und Fahrzeugklassen
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk