PCG Garage: Le Mans, Nürburgring-Nordschleife, Spa - wenn die Nacht zum Gegner wird
Endurance-Rennen stellen Sim-Racer vor neue Herausforderungen. Warum 24-Stunden-Wettbewerbe mehr als nur Vollgas bedeuten, verrät euch Redakteur Michi in der PCG Garage.Dunkelheit, Fahrerwechsel, Multiclassing - Langstreckenrennen wie die 24 Stunden von Le Mans und vom Nürburgring fordern echte Fahrer, aber mittlerweile auch Sim-Racer zu ganz besonderen Leistungen heraus.
Kurze Sprintrennen sind eine Challenge, aber über mehrere Stunden die Konzentration aufrecht zu erhalten, ist der Endgegner. Dieses Mal stelle ich in der PCG Garage den Reiz von Endurance-Events ins Rampenlicht. Warum setzen sich mittlerweile sogar F1-Piloten wie Max Verstappen ans Steuer von GT3-Boliden und Hypercars? Das und welche Besonderheiten Strecken wie Le Mans, die Nordschleife und Spa mit sich bringen, verrate ich euch nach den News aus der Sim-Racing-Szene.
2026er-Saison in F1 25
Zum ersten Mal seit langer Zeit gibt es dieses Jahr kein neues Formel-1-Spiel von Codemasters. Stattdessen setzen die Entwickler auf eine Erweiterung passend zur aktuellen Saison, mit allen nötigen Updates fürs neue Jahr. Seit dem 3. Juni geht daher nun das Season Pack 2026 in F1 25 an den Start.
Das enthält aktuelle Fahrer, die neuen Teams von Audi und Cadillac sowie den Madring, eine frisch gebaute Strecke vor den Toren von Madrid. Doch nicht nur das: Das neue Regelwerk ist ebenfalls integriert. Schmalere Fahrzeuge, aktive Aerodynamik und der Overtake-Modus sorgen für mehr Action auf den Kursen.
Im nächsten Jahr ist die charmante DLC-Lösung aber bereits schon wieder Geschichte. EA plant für F1 27 nämlich eine Runderneuerung der Reihe. Mit neuem Grafik- und Physik-Modell soll es für die Marke dann vorangehen.
Quelle: Electronic Arts
Das neue Reglement in der Formel 1 sorgt für frische Machtverhältnisse. Auch im 2026 Season Pack von F1 25 fährt Red Bull nicht mehr an der Spitze.
Immer noch kein Freeroam in AC EVO
Ein weiteres Update erhält auch Assetto Corsa EVO. Mittlerweile ist die Early-Access-Phase bei Version 0.7 angelangt, von der offenen Spielwelt rund um die Nürburgring-Nordschleife fehlt aber weiterhin jede Spur.
Für die Community gibt es mit dem Patch unter anderem einen ersten Schritt in Richtung Modding und eigener Content-Erstellung, was in der Zukunft noch deutlich ausgebaut werden soll. Außerdem wurden Safety Rating und Partikeleffekte überarbeitet. Staub, Rauch und Spray werden ab sofort deutlich realistischer dargestellt.
Auch neue Autos dürfen im Update nicht fehlen. Mit dem Audi R8 GT3 Evo 2, dem Datsun 240Z sowie dem Porsche 935 und dem Porsche 911 GT2 gibt es wieder eine bunte Mischung für Racing-Fans.
Quelle: 505 Games
Mit dem Audi R8 wird seit dem Update 0.7 die GT3-Kategorie in Assetto Corsa EVO erweitert. Der Fuhrpark in der Simulation nimmt langsam Formen an.
WEC-Saison 2026 in Le Mans Ultimate
Und dann gibt es noch das dritte Update in der News-Übersicht. Passend zur aktuellen Folge haben die Entwickler von Le Mans Ultimate die Simulation auf die aktuelle 2026er-Saison der Langstrecken-Weltmeisterschaft aktualisiert.
Neben den neuen Lackierungen integriert das Team auch sämtliche Fahrzeug-Upgrades mit dem aktuellen Patch. Und pünktlich zum 24-Stunden-Rennen in Le Mans kommen Streckenanpassungen des Kurses noch gratis obendrauf. Die berühmte Dunlop-Brücke wurde in diesem Jahr schließlich mit einem Goodyear-Schriftzug ausgetauscht. Auch ein neuer Bolide kommt in die Sim: Zum Fuhrpark gesellt sich ab sofort ein LMP3-Wagen, der die beliebte Kategorie um eine weitere Marke ergänzt.
Quelle: Studio 397
Mit dem Adess AD25 kam in Le Mans Ultimate in der beliebten LMP3-Kategorie noch ein weiterer Bolide im letzten großen Update dazu.
Ein hoher Stellenwert
Langstreckenrennen, ganz besonders 24-Stunden-Rennen, sind ein absoluter Mythos, der viele Piloten durch einen Sieg in den Motorsport-Olymp hebt. Der ehemalige Rennfahrer Graham Hill hat beispielsweise den Begriff Triple Crown geprägt und der Brite ist bis heute auch der einzige, der diesen inoffiziellen Titel errungen hat.
Als Triple Crown wird der Erfolg beim F1-Grand-Prix in Monaco, den Indy 500 und dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans bezeichnet. Fahrern wie Fernando Alonso und Juan-Pablo Montoya fehlt je ein Sieg, um sich die Krone aufzusetzen. Während Montoya noch nicht in Le Mans siegreich war, fiel Alonso im Jahr 2017 in Indianapolis durch einen Motorschaden aus - ausgerechnet mit einem Honda-Motor im Fahrzeug. Das Dilemma hat sich jahrelang wie ein roter Faden durch seine Karriere gezogen.
Ihr fragt euch aber nun vermutlich, warum ich euch diese Storys erzähle. Die Antwort ist ganz einfach: Je populärer Sim-Racing wird, desto wichtiger werden auch Langstreckenrennen auf virtueller Ebene. Die Strecken in Le Mans, Daytona, Spa und die Nürburgring-Nordschleife sind in den meisten Simulationen bis ins kleinste Detail umgesetzt.
Quelle: 505 Games
Über 25 Kilometer Leitplankenkanal: Die Nürburgring-Nordschleife ist die größte Herausforderung für echte und virtuelle Rennfahrer.
Die Kurse haben ihre ganz eigenen Regeln. Wer ein Rennen über mehrere Stunden beenden oder sogar gewinnen möchte, der muss nicht nur die Strecken meistern, sondern auch über eine lange Distanz fokussiert bleiben. Das ist einer der großen Unterschiede im Vergleich zu Sprintrennen, wie man sie aus Formel 1, DTM und Co. kennt.
Es gibt aber noch deutlich mehr Herausforderungen und Besonderheiten bei Endurance-Wettbewerben. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein 24-Stunden-Rennen oder ein 4-Stunden-Rennen handelt. Ausdauer, Konzentration und fehlerfreies, gleichmäßiges Fahren zahlen sich um einiges mehr aus und das, obwohl Langstrecken-Events mittlerweile so eng und hart umkämpft wie noch nie zuvor.
Dafür sorgen stabile Autos, eine zuverlässige Technik und die Balance of Performance. Die Leistungs- und Gewichtanpassungen bringen die unterschiedlichen Fahrzeugmarken auf einen ähnlichen Stand. Am Ende entscheidet also meistens der Fahrer. Und all das lässt sich mittlerweile auch im Sim-Racing realistisch umsetzen.