Oblivion Remastered auf dem Steam Deck: Valve, das muss sich endlich ändern!

Kolumne Stefan Wilhelm
Oblivion Remastered auf dem Steam Deck: Valve, das muss sich endlich ändern!
Quelle: Bethesda / Valve

Valve hat Oblivion Remastered das Prädikat "Steam-Deck-Verifiziert" verpasst, dabei ist die RPG-Neuauflage auf dem Deck ein Trauerspiel.

Das Steam Deck war nicht nur der erste Handheld-PC, der eine breite Masse von dem Konzept überzeugen konnte, sondern auch Valves Versuch, Konsolenspieler ins Steam-Ökosystem zu holen. Es hat ein einfach zu benutzendes, konsoliges Interface, eine Performance ungefähr auf dem Niveau einer tragbaren PS4 und die meisten Spiele sollten ohne PC-typische Bastelei funktionieren.

Um direkt im Shop ersichtlich zu machen, wie schmerzfrei ein Spiel auf dem Deck läuft, rief Valve ein Verifizierungssystem ins Leben. Das hat vier Stufen: nicht geprüft, nicht unterstützt, spielbar (mit Einschränkungen, die jeweils aufgelistet werden) und verifiziert. Bei letzterem wird das Spiel mit einem grünen Haken markiert und landet sogar in einer eigenen Shop-Kategorie für Software, die ein, Zitat, "großartiges Spielerlebnis auf dem Steam Deck garantiert".

Bei verifizierten Titeln werden die richtigen Tastensymbole angezeigt, das gesamte Interface ist mit dem Controller bedienbar, die Tastatur öffnet sich automatisch, wenn sie benötigt wird und die Texte sind auf dem 7-Zoll-Display vernünftig lesbar. Das wichtigste Kriterium kommt aber zum Schluss: "Die Standardkonfiguration dieses Spiels läuft gut auf dem Steam Deck".

Dieser Punkt ist es, der unter Deck-Enthusiasten regelmäßig Diskussionen auslöst, wenn mal wieder ein Triple-A-Klopper durchgewunken wird - oder eben nicht.

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Das Problem mit der Verifizierung

Valve nennt nämlich keinerlei Performance- oder Qualitäts-Metriken, nach denen die Bewertung erfolgt. Ob ein Spiel auf dem Deck nun mit 60, 30 oder schlimmstenfalls mit noch weniger FPS läuft, geht aus dem Siegel nicht hervor. Genauso wenig, ob noch irgendetwas von der Grafik übriggeblieben ist, um die Framerate zu erreichen.

Was als "läuft gut auf dem Steam Deck" durchgeht und was nicht, das hängt natürlich immer auch von den eigenen Vorstellungen und Präferenzen ab. Ich stelle mir darunter eine Framerate vor, die bei mindestens 30 FPS liegt und eine Optik, bei der man die visuelle Identität des Spiels noch erkennen kann.

Mir ist klar, dass das Deck bei Software, die auch Monsterrechner in die Knie zwingt, keine Wunder vollbringen kann und das manchmal dicke Abstriche nötig sind, aber dann wünsche ich mir auch eine entsprechende Einstufung. Die läge bei einem Titel, der sich auch auf den niedrigsten Settings nicht flüssig spielen lässt, in Valves System übrigens automatisch bei "nicht unterstützt", ganz egal, welche anderen Kriterien erfüllt werden.

Ein Beispiel für ein offiziell nicht unterstütztes Spiel ist etwa Starfield, das in großen Städten auch mal auf 10-15 FPS einbricht. Obwohl mein erster Starfield-Durchgang komplett auf dem Deck erfolgte und ich auch meinen Spaß damit hatte, würde ich die Einstufung unterschreiben.

Reiten durch die Welt von Oblivion Remastered auf dem Steam Deck. Quelle: PC Games Das kann man gerade noch spielen, wenn man seine Bethesda-Rollenspiele früher schon in ihren dauerruckelnden PS3-Fassungen "genossen" hat, als gutes Deck-Erlebnis würde ich es allerdings niemandem verkaufen.

Andere Spieler sind hingegen etwa auch schon mit den 20-25 FPS zufrieden, die man beim (verifizierten) Baldur's Gate 3 im dritten Akt erwarten kann. Dragon Age: The Veilguard ercheatet sich seine (immer noch nicht saubere) Performance auf dem Deck mit Upscaling auf der Ultra-Performance-Stufe, wo die Optik bis zur Unkenntlichkeit verpixelt wird. Für Valve geht das als "großartiges Erlebnis" durch, ich finde, es sieht entsetzlich aus.

Wo genau die Grenze zwischen Starfields "nicht unterstützt" und The Veilguards "verifiziert" verläuft, weiß dabei allerdings niemand. Offenbar nicht einmal Valve selbst. Zumindest wird es nicht kommuniziert.

Oblivion Remastered auf dem Steam Deck: Ein Trauerspiel mit grünem Haken

Das aktuelle Negativbeispiel ist The Elder Scrolls 4: Oblivion Remastered (jetzt kaufen 40,4 € ). Bethesdas nicht allzu überraschender Überraschungsrelease ging direkt mit grünem Haken an den Start, dementsprechend haben ich und viele andere schon eingeplant, bequem auf der Couch oder im Bett durch Cyrodiil zu streifen. Der erste Eindruck ist auch noch nicht desaströs.

Oblivion startet auf dem Deck mit XeSS-Upscaling auf der Performance-Stufe, was intern etwa 400p sein müssten, durch die Bank niedrigen Grafik-Settings und einer Ingame-Begrenzung auf 30 FPS. Bei der grafischen Qualität fühlen sich die Augen nicht unbedingt verwöhnt, aber immerhin wird die angepeilte Bildrate im Intro zuverlässig erreicht.

Auch, wenn der Begrenzer im Spiel wie so oft wackelige Frametimes produziert und sich Oblivion damit ruckliger anfühlt, als es tatsächlich läuft. Schaltet man ihn ab, werden in Dungeons teils sogar an die 50 Bilder pro Sekunde dargestellt - nicht schlecht, und sogar die stark veränderte Beleuchtung des Remasters darf noch hin und wieder durchscheinen.

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