Oblivion Remastered im Test: Pure Nostalgie in Edelgrafik - war das den ganzen Hype wert?

Test Felix Schütz
Oblivion Remastered im Test: Pure Nostalgie in Edelgrafik - war das den ganzen Hype wert?
Quelle: PC Games

Die Fans riefen und Bethesda hat geantwortet: Oblivion Remastered bringt den legendären Rollenspiel-Klassiker nach 19 Jahren zurück. Wir klären, was sich an Grafik und Gameplay wirklich getan hat - und wo immer noch einiges zu tun ist.

Deutsche Spieler haben das Nachsehen

Das Remaster hat aber noch mehr zu bieten als "nur" neue Technik. So haben die Entwickler zum Beispiel einige Dialoge angepasst und erweitert. Dafür wurden sogar ein paar der englischen Originalsprecher nochmal ins Studio gezerrt, sehr löblich!

Leider gilt das aber nicht für die übersetzte Fassung: Die originale deutsche Sprachausgabe fehlt im Remaster komplett, ihr bekommt also nur die englische Vertonung mit deutschen Texten - eine verpasste Chance. Zwar gibt es bereits eine Mod, mit der ihr auf dem PC die alte deutsche Sprachausgabe zurückbringen könnt, doch Konsolenspieler gehen leider leer aus.

Moment, mal! Hardware-Hunger... fehlende Synchro... ist das Remaster etwa eine Enttäuschung? Ganz im Gegenteil! Es ist die beste Fassung von Oblivion, die es je gab. Und das liegt nicht nur an der neuen Grafik, denn die Entwickler haben auch ein bisschen am Gameplay gefeilt.

Ein Nahkampf in einem finsteren Dungeon. Quelle: PC Games

Verbessertes Gameplay

Eure Spielfigur kann nun beispielsweise genauso wie in Skyrim sprinten, und das ist ein echter Gewinn. In Oblivion seid ihr schließlich in einer riesigen Open World unterwegs und stiefelt ständig von einem Ort zum nächsten - jede Möglichkeit, eurem Helden ein bisschen Beine zu machen, macht sich bezahlt!

Auch die Third-Person-Kamera wurde verbessert und fühlt sich jetzt eher wie in Skyrim an, damit lässt es sich jetzt wieder ganz ordentlich spielen. Die Ego-Perspektive ist und bleibt aber natürlich erste Wahl, eben typisch Bethesda.

Auch das Interface wurde erneuert. Sämtliche Menüs sind jetzt etwas übersichtlicher, das Listeninventar nimmt zum Beispiel mehr Bildschirmplatz ein, so dass man im Vergleich zu früher weniger scrollen muss. Leider gibt's aber wieder nicht genügend Filter- und Sortierfunktionen, da werden Schriftrollen, Zutaten, Briefe und vieles mehr in wenigen Reitern zusammengeschmissen. Auch ein Schlüsselring fehlt nach wie vor - was ist daran eigentlich so schwierig?

Das Handelsmenü mit geöffnetem Inventar. Quelle: PC Games Immerhin sind die Balken für Leben, Magie und Ausdauer nun wie in Skyrim am unteren Bildschirmrand angeordnet, so sind sie im Eifer des Gefechts besser lesbar. Der vergrößerte Kompass wandert außerdem nach oben und liefert nun deutlich mehr Infos als früher: Zum Beispiel seht ihr nun auch eure Gegner in Nähe, die Namen von umliegenden Orten werden direkt eingeblendet und es gibt sogar eine Anzeige, die eure Entfernung zum nächsten Ziel verrät. Alles sehr nützlich!

Die klassische Karte wurde kaum überarbeitet, sie bietet nun aber etwas mehr Übersicht als früher. Wir vermissen allerdings eine Anzeige für alle Orte und Dungeons, die man schon abgehakt hat. Bei einigen Spielern hat außerdem die lokale Karte für Verwirrung gesorgt, die lässt sich nämlich nicht mehr per Tastendruck öffnen. Stattdessen muss man jetzt lange genug ranzoomen, um die praktischen Detailkarten aufzurufen. Das wäre sicher einfacher gegangen.

Ein Treffen der Diebesgilde. Quelle: PC Games Allerdings kann man dem Spiel nicht vorwerfen, dass es nicht genug erklärt! So könnt ihr im Menü jederzeit eine neue Hilfe-Sammlung durchstöbern, die rappelvoll ist mit Tutorials und nützlichen Beschreibungen. Unbedingt mal reinschauen!

Endlich leveln ohne Stress

Die wichtigste Neuerung betrifft aber das Levelsystem, denn das war in Oblivion schon immer ein Streitpunkt. Früher lief es im Grunde so ab: Um aufzuleveln, musstet ihr einfach eure Hauptfertigkeiten steigern, indem ihr sie fleißig benutzt. Allerdings konnte man für jeden Levelaufstieg auch noch Bonuspunkte verdienen - und dazu musste man bestimmte Nebentalente nutzen, ganz egal, ob die nun für euch nützlich waren oder nicht. Das war nicht nur umständlich, es sorgte im schlimmsten Fall auch dafür, dass man sich auf höheren Levels ordentlich verskillen konnte.

Und genau das ändert sich jetzt. In Oblivion Remastered zahlen nämlich alle Talente in euren Levelfortschritt hinein, egal ob Haupt- oder Nebenfertigkeit. Je nach Kategorie liefern sie dann zwar unterschiedlich viel Erfahrung, doch es ist prinzipiell nicht mehr nötig, irgendwelche Fähigkeiten zu steigern, die euch einfach nicht interessieren oder die nicht zu eurem Build passen.

Das Menü zum Aufleveln wurde überarbeitet. Quelle: PC Games Möglich macht's eine kleine, aber feine Änderung: Beim Levelaufstieg gibt es keine variablen Bonuspunkte mehr! Stattdessen bekommt ihr jetzt immer 12 Punkte, die ihr auf drei Attribute verteilen dürft. Das System ist dadurch zwar etwas simpler als im alten Oblivion, aber auch verständlicher - und es sorgt dafür, dass ihr euch nicht mehr so leicht verskillen könnt.

Kenner des Originals dürfte außerdem freuen, dass der Lebenspunktebonus durch das Attribut "Beständigkeit" nun auch rückwirkend verliehen wird. Dadurch seid ihr bei eurer Charakterentwicklung etwas freier und müsst nicht mehr auf wertvolle Lebenspunkte verzichten. Da hat jemand aufgepasst!

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk