Nintendo Switch 2 im Test: Klasse Weiterentwicklung aber ist sie auch den Preis wert?
Special
Das Warten hat ein Ende, die Nintendo Switch 2 ist endlich da! Wir klären im XXL-Test, wie gut die neue Hardware ist, wie lange der Akku tatsächlich hält, wie gut die Spiele-Upgrades sind, was das Zubehör drauf hat und vieles mehr!
Display
Doch neben dem Gefühl der Konsole selbst, muss natürlich auch das Display überzeugen. Das ist zusammen mit der Konsole gewachsen und kommt jetzt auf 7,9 Zoll. Das ist noch mal ein gutes Stück größer als bei der Switch OLED (7 Zoll) und auch im Vergleich zum Steam Deck (7,4 Zoll). Schade ist allerdings, dass die Switch 2 wieder auffällige Displayränder hat. Die sind zwar nicht so ausladend wie bei der Original-Switch. Wer allerdings von der Switch OLED kommt, dürfte im ersten Moment irritiert sein.
Außerdem ist das Display wie schon bei ihrer Vorgängerin aus Plastik und damit dementsprechend für Kratzer anfällig. Ihr solltet euch also wieder dringend überlegen, in eine Schutzfolie zu investieren.
Dafür kann der Screen selbst dann aber überzeugen. Ja, das Ding ist ein LCD-Display und kein OLED. Das ist erst mal ein Nachteil, schließlich sind OLEDs für ihre poppigen Farben und brillanten Schwarzwerte bekannt und gerade die bunten Nintendo-Spiele profitieren davon natürlich.
Quelle: PCGH
Die Switch 2 hat zwar kein OLED-Display, der LCD-Bildschirm liefert aber auch sehr gute Ergebnisse.
Schlecht ist das Display der Switch 2 deswegen aber ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Mit einer Full-HD-Auflösung kommt es trotz größerem Display auf eine höhere Pixeldichte, als alle Switch-Versionen vorher. Das Bild ist also schärfer. Obendrauf wird auch HDR unterstützt, für die realistischere Lichtdarstellung. Trotz der LCD-Technik sieht das Display aber brillant aus. Die Farben sind kräftig, die Beleuchtung auf den Punkt und sogar die Schwarzwerte sind gar nicht so schlecht wie befürchtet. An die Farbtiefe eines OLED-Screens kommt man aber nicht heran. Trotzdem hat Nintendo viel Mühe in die Abstimmung der Teile gesteckt.
Ein ganz besonderes Goodie ist die Bildwiederholrate. Die Switch 2 kann Spiele mit bis zu 120Hz wiedergeben. Aber selbst, wenn sie nur einen Bruchteil davon schafft, ist das kein Problem.
Das Display beherrscht nämlich auch VRR. Es passt sich also auf die Geschwindigkeit an, in der die Konsole die Bilder liefert. Das eliminiert das sogenannte Tearing, also das Zerreißen des Bilds und sorgt dadurch allgemein für ein flüssigeres Spielgefühl.
Nintendo macht aus technischer Sicht zwar eine Art Rückschritt beim Display, stopft die bewährte LCD-Technik aber mit allem voll, was aktuell geht. Das zahlt sich aus. Das Display der Switch 2 ist sehr gut gelungen und es macht Spaß, die Spiele darüber flimmern zu sehen.
Zubehör
Neben der Konsole selbst gibts aber auch noch ein paar extra Gadgets zur neuen Konsolengeneration. Mit im Paket wenn ihr die Switch 2 kauft, ist das neue Dock. Hier hat sich ebenfalls eher weniger getan. Wie bei der ersten Switch steckt ihr die Konsole ins Dock, entkoppelt die Controller und zockt dann ohne große Ladezeit am Fernseher weiter und umgekehrt. Bei den Anschlüssen richtet man sich nach der Switch OLED. Es gibt also zwei USB-Anschlüsse, einen Ethernet-Port für kabelgebundenes Internet, einen HDMI-Anschluss und einen Stromanschluss per USB-C.
Wer die Switch im Dock betreibt, bekommt dann auch eines der Kernfeatures, denn die neue Nintendo-Konsole unterstützt im Dock Auflösungen von bis zu 4K. Da die Konsole dadurch natürlich mehr gefordert wird, steckt im Dock außerdem ein Lüfter drin, um die Konsole zusätzlich zu kühlen.
Der Lufteinlass ist aber am unteren Ende der Rückseite vom Dock. Gerade über Zeit könnte das also ein kleiner Staubfänger werden. An den Lüfter ran kommt man nicht wirklich, was das Saubermachen eher schwierig gestaltet. Auf das Dock solltet ihr aber gut Acht geben, denn im Einzelverkauf schlägt das Ding mit 120 Euro zu Buche!
Allgemein ist das Zubehör für die Switch 2 preislich ziemlich hoch angesetzt. So haut etwa die offizielle Kamera mit 60 Euro rein, obwohl sie nur eine Full-HD-Auflösung bietet. Die offiziell lizensierte Piranha-Pflanzen-Kamera von Hori kostet zwar nur etwa 40 Euro, abseits des coolen Looks kann man die eigentliche Kamera dann aber komplett vergessen. Ihre Auflösung liegt nämlich nur bei lächerlichen 640 x 480.
Quelle: PCGH
Die offizielle Switch-2-Kamera von Nintendo macht einen guten Job, ist aber auch nicht grade günstig.
Im Test konnte die offizielle Nintendo-Kamera überzeugen. Sie wird sofort von der Konsole erkannt und liefert ein gutes Bild. Praktisch ist auch die eingebaute Linsenabdeckung, die ihr sehr simpel auf- und zuschieben könnt.
Allerdings braucht ihr im Zweifel keine neue Kamera, denn die Switch 2 unterstützt auch ganz reguläre PC-Webcams mit USB-C-Anschluss. Um auszuprobieren, ob eure funktioniert, schließt ihr sie an und könnt dann im Einstellungsmenü die Kamera testen.
Wie gut ist der neue Pro Controller?
Und dann gibt's da natürlich noch den neuen Pro Controller der Switch 2. Für den werden 90€ aufgerufen und er ist dem Pro Controller der ersten Switch ebenfalls zum Verwechseln ähnlich. Im Detail gibt es aber einige Unterschiede. Einerseits hat auch der neue Pro-Controller den C-Button für den Game Chat. Andererseits besitzt er auch zwei Knöpfe auf der Rückseite, die ihr frei belegen könnt. Und mit der Kopfhörerbuchse unten am Controller könnt ihr jetzt endlich auch Kopfhörer mit Klinkenstecker anschließen wie bei anderen Konsolen auch.
Ansonsten fühlt sich der neue Pro Controller nochmal ein Stück wertiger an. Die Beschichtung schmeichelt den Händen, die Facebuttons sind einen Tick größer und die Analog-Sticks haben einen sehr angenehmen Widerstand. Nintendo setzt hier also auch auf eine Evolution mit sinnvollen Verbesserungen.
Quelle: PCGH
Der neue Pro Controller ist sehr hochwertig verarbeitet.
Switch 1 Zubehör
Ihr müsst aber nicht zwingend alles neu kaufen, manche Zubehörteile eurer ersten Switch könnt ihr auch weiterhin verwenden - sofern ihr auf manche Features verzichten könnt. Vor allem sind sämtliche Controller direkt von Nintendo kompatibel - seien es der alte Pro Controller, die Joy-Cons oder die Retro-Gamepads im Stil von NES, SNES. An zwei Stellen müsst ihr aber Abstriche machen: Ihr könnt bei all diesen Controllern nicht die Switch 2 mit dem Home Button aus dem Ruhezustand aufwecken. Und die alten Joy-Cons könnt ihr nur über Bluetooth verbinden, aber nicht direkt im Handheldmodus. Macht ja auch Sinn, sie sind ein gutes Stück kleiner und magnetisch sind sie ja auch nicht. Genauere Infos, welches alte Zubehör kompatibel ist, findet ihr in dieser Übersicht von Nintendo. Und dann gibts es noch eine kleine Menge an Spielen, die ihr sogar NUR mit den alten Joy-Cons spielen könnt, Ring Fit Adventure zum Beispiel. Eine komplette Liste findet ihr auf der Nintendo-Webseite.
