Ring Fit Adventure im Test: Mit Fitness Kämpfe bestreiten - und dabei richtig trainieren!
Test
Es gab und gibt viele Spiele, die versuchen, ihr Gameplay um einen Fitness-Aspekt zu erweitern. Ring Fit Adventure geht den umgekehrten Weg: Hier gibt es das Spiel zum Workout mit dazu! Wir haben viele Stunden lang geschwitzt, um Monster zu bezwingen und sind zu dem Schluss gekommen: Das Prinzip funktioniert! Wir gut, das verraten wir in unserem Test,
Videospieler sind fett, faul und unsportlich. Dass dieses Vorurteil nicht stimmt, dürfte inzwischen auch dem Dümmsten klar sein. Nintendo arbeitet diesem Fehlurteil seit Wii- und Wii-U-Zeiten mit diversen Spielen, welche Software und Training miteinander verbinden, besonders intensiv entgegen. Der aktuelle Versuch der Fitness-Gamification kommt für die Switch, hört auf den Namen Ring Fit Adventure (jetzt kaufen 89,99 € ) und ist definitiv der bisher gelungenste Versuch des Unternehmens. Statt Wii-Fernbedienung und Balance Board finden sich diesmal ein ringförmiger, biegsamer Controlleraufsatz, der einem Pilatesring nachempfunden ist, sowie ein Festzurrband für den Oberschenkel im Paket.
In Ring und Band wird jeweils einer der Switch-Joy-Cons platziert (Switch-Lite-Besitzer gucken in die Röhre) und los geht's! Anders als zu Wii-Zeiten aber nicht in willkürlich zusammengewürfelten Minispielen,sondern im Rahmen einer vollwertigen Rollenspielkampagne. Wir schlüpfen in die virtuelle Haut eines wahlweise männlichen oder weiblichen Sportlers, der in einer Fantasywelt gemeinsam mit seinem Begleiter Ringo dem bösen Bodybuilderdrachen Draco das Handwerk legen muss.
Mit Sit-ups gegen Schurken
Quelle: PC Games
Wir schnappen uns Ringo und werden zum Star! Unser kreisrunder Begleiter fungiert nicht nur als Erklärbär, sondern durch seine dem Ring-Con nachempfundene Form auch als direkte Verknüpfung zu unseren Aktionen in der echten Welt.
Hört sich belanglos an, ist es auch, trotzdem ist die Geschichte aber überraschend nett und vor allem humorvoll geschrieben. Primär dient sie aber eben dazu, einen motivierenden Rahmen für unsere sportliche Betätigung zu bilden. In nach und nach freigeschalteten, unterschiedlich anspruchsvollen Missionen müssen wir, Band am Bein und Ring in Händen, am Platz laufen, um unsere Figur einen linearen Pfad entlang nach vorne zu bewegen. Keine Sorge: Wer geräuschempfindliche Nachbarn unter sich hat, der kann optional auch einen leisen Modus aktivieren, bei dem die Beine nicht angehoben werden müssen. Hier geht es also in Sachen Ausdauer an die Substanz. Zusätzlich müssen wir auf unserem Weg durch verschiedene Bewegungen Abgründe überwinden, Gegenstände einsammeln und mehr. Treffen wir auf einen oder mehrere Gegner, dann geht der Sport erst richtig los.
Wir wählen aus verschiedenen Übungen und greifen an, indem wir diese möglichst präzise ausführen; zum Verteidigen pressen wir den RIng an unseren Bauch. Jede Übung trainiert dabei einen anderen Körperteil und einige davon sind richtig, richtig anstrengend! Also, zumindest wenn man das will. Je nach eigener Fitness respektive Motivation kann eingestellt werden, wie viele Wiederholungen ein Angriff mit sich bringt, wie lange man die Übungen ausführen muss und so weiter. Wir empfehlen, ruhig mal die eigene Komfortzone zu verlassen und vor allem die Übungen korrekt auszuführen, so wie es die zahlreichen Tutorials vorschlagen - es lohnt sich! Ring Fit Adventure ist nämlich nicht nur ein Fitness-Gimmick, sondern darauf ausgelegt, ein richtiges Training zu bieten.
Quelle: PC Games
Ring Fit Adventure im Test: Mit Fitness Kämpfe bestreiten - und dabei richtig trainieren! (1)
Und das gelingt! Nach Abschluss unserer Testsessions waren wir regelmäßig völlig fertig und machten spürbare Trainingsfortschritte. Und durch die mannigfaltigen RPG-Elemente wird auch auf spielerischer Ebene zwar nichts Großes geboten, aber genug, dass man bei der Stange bleibt. Level-ups schalten neue Übungen frei, mit Items wie Heiltränken können wir uns das Sportlerleben leichter machen und ab einem bestimmten Zeitpunkt treffen wir auf farblich kodierte Gegner, die auf spezielle Übungen ganz besonders empfindlich reagieren. Wer "nur" spielen will, ist zwar fehl am Platz, aber die Kombination aus Sport und Gameplay ist beeindruckend gut gelungen.
Genug gespielt!
Quelle: PC Games
Neben dem Storymodus können wir uns an diversen Minispielen probieren, ganz klassisch trainieren und sogar ganz ohne aktiviertes Spiel den Ring-Con benutzen.
Wem das zu viel Rollenspiel ist, der kann sich aber auch nach guter alter Wii-Fit-Manier an diversen Minispielen versuchen, in denen ebenfalls verschiedenste Übungen gefordert sind und es gilt, den Highscore zu knacken. Fitnessbegeisterte, welche den Spiel-Faktor des Titels völlig ablehnen, können sich auch an schnörkellos präsentierten Übungen versuchen, bei denen die zu trainierende Körperpartie ganz bewusst gewählt werden kann. Sogar ganz ohne Spiel kann gesportelt werden - bis zu 500 Zieh- oder Drückbewegungen kan der Ring-Con aufzeichnen, auch wenn die Switch aus ist. Dank übersichtlicher Statistiken, Erklärungen aller Wirkungsweisen der Übungen und vielen weiteren hilfreichen Features ist Ring Fit Adventure somit sogar jenen zu empfehlen, die mit Videospielen sonst gar nichts anzufangen wissen. Toll!
