Nintendo Switch 2 im Test: Klasse Weiterentwicklung aber ist sie auch den Preis wert?
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Das Warten hat ein Ende, die Nintendo Switch 2 ist endlich da! Wir klären im XXL-Test, wie gut die neue Hardware ist, wie lange der Akku tatsächlich hält, wie gut die Spiele-Upgrades sind, was das Zubehör drauf hat und vieles mehr!
Akkulaufzeit & Hitzeentwicklung
Wer die verlängerte Akkulaufzeit der verbesserten Switch-Modelle der letzten Jahre gewohnt ist, wird beim Umstieg auf die Switch 2 Abstriche machen müssen. Wie lange der Akku hält, ist auch bei der neuen Konsole stark davon abhängig, wie ihr sie nutzt. Bei maximaler Helligkeitseinstellung und leistungshungrigen Spielen geht's deutlich schneller als bei grafisch simplen Indiespielen. Daher gibt Nintendo eine Spanne von 2 bis 6,5 Stunden an. Zum Vergleich: Zum Launch hielt der Akku der Switch mit 2,5 bis 6,5 Stunden quasi genauso lange. In unserem Test mit Cyberpunk 2077 wurden diese Werte aber noch etwas unterboten. Da war nämlich schon nach 1 Stunde und 42 Minuten Schluss im Qualitätsmodus bei 50% Bildschirmhelligkeit.
Um den Akku im Ruhemodus wieder voll aufzuladen, sind übrigens etwa 3 Stunden fällig.
Im reinen Hardwarecheck macht die Switch 2 allgemein eine ebenso gute Figur, wie ihre Vorgängerin. Mit maximal gemessenen 0,3 Sone ist sie stets flüsterleise. Auch die Wärmeentwicklung ist im absolut vertretbaren Rahmen. Bei 22°C Umgebungstemperatur kam sie in unseren Messungen unter Last bei Cyberpunk 2077 auf maximal 43°C. Diese Werte wurden allerdings nicht intern, sondern an den Lüftungsschlitzen gemessen.
Noch mehr in die technischen Details gehen unsere Kollegen bei PCGH in ihrem Test.
Mausmodus
Einer der wichtigsten neuen Partytricks der Switch 2 ist der Mausmodus mit den neuen Joy-Cons. Die haben an ihren Seiten nämlich einen optischen Sensor. Wenn wir die Joy-Cons seitlich auf eine möglichst flache Oberfläche legen, wird von der Konsole direkt erkannt, dass wir sie im Mausmodus nutzen wollen. Dadurch können wir in Shootern oder Spielen wie Metroid Prime 4 wie am PC sehr genau zielen oder Strategiespiele wie Civilization 7 deutlich schneller bedienen. Und natürlich wird das Feature auch in der Switch-2-Version von Mario Party Jamboree in Minispielen Verwendung finden.
Im Praxistest funktioniert das echt super. Der Wechsel von der normalen Handhabung zum Mausmodus wird nahtlos erkannt und die Bedienung ist sehr intuitiv. Am besten funktioniert das natürlich auf einem Mauspad oder anderen extra dafür vorgesehenen Unterlagen. Auf der Tischplatte oder ähnlich ebenen Flächen klappt das aber auch gut.
Quelle: PCGH
Der rechte Joy-Con 2 in der Nahaufnahme.
Zwei kleinere Haken hat die Sache aber. Wenn man die Konsolenmenüs mit dem Mausmodus bedient, muss man die Handhaltung ständig ändern, wenn man den B-Knopf gut erreichen will. Und so richtig einwandfrei funktioniert der Modus auch nur, wenn ihr die Aufsätze mit den Gelenkschlaufen an die Joy-Cons anbringt. Ohne die Dinger wackeln die Joy-Cons zu sehr zur Seite. Das macht einen häufigen Wechsel zwischen klassischer Steuerung und Mausbetrieb unattraktiv. Ihr solltet euch also immer die Zeit nehmen, die Aufsätze dran zu stecken.
Game Chat
Das letzte große Feature der Switch 2 ist dann der Game Chat. Wo PC-, PlayStation und Xbox-Spieler nur müde lächeln, will auch Nintendo endlich mitspielen. Während bei der ersten Switch ein Voice-Chat nur ausgelagert über die Smartphone-App machbar war, baut man jetzt umfangreiche Chat-Möglichkeiten direkt in die Konsole ein.
Mit einem Druck auf den neuen C-Knopf auf den Controllern öffnet sich ein Overlay, mit dem ihr alles managen könnt. Antwortet auf Chatanfragen, startet selbst neue Chats oder verwaltet eure Freundesliste. Bis zu 12 Leute können in einem Voice-Chat sein und bis zu vier Leute dürfen gleichzeitig auch ihr Gameplay zu den anderen streamen. Dafür wird das eigentliche Spiel etwas zusammengeschrumpft, um Platz für die Streams der Freunde am unteren Bildschirmrand Platz zu machen. Wie viel Platz die gestreamten Ausschnitte einnehmen, könnt ihr aber auch anpassen. Ein Vollbild-Modus ist auch möglich, wenn ihr die Bildauschnitte eurer Freunde nicht sehen müsst und zum Beispiel nur quatschen wollt.
Quelle: PC Games
Wie viel Platz der gestreamte Spielausschnitt beim Game Chat einnimmt, kann man selbst konfigurieren.
Manche Spiele binden die Möglichkeiten des Game Chats auch noch stärker ein. In Mario Kart World wird das jeweilige Kamerabild etwa direkt über dem Spielcharakter eingeblendet. So bekommt man also direkt eine Reaktion, wenn man dem Kumpel den roten Panzer reinhaut.
Gerade der Voice-Chat wird also natürlich helfen, Freundesgruppen auch online stärker zusammenzubringen. Selbst das gestreamte Gameplay hat in gewisser Weise seinen Charme. So kann man etwa eine Art Splitscreen-Modus auch online simulieren. Allerdings wird der Spaß bei den Streams dadurch gemindert, dass die Aufnahmen der Freunde nur in sehr ruckeligen 15 FPS bei einem selbst ankommen. Da schaut man natürlich nach einer Weile drüber hinweg. Enttäuschend ist es aber dennoch. Bei unseren bisherigen Tests gab es außerdem immer wieder Mal Abbrüche und Ruckler, wenn wir den Stream eines anderen Teilnehmers angesehen haben. Und bis er sich anfangs aufbaut, vergeht auch erstmal ordentlich Zeit. Immerhin macht das verbaute Mikrofon eine gute Figur.
Außerdem könnt ihr das Game-Chat-Feature nur dann nutzen, wenn ihr eine Telefonnummer in eurem Nintendo-Account hinterlegt. Für manche womöglich ein KO-Kriterium. Wir konnten bei einem unserer Accounts zum Beispiel partout keine Telefonnummer hinterlegen, es kam ständig nur eine unspezifische Fehlermeldung. Und dadurch wurde das Feature für die Person komplett unbenutzbar.
Und hier kommt noch dazu, dass die komplette Game-Chat-Funktion nächstes Jahr kostenpflichtig wird. Ab dem 31. März 2026 werden die Chatfunktionen der Switch 2 Teil des kostenpflichtigen Nintendo-Switch-Online-Abos. Das kostet aktuell 3,99€ im Monat in der Standardvariante. Wer nicht bereit ist, das zu zahlen, hat dann im Grunde einen sinnlosen Knopf auf dem neuen Controller.
Das ist vor allem unverständlich, wenn man den Blick zur Konkurrenz von Xbox und PlayStation wandern lässt. Bei denen kann man den Voice Chat auch ohne Online-Abo nutzen. PlayStation lässt einen sogar das eigene Gameplay zu Freunden streamen ohne zusätzliche Kosten. Und da auch beide Plattformen zusätzlich noch Discord unterstützen, können Spieler hier sogar wählen, über welche Plattform sie miteinander chatten wollen.
Manche der Kinderkrankheiten beim Game Chat kann Nintendo mit der Zeit womöglich noch patchen und grundsätzlich ist es eine tolle Ergänzung für alle, die Online mit Freunden und Familie spielen möchten. Doch in seinem aktuellen technischen Zustand wirkt der Game Chat regelrecht aus der Zeit gefallen und fast schon frech gegenüber den eigenen Kunden.
Leseempfehlung: Weitere Infos zur Switch 2
Meinungen der Redaktion
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Fazit
Unterm Strich macht die Switch 2 eine grundsätzlich sehr gute Figur. Die Hardware ist sauber verarbeitet und macht schon wie die erste Switch einen stabilen und wertigen Eindruck. Auch unter der Haube steckt endlich der seit vielen Jahren erhoffte Befreiungsschlag, der die mittlerweile ja schon steinalte Hardware der ersten Switch endlich ablöst.
Spiele laufen flüssig in höherer Auflösung und mit wesentlich mehr Details. Klar, im Vergleich mit den aktuellen Konsolen von Microsoft und Sony hinkt man weiterhin hinterher. Aber man muss sich auch bewusst machen, dass man hier die Leistung einer PS4 für unterwegs bekommt. Und das in einem sehr schmalen und handlichen Format, bei dem auch das Steam Deck und andere PC-Handhelds einfach nicht mithalten können.
Und trotzdem fehlt etwas vom Zauber, den Nintendo-Konsolen seit 20 Jahren nun immer mitgebracht haben. Sei es die Wii mit der Bewegungssteuerung, der DS mit dem Bildschirm-Konzept oder der 3DS mit dem 3D-Effekt, die Switch mit ihrem hybriden Konzept, ja sogar die Wii U mit ihrem Touchscreen-Controller. Bei allen hat sich Nintendo ausprobiert und versucht, mit Innovationen die Spielerherzen zu erobern.
Die Switch 2 ist allerdings das erste Mal seit dem GameCube eine Konsole, die eben "nur" eine stärkere Iteration des Vorgängers ist. Ja, die Mausfunktion der Joy-Cons ist eine nette Idee, die Strategiespiele auf der Konsole salonfähiger machen könnte. Ein Game Changer ist sie aber auch nicht. Zusammen mit der aggressiven und kontroversen Preisgestaltung bei Hardware, Spielen und selbst Grundfunktionen der Konsole wie dem Game Chat, kommt die Switch 2 leider auch mit einem etwas bitteren Nachgeschmack daher. Transparenzhinweis: Die Konsole, der Pro Controller und die Kamera wurden vom Publisher zur Verfügung gestellt.
