Nintendo Switch 2 im Test: Klasse Weiterentwicklung, aber ist sie auch den Preis wert?
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Das Warten hat ein Ende, die Nintendo Switch 2 ist endlich da! Wir klären im XXL-Test, wie gut die neue Hardware ist, wie lange der Akku tatsächlich hält, wie gut die Spiele-Upgrades sind, was das Zubehör drauf hat und vieles mehr!
Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, aber jetzt ist es endlich so weit! Die Nintendo Switch 2 ist da und begründet damit den Nachfolger zu einer der erfolgreichsten und meistverkauften Spielekonsolen überhaupt. Jetzt ist natürlich die Frage: Kann Nintendo an diesen Erfolg anknüpfen, mit der nächsten Generation? Im Vorfeld gab es bereits einige Kontroversen, und auch wenn die Konsole in Deutschland bei den Vorbestellungen weitgehend ausverkauft ist: So einen richtigen Hype und gesteigerte Vorfreude zum Start der nächsten Switch spürt man nicht ganz.
Wir haben mittlerweile mehrere Exemplare in der Redaktion und haben sie ausgiebig unter die Lupe genommen. Dabei haben wir geschaut, wie das Ding nun wirklich verarbeitet ist, wie viel Leistung in der Kiste steckt, wie Switch-1-Spiele mit oder ohne Update profitieren und was es eigentlich für neue Features gibt. Oder kurz gesagt: Hier erfahrt ihr, was ihr wirklich für euer Geld bekommt mit der Nintendo Switch 2 (jetzt kaufen ).
Was ist in der Box & Preis
Bevor wir mit unseren Testeindrücken so richtig einsteigen, fassen wir euch erst noch alle wichtigen Infos zusammen. Die Switch 2 ist, Stand jetzt, in zwei Varianten verfügbar. Entweder holt ihr euch nur die Konsole samt Standardzubehör für ca. 470 Euro oder ihr holt euch das Bundle mit Mario Kart World für 510 Euro - also für 40 Euro mehr. Was keine schlechte Ersparnis ist, weil Nintendo für Mario Kart World regulär saftige 90 Euro für die physische Version und 80 Euro für die digitale Fassung des Open-World-Flitzers aufruft.
In beiden Konsolen-Varianten sind neben der Konsole selbst die beiden Joy-Cons samt Gelenkschlaufen und einer Halterung enthalten, außerdem das neue TV-Dock, ein Netzteil, ein Ultra-High-Speed-HDMI-Kabel und ein kleines Handbuch.
Was steckt unter der Haube?
Für die Switch 2 hat NVIDIA sowohl für den Prozessor als auch die Grafik spezielle Chips entworfen, die für deutlich mehr Leistung sorgen als beim Vorgänger. Der Prozessor besteht aus 8 ARM-Kernen, wobei zwei davon für das Betriebssystem reserviert sind. Im TV-Modus haben sie eine Taktrate von etwa 1 GHz, im Handheld-Betrieb fahren sie sogar noch mal auf 1.1 GHz hoch. Der Grafikchip setzt auf NVIDIAs Ampere-Architektur. Das ist die gleiche Technikbasis, auf der auch die Grafikkarten der RTX 30er-Serie basieren. Es wurden aber auch ein paar Techniken der Folgegeneration verbaut, um zukunftsfähiger zu sein. Allerdings heißt das nicht, dass sie auch genauso leistungsfähig ist, wie eine der starken Grafikkarten. Als Arbeitsspeicher sind diesmal 12 Gigabyte DDR5-RAM mit Stromspartechnik verbaut, von denen 9 GB direkt für die Spiele verwendet werden können. Also drei Mal so viel wie bei der ersten Switch. Es gibt allerdings auch Gerüchte, dass Nintendo das Betriebssystem noch so weit verschlanken möchte, dass sie noch mehr Speicher für Spiele freigeben können.
Damit ist die Switch 2 technisch in der Theorie zwischen PS4 und PS4 Pro aufgestellt und unterstützt daher auch Auflösungen bis 4K bei maximal 60 FPS oder 120 FPS bei einer Full-HD-Auflösung.
Auch lesenswert: Unser großes FAQ zur Nintendo Switch 2
Aussehen & Handling
Beim Design bleibt sich Nintendo treu und geht keine großen Risiken ein. Für das Aussehen der Switch 2 passt man schlicht die Vorgängerkonsole an. Mit ca. 11,4 Zentimetern in der Höhe und um die 27 Zentimeter in der Länge wächst die Konsole ein gutes Stück an. Dafür bleibt sie aber genau so schlank wie ihre Vorgängerin. Mit ca. 1,4 Zentimetern ist sie nicht mal so dick wie zwei Tafeln Schokolade.
Zumindest, wenn man die neuen Joy-Cons weglässt. Deren Trigger sind wie schon bei der ersten Switch etwas dicker. Auf einer flachen Oberfläche liegt die Konsole also nicht eben auf.
In Höhe und Länge kommt die Switch 2 damit sogar dem Steam Deck nahe. Allerdings ist sie sehr viel schlanker. Das wirkt sich dann auch im Gewicht aus. Die Switch 2 ist natürlich ein gutes Stück schwerer als ihre Vorgängerin mit etwas über 500 Gramm. Das Steam Deck ist aber beispielsweise noch mal über 100 Gramm schwerer. Im Vergleich zum Handheld von Valve oder auch anderen PC-Handhelds kommt die Switch 2 deswegen sogar ziemlich handlich daher und hat die Nase vorn.
Am oberen Rand findet man den Power-Knopf, die Lautstärkewippe, den 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss, den Einschub für die Cartridges, eine Öffnung für das Mikrofon und einen zusätzlichen USB-C-Anschluss. Der ist aber nur zum Laden oder für Zubehör, wie die Kamera gedacht. Ein Bildschirmausgang ist das nicht.
Quelle: PCGH
Oben an der Konsole gibt's jetzt einen zweiten USB-C-Anschluss
Der bleibt weiterhin dem USB-C-Anschluss auf der Unterseite der Konsole vorbehalten. Der neue Kickstand ist dem der OLED-Switch recht ähnlich und bietet ebenfalls eine weite Einstellungsebene. Er ist aber kein volles Plastikpanel mehr. Er ist also nicht ganz so stabil, wie bei der OLED-Switch, aber definitiv ausreichend. Ganz im Gegenteil zum Standfuß der Original-Switch. Da hatte man ja schon Angst, dass das Ding abbricht, wenn man es nur falsch anschaut.
Unter dem Kickstand versteckt sich auch der Micro-SD-Slot, mit dem ihr den Speicher der Switch erweitern könnt. Passt hier allerdings auf. Die Switch 2 frisst nur Micro-SD-Express-Karten. Die sehen exakt so aus, wie bisherige Micro-SD-Karten, nur steht noch ein kleines EX mit drauf. Die Express-Karten sind neuer und haben schnellere Übertragungsraten, sind aber natürlich auch dementsprechend teurer. Um den Speicher eurer Switch 2 mit einer 256 GB-Karte zu verdoppeln, müsst ihr zum Zeitpunkt dieses Tests 50-60€ hinblättern.
Mit den fest verbauten 256GB Festplattenspeicher in der Switch 2 solltet ihr aber sowieso erst mal auskommen, allerdings werden sich die Installationsgrößen für Switch-2-Spiele definitiv erhöhen. Den Anfang macht da Cyberpunk 2077 mit um die 60GB.
Quelle: PCGH
Die neuen Joy-Cons sind in vielen Belangen verbessert.
Die Joy-Cons haben auf den ersten Blick ebenfalls nur ihre Größe der neuen Konsole angepasst. Eine große Änderung gibt es dann aber schon. So werden sie dieses Mal nicht per Schiene, sondern magnetisch an der Konsole befestigt. Die Verbindung ist stabil und ja, wir haben auch getestet, wie die Dinger halten, wenn man die Switch 2 nur in einer Hand hält. Das geht auf jeden Fall. Allerdings wobbelt das Ganze dann schon ein wenig. Das ist vergleichbar mit den Joy-Cons der ersten Switch.
Will man sie lösen, muss man erst einen Knopf am Controller drücken, der ihn physisch von der Konsole wegschiebt. Vom Buttonlayout sind die Joy-Cons quasi identisch mit ihren Vorgängern. Sie haben gute Druckpunkte und durch die neue Größe liegen die Controller auch gut in der Hand. Die Trigger sind erneut nur digital und nicht analog. Sie kennen also nur AN oder AUS und keine Zwischenschritte. Das ist übrigens auch beim Pro Controller so.
Etwas schade ist, dass die Analogsticks entgegen der Rufe der Fans nicht auf einer Hall-Effect-Technik basieren, um den berüchtigten Stick-Drift zu eliminieren, der die Controller der Original-Switch geplagt hat. Nintendo versichert zwar, dass man die Sticks von Grund auf neu designt hat. Ob sie damit die Anfälligkeit für den Drift aber beseitigen oder wenigstens verringern konnten, wird sich erst über die nächsten Jahre zeigen müssen.
Am linken Joy-Con findet man wie gehabt noch einen Knopf für Screenshots und Videoaufnahmen. Am rechten Joy-Con den Homebutton. Neu ist darunter allerdings der C-Button für die neue Chatfunktion. Die schauen wir uns aber gleich noch genauer an. Genauso wie den Mausmodus.
Nintendo gibt 20 Stunden Akkulaufzeit für die Joy-Cons an. In unseren ersten Testtagen haben wir die Controller aber so gut wie nie leer bekommen, da sie durch den Anschluss an die Konsole automatisch geladen werden. Von 0 auf 100 sind sie in um die 3,5 Stunden geladen.
Die Switch 2 macht in der Verarbeitung und im Handling wirklich eine gute Figur. Ja, es ist wieder ein reiner Plastikbomber, aber das verarbeitete Material fühlt sich trotzdem sehr hochwertig an. Die Konsole liegt trotz der größeren Ausmaße und des höheren Gewichts gut in der Hand. Längere Spielsessions dürften da auch kein Problem sein. Nintendo gibt sich beim Thema Hardware also definitiv keine Blöße.
