Nintendo Switch 2 im Test: Klasse Weiterentwicklung aber ist sie auch den Preis wert?

Special Viktor Eippert Carlo Siebenhüner Stefan Wilhelm Annika Menzel
Nintendo Switch 2 im Test: Klasse Weiterentwicklung aber ist sie auch den Preis wert?
Quelle: PCGH

Das Warten hat ein Ende, die Nintendo Switch 2 ist endlich da! Wir klären im XXL-Test, wie gut die neue Hardware ist, wie lange der Akku tatsächlich hält, wie gut die Spiele-Upgrades sind, was das Zubehör drauf hat und vieles mehr!

Wie laufen die Spiele?

Aber gehen wir doch jetzt endlich mal ans Eingemachte! Wie viel Power hat die Nintendo Switch 2 denn jetzt wirklich und wie laufen die Spiele darauf? Wie schon im Hardwareteil erwähnt, kommt die Konsole rein nominell auf eine Leistung, die ungefähr der Basis-PS4 entspricht. Im Dock ist dann sogar noch etwas mehr möglich. An die reine Rechenkraft einer PS4 Pro reicht sie aber nicht heran.

Trotzdem hat sie einige Vorteile gegenüber den Old-Gen-Konsolen. So hat die Switch 2 natürlich keine Festplatte, sondern schnelle Speicherchips, was den Ladezeiten zugutekommt. Außerdem sind die Chips selbst moderner und unterstützen so auch moderne Techniken, wie eben Nvidias Upscaling-Methode DLSS.

Für unseren Test haben wir uns mit Cyberpunk 2077 ein Spiel von einem Third-Party-Hersteller angeschaut und natürlich das erste komplett für die Switch 2 entwickelte Spiel von Nintendo selbst: Mario Kart World.

Mario Kart World

Mit dem fangen wir dann auch gleich mal an. Mario Kart World ist definitiv ein Mario Kart. Nintendo hat das Feeling des Fun Racers also nicht vergessen und wir hatten schon ab dem ersten Rennen eine Menge Spaß.

Das Spiel läuft in Einzel- und Zwei-Spieler-Modi in fluffigen 60 FPS. Die hält die Konsole auch stabil. Kommen noch mehr Spieler im Splitscreen dazu, wird die Framerate aber auf 30 FPS reduziert.

Ein Rennen in Mario Kart World . Quelle: PC Games Mit 24 Fahrern und breiteren Strecken ist in Mario Kart World richtig was los. Das neue Mario Kart besticht mit bis zu 24 Fahrern in einem Rennen. Das steigert den Chaosfaktor noch mal beträchtlich. Allerdings hat Nintendo die Strecken für die Masse an Fahrern angepasst. Viele Bahnen sind jetzt ein gutes Stück breiter, als noch im Vorgänger. Ebenfalls groß angepriesen ist die Open World. In der kann man frei herumdüsen, kleine Herausforderungen bewältigen und Kostüme für die Charaktere freischalten. Abseits davon wird die offene Welt leider nicht für viel genutzt. Keine Frage, sie sieht schick aus und die Weitsicht ist hervorragend, allerdings ist sie eben auch sehr leer.

Einzig der neue Modus K.O.-Tour macht auch richtig Gebrauch von der Open World. In dem fahren wir nämlich wirklich von einer Strecke zur nächsten. Das ist allerdings nur unser erster Eindruck. Wie sich Mario Kart World schlussendlich wirklich schlägt, erfahrt ihr baldmöglich in unserem separaten Test.

Cyberpunk 2077

Gerade für Technik-Enthusiasten ist es natürlich interessant, wie gut Cyberpunk 2077 auf der Switch 2 performt. Das Open-World-Abenteuer ist nämlich immer noch einer der Vorzeigetitel, um die Leistungsfähigkeit neuer Hardware zu überprüfen. Und ja, Cyberpunk macht dank DLSS auch auf der Switch 2 optisch einiges her. Das Spiel läuft verständlicherweise nicht in nativem Full HD oder gar 4K, aber die Skalierung funktioniert gut genug, um darüber hinwegzutäuschen. Damit bekommt die Switch 2 sogar ein dezent schärferes Bild als das Steam Deck.

Eine Ballerszene in Cyberpunk 2077 auf Switch 2 Quelle: PC Games Optisch überzeugt Cyberpunk 2077 auf Switch 2, aber die Performance lässt aktuell noch zu Wünschen übrig. Die Performance lässt hingegen zu wünschen übrig. Vor allem im Erweiterungsgebiet Dogtown erreicht die Framerate keine stabilen 30 FPS, und wenn ihr dort eine große Schießerei anzettelt, stürzt sie in unspielbare Bereiche ab - wenn euch das Spiel nicht gleich komplett abraucht, versteht sich. Dank Features wie dem Mausmodus, Gyro-Aiming und Bewegungssteuerung wirkt Cyberpunk durchaus auf die Switch 2 angepasst, aber bei der Technik muss CD Projekt RED dringend nochmal ran.

Abwärtskompatibilität

Allerdings müsst ihr nicht auf neue Spiele warten. Grundsätzlich ist die Switch 2 nämlich abwärtskompatibel. Wenn ihr also schon Spiele für die erste Switch habt, egal ob physisch oder digital, werdet ihr sie auch auf der Switch 2 spielen können. Es gibt aber ein paar Ausnahmen, die gar nicht auf der Switch 2 funktionieren oder Probleme verursachen. Laut den Angaben von Nintendo sind von den über 15.000 Spielen aber nur etwa zwei Prozent betroffen. Genaue Infos erhaltet ihr in dieser Übersicht.

Vergleich Switch 1 - Switch 2 ohne Update - Switch 2 mit Update

Die alten Spiele profitieren übrigens schon von Haus aus von der besseren Technik der Switch 2, was sich vor allem in kürzeren Ladezeiten und höherer Auflösung niederschlägt. Und sofern die Framerate eines Spiels für Switch 1 nicht intern auf maximal 30 begrenzt wird, laufen sie auch von Haus aus flüssiger. Zusätzlich bieten Nintendo und andere Hersteller für manche Spiele noch Updates an, mit denen die Spiele besser auf die neue Hardware zugeschnitten werden. Nintendo hat es den Herstellern überlassen, ob diese Updates kostenlos ausgerollt werden sollen, oder ob man für die Upgrades bezahlen muss.

Civilization 7

Zu letzteren zählt unter anderem Civilization 7 (unser XXL-Test), das man für zehn Euro upgraden kann. Für das musste auf der alten Switch einiges zurückgefahren werden. Zum Beispiel waren nur winzige und kleine Karten auswählbar und damit auch maximal nur 6 Spieler. Auf der Switch 2 können die Entwickler dagegen den gleichen Umfang liefern wie auf PlayStation, Xbox und PC. Und auch bei der Technik gibt es starke Unterschiede. Auf der Switch musste man bei der Anzahl der gleichzeitig sichtbaren Objekte als auch bei den Texturen starke Abstriche in Kauf nehmen und trotzdem lange Ladezeiten, Pop-Ins und Ruckler erdulden. Auf Switch 2 läuft Civ 7 von Haus aus direkt wesentlich runder, hat viel kürzere Ladezeiten und profitiert von der höheren Auflösung.

Eine Stadt in Civilization 7 auf Switch 2 Quelle: PC Games Die Anzahl an Objekten ist in Civ 7 auf Switch deutlich höher. Mit dem Bezahlupgrade gibt's außerdem immens bessere Texturen. Wenn ihr aber auch die viel besseren Texturen und den Mausmodus haben möchtet, müsst ihr euch das kostenpflichtige Upgrade holen. Damit ist der Unterschied dann endgültig wie Tag und Nacht. Besonders stark fallen die besseren Texturen bei den Anführern auf, aber auch bei Gebäuden und Einheiten im Spiel. Außerdem könnt ihr auf Switch 2 weiter rauszoomen. Der Mausmodus fügt sich auch super ins Spiel ein und liefert mit den Joy-Cons ein Maus-ähnliches Feeling. Oder ihr schließt einfach direkt eine USB-Maus ans Dock an. Das Mausrad wurde bei unserem Test zwar nicht erkannt, aber ansonsten konnten wir Civ 7 dadurch quasi wie am PC spielen.

Zelda und Co.

Aber auch Nintendo selbst veröffentlicht ein paar verbesserte Versionen seiner Spiele. Davon sind einige kostenlos, wie bei Super Mario Odyssey oder Pokémon Karmesin und Purpur. Gerade letzteres hatte vor allem zum Start mit teils schweren technischen Problemen zu kämpfen. Die wurden zwar mit Updates auf der Switch schon großflächig ausgeräumt, das Update für die Switch 2 hilft hier aber noch mal ordentlich. Die Beleuchtung wurde angepasst, es stehen mehr Pokémon in der Gegend rum und das Spiel läuft jetzt deutlich flüssiger.

Es gibt aber auch ein paar Bezahlupdates von Nintendo - allen voran Zelda: Breath of the Wild und Tears of the Kingdom. Wir haben beide Spiele sowohl auf einer Switch 1, auf Switch 2 ohne Update und dann mit Update verglichen.

Dabei fällt auf: Ohne Upgrade profitieren die beiden Zeldas schon etwas durch eine leicht verbesserte Auflösung. Die Spiele sehen schärfer aus und flimmern auch nicht ganz so stark wie noch auf der ersten Switch. Die Framerate scheint auf 30 FPS gelocked zu sein. Allerdings schafft es die stärkere Hardware, die Framerate konstant zu halten. Der berüchtigte Wald der Krogs in Breath of Wild hat die Original-Switch ja stotternd in die Knie gezwungen. Auf der Switch 2 läuft es dort auch ohne Update flüssig.

Zelda: Breath of the Wild auf Switch 2 Quelle: PC Games Mit dem kostenpflichtigen Upgrade bekommt ihr bei Zelda 60 FPS mit 4K-Auflösung. Aber mehr Sichtweite gibt's trotzdem nicht. Mit dem Update wird die Framerate auf 60 FPS angehoben, was eine deutliche Verbesserung zum Original ist. Außerdem bekommt man mit dem Update auch schärfere Texturen und 4K-Auflösung geliefert. Abseits davon fällt der Unterschied aber marginal aus. Nintendo hat etwa die Darstellungsdistanz nicht erhöht. Es gibt also nicht mehr Details auf größerer Entfernung. Außerdem konnten wir Pop-Ins bei allen drei Versionen an derselben Stelle ausmachen.

Das ist definitiv schade, denn für zehn Euro hätte Nintendo gerne noch etwas mehr an den zwei Open-World-Zeldas schrauben dürfen. Man versucht das Paket zwar noch mit Zusatzfeatures, wie einer zusätzlichen Karte, einer Notizenfunktion oder Audiologs für das Smartphone aufzufüllen. Das ist zwar nett, wir hätten uns aber eher gewünscht, dass mehr Fleiß in die eigentlichen Spiele fließt.

Hogwarts Legacy

Hogwarts Legacy hatte auf der Switch 1 ebenfalls technisch einen sehr schweren Stand. Eigentlich wurde das Spiel für die aktuelle Konsolengeneration entwickelt. Daher musste Nintendos Version mit einigen Abstrichen leben. Trotz kleiner und größerer Zaubereien, um es der Hardware etwas leichter zu machen, wurde aus dem magischen Abenteuer kurzerhand ein Ausflug in die Kammer des Schreckens.

Hogwarts Legacy auf der Switch 2 Quelle: PC Games Hogwarts Legacy macht auf der Switch 2 eine viel bessere Figur als beim Vorgängermodell. Aber wir haben gute Nachrichten für euch! Die Nintendo Switch 2 ist nämlich die Rettung für alle enttäuschten Zauberschüler. Das Spiel sieht auf der neuen Konsole nicht nur deutlich besser aus, sondern läuft auch wesentlich flüssiger. Außerdem versteckt sich Hogsmeade nun nicht mehr hinter einem Ladebildschirm. Wenn ihr also erst jetzt euren Hogwarts-Brief per Eulenpost bekommen habt oder ein weiteres Mal die Schulbank drücken wollt, könnt ihr das getrost auf der Switch 2 machen.

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